Beherbergungsverbot und Sperrstunde

Schwieriger Herbst für die heimische Gastronomie? Inselkammer und Aiwanger geben sich optimistisch

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Die Corona-Pandemie macht der heimischen Gastronomie auch im Herbst schwer zu schaffen. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger kündigte auf der DEHOGA Bayern-Tagung in Augsburg weitere Hilfen an.

Landkreis - Inmitten der Debatte um innerdeutsche Beherbergungsverbote hielt der Bayerische Hotel-und Gaststättenverband (DEHOGA) seinen Branchentag ab. Im Mittelpunkt der Tagung stand dabei die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Krise im bayerischen Gastrogewerbe. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sprach der Branche Mut zu und lobte die Gastronomie als „Seele Bayerns“. Doch wie lange kann das bayerische Gastgewerbe angesichts der wiederkehrenden Beschränkungen die schwierige Lage noch aushalten? Die bayerische DEHOGA-Präsidentin Angela Inselkammer gibt sich kämpferisch. Viele Betriebe macht aber die zunehmende Unplanbarkeit erhebliche Probleme.

So stehen der Gastronomie in der Landeshauptstadt schwere Zeiten bevor. Seit diesem Mittwoch gilt in München ein stadtweites Alkohol-Ausschankverbot ab 22 Uhr. Dagegen klagen bereits die ersten Wirte. 

Aufgrund der hohen Infektionszahlen hat die Münchner Stadtverwaltung zudem beschlossen, „dass von Freitagabend bis Sonntagfrüh ein Alkoholverbot zum Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr und zum Konsum im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis sechs Uhr des Folgetages an den bekannten Hotspots Baldeplatz, Gärtnerplatz, Gerner Brücke, Wedekindplatz sowie an den Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke“ gilt. Die Maßnahmen gelten vorerst bis 27. Oktober. 

In Starnberg hat man sich bereits im Sommer auf ein Alkoholverbot auf städtischen Flächen nahe des Sees geeinigt. Dieses ist sogar bis Ende 2021 gültig. Die Debatte um ein generelles Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen sowie ein abendliches Ausschankverbot ist vielen Kritikern ein Dorn im Auge. Tatsächlich stellt sich aber auch der neutrale Beobachter bei derartigen Maßnahmen die Frage, ob München und die Region nun denn ein Gebiet seien, in welchem der Konsum von Alkohol im Freien anscheinend zur Tagesordnung gehört. Für viele ist diese Annahme arg verzerrend, auch angesichts kühlerer Temperaturen und der vorherrschenden Gepflogenheit, sein Glaserl Wein oder seine halbe Bier in deutlich wärmerer Umgebung (also im Wirtshaus oder dem warmen Wohnzimmer) zu trinken – und das wohl auch nicht bis zur Besinnungslosigkeit. 

In Bezug auf die in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen zeigte sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger einsichtig und gab zu, dass manche Vorgaben an die Gastronomiebranche ein wenig am Ziel vorbeigingen. Dementsprechend sei es nun Aufgabe der Politik maßvolle Regelungen zu treffen. „Es müsse an den richtigen Stellschrauben gedreht werden“, betonte Aiwanger. Er kündigte überdies an, dass man sich für die Digitalisierung im ländlichen Raum und für die Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie für die Verstetigung der Umsatzsteuerreduzierung mehr einsetzen werde. Aus Sicht von Angela Inselkammer, Präsidentin des bayerischen Hotel-und Gaststättenverbandes, stellt die Corona-Pandemie die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg dar. 

Trotz der schwierigen Lage blickt Inselkammer optimistisch in die Zukunft. So konnte sie unter anderem beobachten, wie viele Gastrobetriebe den Corona-Lockdown genutzt haben, um sich neu auszurichten: „Bei vielen Betrieben führte die anfängliche Schockstarre in eine neue Produktivität. Betriebe entdeckten für sich das Potential der sozialen Medien, schlossen sich Lieferserviceplattformen an, kreierten Gutscheinaktionen oder stellten Pop-up-Gastronomien auf die Beine.“ 

Inselkammer wies allerdings darauf hin, dass die Gastronomie-und Hotelbranche schwer mit der täglichen Unplanbarkeit zurechtkommt. „Wir müssen weiter lernen, damit umzugehen und uns akkurat an die Regeln halten. Wir sind alle Unternehmer und als solche jetzt gefordert wie schon lange nicht mehr.“ Zudem mahnte Inselkammer an, dass man zur Krisenbewältigung angemessene Preise verlangen müsse.

Von Florian Ladurner

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