Schweizer Modell

Neue Wege möchte die SPD bei der Lösung der Verkehrsprobleme gehen. Vorbild dabei ist das Schweizer Modell, mit dem die Lücke zwischen Tempo-30- und Fußgängerzone geschlossen wird. Die Genossen stellen sich für das Ortszentrum so genannte Begegnungszonen vor. Ein positives Ergebnis davon ist ein deutlich verringerter Autoverkehr.

Nach der Vorstellung der Verkehrsuntersuchungen durch das Büro Ingevost im Gemeinderat haben es sich alle Fraktion zur Aufgabe gemacht, eigene Konzepte zu erarbeiten. Die Herrschinger Genossenen sehen eine Abhilfe in den „Begegnungszonen“, die laut Thomas Dalibor zwischen Rieder Straße, Bahnhofstraße, Mühlfelder Straße bis zur Summerstraße und dem Ammersee eingerichtet werden könnte. Vor allem der Nachwuchs würde heute die Welt in jungen Jahren „nur mehr aus der Autoperspektive erleben“, beklagte SPD-Mann Dalibor bei der Vorstellung des Konzepts. Er selbst sei Familienvater und würde seine zweijährige Tochter mit ihrem Laufrad nicht auf die Straße lassen. Die „Begegnungszonen“ gibt es bei den Nachbarn in der Schweiz bereits seit den Neunziger Jahren, erst vor ein paar Monaten hat sich die Stadt Frankfurt für dieses Konzept geöffnet. Die Herrschinger SPD stellt sich eine Art „Eingangstor“ am Zonenbeginn vor, mit entsprechender Markierung auf der Fahrbahn, etwa einem Schachbrettmuster oder Ähnlichem. Des weiteren weißen Schilder auf die Situation hin, Pflanztröge leisten ihr Übriges, beschreiben die Genossen. In der Schweiz habe man laut Dalibor eigene Verkehrsschilder entwickelt, auf denen Fußgänger und Autofahrer in friedlicher Eintracht nebeneinander zu sehen sind. In einer „Begegnungszone“ ist die Höchstgeschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer begrenzt, Fußgänger haben gegenüber dem Kfz Vorrang. „Sie können überall die Fahrbahn queren, dürfen aber keine Autofahrer behindern“, sagte Dalibor. Und für den SPD-Gemeinderat Wolfgang Schneider steht fest, „einzelne Beruhigungsmaßnahmen verschieben die Problematik nur auf andere Straßen im Ort“. Einen entscheidenden Vorteil hat das Konzept auch aus Sicht des neuen Herrschinger Ortsvorsitzenden Michael Bajorat: „Das ist ein günstiges Konzept, das mit einfachen Mitteln und ohne große baulichen Maßnahmen schnell umgesetzt werden kann.“ Einziges Problem dabei: Die „Begegnungszone“ müsste als Art Modellversuch zuerst noch von der Regierung von Oberbayern genehmigt und von deren Experten begleitet werden. Für die SPD in Herrsching ist Schweizer Modell eine wirkliche Alternative. „Viele Eltern trauen sich in Herrsching doch nicht, ihre Kinder zu Fuß oder mit Fahrrad los zu schicken“, beklagte Dalibor die derzeitige Situation. Das Konzept könnte seiner Überzeugung nach dazu beitragen, für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen. „Somit würden viele Eltern ihr Auto zuhause stehen lassen, was auch zu einer Verkehrentlastung beitragen wird.“

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