Wichtige Hilfe

Sauerstoffgeneratoren aus Herrsching für Indien

Indienhilfe
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Der Indische Generalkonsul Mohit Yadav lässt sich von Geschäftsführer Dr. Peter Biedenkopf durch die Produktionsstätte der Sauerstoffgeneratoren der Firma Inmatec führen.

Herrsching -  Covid-19 schlägt auf die Lunge, sodass bei schweren Verläufen eine Beatmung notwendig werden kann. Den Sauerstoff liefert dabei unter anderem der Generator des Herrschinger Firma Inmatec. Das Technologieunternehmen produziert in der Ammerseegemeinde mittlerweile 96 Sauerstoffgeneratoren für Indiens Krankenhäuser.

 Der indische Generalkonsul Mohit Yadav bedankte sich am Montag persönlich für 55 Inmatec-Anlagen, die seit Dezember beatmete Intensivpatienten in seiner vom Virus schwer betroffenen Heimat mit Sauerstoff versorgen – und bestellte 41 weitere Großanlagen. Ein wahrlich kostbares Gut, denn „der Markt an Sauerstoffgeneratoren ist leergefegt“, betonte Inmatecs Geschäftsführer Dr. Peter Biedenkopf. Das große Plus der Inmatec-Produkte: Der medizinische Sauerstoff muss nicht angeliefert werden, sondern wird der Umgebungsluft entnommen und gefiltert.  

Die ersten Lieferungen gingen an die Bundesstaaten Kashmir und Jammu, berichtete der Generalkonsul, der seit gut zwei Jahren in München lebt. „Diese abgelegenen Regionen im Himalaya verfügen über eine mangelhafte Infrastruktur und sind für einige Monate im Jahr von der Außenwelt abgeschnitten“, führte Biedenkopf aus. Der Flüssigsauerstoff, auf den viele Krankenhäuser in Zentraleuropa zurückgreifen, kann folglich in Indien nicht zuverlässig bereitgestellt werden. Mit verheerenden Folgen für die Betroffenen in dem Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern, aus dem gerade schreckliche Bilder von nach Luft ringenden Menschen und trauernden Angehörigen durch die Welt gehen. Yadav ist dankbar „für die 100 Beatmungsgeräte, die Markus Söder uns geliefert hat“ und nannte das „eine Geste der Solidarität“. Mit Hochdruck arbeite seine Regierung an Schutzimpfungen für seine Bürger.  

„Wir haben bereit 180 Millionen Inder geimpft und schrauben die Produktion weiter hoch“, betonte der Generalkonsul. Denn die Lage ist nach wie vor dramatisch und forderte bislang mehr als 250 000 Menschenleben .„In mehreren Regionen besteht immer noch ein Mangel an Sauerstoff zur Behandlung der Patienten trotz einer Vervierfachung der Sauerstoffproduktion im Zeitraum zwischen März und September 2020. Eine schnelle Lieferung sei essenziell für das Land mit den zweithäufigsten Corona-Fallzahlen“, betonte Markus Berninger aus der Marketingabteilung des Herrschinger Technologieunternehmens. Lieferengpässe für die Bauteile der Anlage hätte Inmatec nicht, freute sich Dr. Biedenkopf. „Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit den Lieferanten, haben wir fast alle für die Produktion notwendigen Materialien für die neue Bestellung auf Lager.“

Wie tödlich das mutierte Virus ist, erklärte der Indische Generalkonsul am Beispiel eines Verwandten: „Die Mutation des Virus reift direkt die Lunge an“, sagte er. „Mein Cousin ist am 29ten April an Covid-19 gestorben, obwohl er medizinisch bestens versorgt war.“ Die Produktion hat sich seit der Pandemie sprichwörtlich auf den Kopf gestellt: Bis März produzierte Inmatec zu zirka 80 Prozent Stickstoffgeneratoren für die Industrie und zu 20 Prozent Sauerstoffgeneratoren für die Fischzucht, die Lebensmittelindustrie und Krankenhäuser. Mittlerweilen sind es 30 Prozent mehr Anlagen als vor einem Jahr“, erklärte Dr. Biedenkopf. Darunter die von Indien georderten Sauerstoffgeneratoren, an denen 100 bis 200 Betten hingen. „Das sind Lebensretter und jedes Leben ist wichtig“, betonte Yadav nach dem Rundgang durch die am Ammersee angesiedelten Produktionsstätte der Sauerstoffgeneratoren.

 Michèle Kirner

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