Zehn Jahre Herzkatheterlabor

Erster Patient zur Eröffnung

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10 Jahre Herzkatheter

Herrsching – Vor zehn Jahren hat das Herzkatheterlabor der Privatklinik Dr. Schindlbeck seinen Betrieb aufgenommen und war damit das erste seiner Art im Fünfseenland. Lange musste das Ärzteteam damals nicht auf seinen ersten Patienten warten:

„Mir war schlecht, da bin ich zum Hausarzt“, erzählte der Andechser Herbert Dorst bei einem Pressegespräch am Montag. Der schickte den Patienten gleich weiter in die Schindlbeck-Klinik nach Herrsching. Eine halbe Stunde später lag Dorst auf dem Tisch, berichtete Chefarzt Achim Rotter. Damit führte das Labor gleich am ersten Tag eine Operation durch. Ein großes Glück für Dorst, denn einen Tag vorher wäre er noch in das Klinikum Großhadern in München geschickt worden und hätte wertvolle Zeit verloren. „Time is muscle“, also Zeit ist Herzmuskelgewebe, sagte Rotter. Je später die Behandlung, desto höher sei die Sterblichkeitsrate. Mittlerweile verfügen auch das Klinikum Starnberg und die Schön-Klinik in Kempfenhausen über entsprechende Labore. Dennoch steigt die Zahl der Patienten in der Schindlbeck-Klinik. Auch seien diese immer jünger: „Die Anzahl der Patienten unter 60 Jahren nimmt zu“, sagte der Chefarzt. Mangelnde Bewegung und falsche Ernährung macht er dafür verantwortlich. Ein Herzinfarkt äußere sich nicht unbedingt über Brustschmerzen. Übelkeit ohne Infekt und Atemnot bei gleichbleibender Belastungsstufe seien ebenso Anzeichen. In diesen Fällen sträuben sich die meisten gegen die Diagnose, sagte Rotter, denn eine Kolik sei beispielsweise immer noch besser als ein Infarkt. Als erster in der Region legte der Arzt einen Zugang über die Armarterie. Damit sei eine Alternative zu dem Zugang über die Leistengegend geschaffen, die meist recht unangenehm sei, berichtet der Chefarzt. Auch Dorst bezeichnet den Druckverband am Unterleib als den störendsten Teil seiner Behandlung. Vom Katheder merke er nichts. 

Trotz der erfolgreichen Herzoperation kann der 76-Jährige dem Krankenhaus tragischerweise erst einmal nicht fernbleiben. Ihm wurde eine schwere Erkrankung diagnostiziert. Dennoch lässt sich der vierfache Großvater nicht unterkriegen: Er betreibt einmal die Woche Sport in der Realschule Herrsching. Die „Herzsport“-Teilnehmer sind dabei überwiegend Frauen. Mit dem Mythos, lediglich Männer seien von Herzinfarkten betroffen, räumte Rotter auf. Frauen seien ebenso betroffen, statistisch gesehen jedoch sechs Jahre später. Dies hänge mit dem Hormonspiegel zusammen. Seit der Eröffnung im Oktober 2005 wurden im Herzkathederlabor über 8.000 Katheder gelegt. 

Zur Herzwoche von der Deutschen Herzstiftung findet am Donnerstag, 19. November, um 17.30 Uhr in der Privatklinik Dr. Robert Schindlbeck eine Patienten-Veranstaltung statt, die sich mit dem Thema Herzinfarkt beschäftigt. Carolin Dameris

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