Berufsschule in Nairobi und Kinder- und Jugend-Hilfsprogramm wegen Corona-Pandemie geschlossen

Schwere Zeiten für Herrschinger Verein Promoting Africa

Die Kinder und Jugendlichen sind besonders von den Schließungen betroffen
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Die Kinder und Jugendlichen sind besonders von den Schließungen betroffen

Herrsching/Nairobi – Das Coronavirus hat auch Kenia fest im Griff. Die Regierung hat mit weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie reagiert, unter anderem gilt ein Einreisestopp, alle Bildungseinrichtungen wurden geschlossen, Versammlungen sind verboten und es wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Viele Menschen aus den großen Städten fliehen auf das Land, so auch aus dem Großraum Nairobi. Auch das Child Support Programm und das Berufsschulprojekt Skills Centre des Herrschinger Vereins Promoting Africa sind geschlossen.

Was für die Eltern der Kinder und Jugendlichen, die mit Hilfe von Patenschaften durch das Child Support Programm von Promoting Africa unterstützt werden, große Probleme bedeutet. Denn sie leben von Gelegenheitsjobs, die jetzt fehlen. Sie wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Jimmy Kilonzi, der Ansprechpartner des Vereins vor Ort, war auch gezwungen das andere Projekt des Vereins, die Berufsschule überwiegend für Jugendliche aus dem Slum, zu schließen. „Er hat alles versucht, dass es den Jugendlichen aus den Slums gestattet wird im Skills Centre zu bleiben, leider ohne Erfolg. Unsere Lehrer sind zum Teil aufs Land geflüchtet“, beschreibt Susanna Kiehling, die Vorsitzende aus Herrsching von Promoting Africa, die Situation. „Unsere Aufgabe ist es nun in dieser Notsituation die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu unterstützen. Die Spenden setzten wir jetzt zum Teil für Essenspakete und Hygieneartikel ein, um die Not ein wenig zu lindern“ so Kiehling weiter. Das Skills Centre werde man so gut es geht zu einem Hilfszentrum umfunktionieren. „Für diese notwendigen Schritte bitten wir weiterhin um Spenden.“

Lebensmittelpakete und Schutzmasken

In enger Abstimmung mit Jimmy Kilonzi sind folgende Projekte angelaufen: In einem kleinen Büro im Slum Mathare gibt Linett, die Sozialarbeiterin des Vereins, Lebensmittelpakete an die Mütter der Kinder und Jugendlichen aus, die im Child Support Programm sind – mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikel jeweils für eine Woche. Im Skills Centre selbst sind noch zwei Mitarbeiter, die sich um den Gemüse- und Obstanbau sowie die Versorgung der Hühner, Kaninchen und einer Muttersau kümmern. Die Ernte sowie Eier und Fleisch, das sonst in der Schulkantine verwendet wird, soll jetzt an die Bevölkerung verkauft werden. Im Mobility Centre sind noch drei Mitarbeiter, die weiterhin Brot backen und das Bistro betreiben. Außerdem gibt es dort sauberes Trinkwasser aus dem Brunnen – auch für die Bürger aus Malaa, dem Vorort von Nairobi, in dem die Berufsschule liegt. Außerdem organisiert Jimmy Kilonzi gerade mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Herstellung von Gesichtsschutzmasken.

Linett ist auch eine versierte Näherin

Im Skills Centre gibt es drei Nähmaschinen, an denen die versierte Näherin und Sozialarbeiterin Linett die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufschule einweist. Weiter ist die Herstellung von Seife in Planung. Sowohl die Gesichtsschutzmasken als auch die Seife sollen dann zu einem für jeden erschwinglichen Preis an die Bevölkerung verkauft werden. Jeder Regierungsbezirk in Kenia ist angewiesen, jeweils 20 Internate zu identifizieren, die bei Bedarf als Not-Krankenhäuser dienen können. Das Skills Centre wurde ganz aktuell auf die Liste des Regierungsbezirks Machakos aufgenommen. Die Infrastruktur Kenias hat aktuell weder genügend Tests noch erlaubt sie eine ausreichende Versorgung der Infizierten. Daniela Schwarzer, die Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin, appelliert daher, der Westen müsse den Entwicklungsländern in dieser Krise dringend und massiv helfen: medizinisch mit Geld, Material und Ärzten, aber auch durch die Unterstützung ihrer Zivilgesellschaften und, wo nötig, durch Unterstützung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. „Natürlich ist uns bewusst, dass es aktuell auch vielen Leuten in Deutschland nicht gut geht - viele stehen wirtschaftlich vor großen Problemen“, räumt Susanna Kiehling ein, „trotzdem fühlen wir uns gegenüber unseren Spendenr verpflichtet zu informieren und haben eine Verantwortung gegenüber den Kinder und Jugendlichen, die wir zum Teil schon viele Jahre fördern und unterstützen, ihnen im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten gerade jetzt auch beizustehen. Wir danken allen Spender für Ihre Unterstützung. Asane sana - auf Kisuaheli: Herzliches Dankeschön!“

po

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