"Schlange wird immer länger"

Aufgrund der immer größeren Warenmenge, die es zu transportieren gilt, bittet der Würmtal Tisch um ein „würmtalübergreifendes werbefinanziertes Mobil“, so Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Der Würmtal Tisch verteilt seit über zweieinhalb Jahren jede Woche Lebensmittel an bedürftige Bürger im Würmtal. Die Nachfrage wird immer größer.

„Zwischen 40 und 50 Menschen schauen wöchentlich bei uns vorbei“, teilte Petra Schaber in der Sitzung mit. Unter ihnen sind alle Altersgruppen vertreten. „Die Schlange wird immer länger und manchmal ist es schon beklemmend zu sehen, wie viele Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.“ An etwa 120 Bürger im Würmtal werden so Lebensmittel weitergegeben, anstatt sie zu vernichten. Bisher wurden die Waren von ehrenamtlichen Mitarbeitern in privaten Pkws wie auch in einem Anhänger von Hedo Reinhold transportiert. Die Warenmengen sind inzwischen so groß, dass weder die Ladefläche des Anhängers noch der Pkw ausreicht, um allein die Waren von der Metro abzuholen. „Wir möchten aber nicht mit zwei Fahrzeugen zur Metro oder zum Großmarkt fahren“, betont Initiatorin Petra Schaber. Ein regelmäßiges Ausleihen des alten Gräfelfinger Gemeindemobils scheitert daran, dass das Fahrzeug jede Woche am gleichen Tag gebraucht wird und von daher nur sehr eingeschränkt an andere Nutzer zur Verfügung gestellt werden kann. Zudem müssen jedes Mal die Sitze ausgebaut werden. Aus einem Gespräch mit Renate Klostermeier vom Bauhof ging hervor, dass es einige Unternehmen gibt, die ihre Werbung auf das neue Gräfelfinger Gemeindemobil hätten setzen lassen wollen, aber bereits alle Werbeflächen vergeben waren. So entstand die Idee eines Vierer-Gemeindemobils für den Würmtal Tisch. Da der Würmtal Tisch ein Projekt des evangelischen Diakonievereins Gräfelfing, Planegg, Krailling und Umgebung ist, wandte sich Schaber und ihr Team schriftlich an die Bürgermeister jener Gemeinden sowie an die Neurieder Rathauschefin Ilse Weiss. Diese sollen sich zu gleichen Teilen an der Finanzierung des Fahrzeugs beteiligen. Da das Fahrzeug nur von Dienstag Abend bis Mittwoch Nachmittag gebraucht wird, könne es an den anderen Tagen anderweitig genutzt werden und als Gemeindemobil Vereinen im Würmtal zur Verfügung gestellt werden, heißt es in dem Schreiben vom 18. Oktober vergangene Jahres. Christoph Göbel stimmte der Idee zu und schlugt vor, dass die Gemeinde Gräfelfing federführend das Fahrzeug selbst kauft und in Eigenregie Kunden akquiriert. „Als Gemeinde können wir die Werbeflächen günstiger anbieten, als ein externer Dienstleister. Wir wollen daraus auch keinen Gewinn erzielen.“ Da Gräfelfing bereits mit seinen beiden Gemeindemobilen entsprechend Knowhow erworben hat, nimmt die Gemeinde stellvertretend für das Würmtal die Aktion in die Hand. Als Fahrzeug steht ein Meredes Vito zu einem Preis von 31.680 Euro zur Diskussion. Die Unkosten für Layout und Folie belaufen sich auf rund 4.200 Euro. Auf dem Fahrzeug mit Klimaanlage und Anhängerkupplung werden die drei Gemeindewappen sowie das Logo des Würmtal Tisches angebracht. Neuried ist ausgestiegen. „Deshalb werden wir uns zu dritt die Kosten teilen.“ Göbel wie auch seine Planegger Kollegin Annemarie Detsch sind sehr optimistisch, was die Werbeeinnahmen betrifft. Zumal in Planegg in jüngster Zeit kein Gemeindemobil erworben wurde. Selbst wenn die Aktion nicht ganz kostendeckend für die Gemeinden verlaufe, so Göbel, diene sie einem guten Zweck. Die Nachfrage nach Gemeindemobilen im Würmtal ist riesig. Allein die beiden Fahrzeuge in Gräfelfing sind meist ausgebucht. Um möglichst viele potentiellen Firmen als Werbekunden zu gewinnen, will Göbel einen zweiseitigen Brief verfassen und auf die Aktion aufmerksam machen. Peter Köstler (CSU) dagegen äußerst sich weniger zuversichtlich, was die finanzielle Deckung durch Anzeigeneinnahmen betrifft. „Auch müsse eine Regelung in Sachen Unterhaltskosten getroffen werden“, gab der 2. Bürgermeister zu verstehen. Da es sich bei der Anschaffung um eine außerplanmäßige Ausgabe handelt, schlug Kämmerer Werner Frisch vor, diese aus den „Restmitteln der Investitionszuweisung des S-Bahn Haltepunkt Lochhams abzudecken.“ Letztlich sprachen die Räte einstimmig ihre Empfehlung an den Gemeinderat aus, das empfohlene Fahrzeug anzuschaffen, dessen Kosten zu je einem Drittel von den Gemeinden Gräfelfing, Planegg und Krailling getragen werden.

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