Seeanbindung Starnberg

Iris Ziebarts Visionen

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Starnberg – Wie attraktiv eine Seeanbindung ohne eine teure Gleisverlegung am Bahnhof See ganz konkret aussehen könnte, präsentierte jüngst FDP-Stadträtin und Architektin Iris Ziebart im Rahmen der Jahresversammlung der FDP.

Ihre Kompaktlösung sieht unter anderem den Abbau des seeseitigen Gleises 4 vor sowie eine verkürzte Unterführung. Damit würde die Seepromenade mehr Platz bekommen. Außerdem soll am Seespitz ein Cafe entstehen sowie ein Steg mit Plattform – und ein attraktiver Platz auf Stadtseite. Seit Jahren kämpft die Liberale Iris Ziebart für eine kleinere und kostengünstigere Seeanbindung im Bereich des Bahnhofs See, nachdem die Verlegung der Gleise in einen Tunnel als nachhaltigste Lösung weder finanziell noch politisch umsetzbar sind. Rechtzeitig vor Beginn der Bürgerwerkstatt am Montag, 22. April, bei dem sechs neue Entwürfe auf der Grundlage des Bahnvertrages von 1987 – also mit Gleisverlegung – präsentiert werden sollen, zeigte Iris Ziebart nun, was ohne horrende Kosten möglich ist. Die Stadt Starnberg wäre somit nicht mehr gezwungen, die Gleisverlegung durch den Verkauf ihres Tafelsilbers wie Bayerischer Hof, Alte Oberschule oder Schiffswiese zu finanzieren. Weiterer Vorteil des Ziebart-Entwurfs: Ihre Planung lässt sich je nach Haushaltlage und Verhandlungsstand schrittweise umsetzen – und man könnte sofort starten. Wesentliche Elemente des Entwurfs: Von den bestehenden vier Gleisen wird das seeseitige samt Bahnsteig abgebaut. Der verbleibende Bahnsteig mit Gleis 1 und 2, an dem die S-Bahnen von und nach München halten, wird auf 210 Meter Länge gekürzt und barrierefrei mit einem Aufzug erneuert (Gleis 3 wird Durch- gangs- und Überholgleis). Durch den Gleisabbau gewinnt die Seepromenade durchgehend acht bis zwölf Meter und wird damit an ihren heutigen Engstellen doppelt so breit – und kann attraktiv gestaltet werden – mit Cafe am Seespitz und Steg mit Plattform. Außerdem könnte der schmale Gehweg entlang dem Ruderclub im Osten auf drei bis vier Meter ausgebaut und als Rettungszufahrt benutzt werden. Weil nach dem Ziebart-Entwurf die Unterführungen deutlich kürzer würden, rücken Promenade und See damit auch deutlich näher an die Stadt. Auch müssten bei ihrer Lösung weder die Bootshütten in den See verlegt noch Stege zum Ersatz der Seepromenade gebaut werden. Stadtseitig plant Ziebart zwischen Oberschule und Kaiser-Wilhelm-Straße eine verkehrs- beruhigte Zone und vor dem Bahnhofsplatz ein „Shared Space“ – mit durchgehender Pflasterung für Fußgänger, Radfahrer, Busse und Taxis. Durchgehende Grünflächen werten zudem den gesamten Bereich zwischen Museum und Nepomukweg auf. Obwohl die Gleise nicht tiefer gelegt werden, ist laut Ziebart eine gute Blickbeziehung zum See gegeben. Radwege entstehen auf beiden Seiten der Bahn. Die Parkhäuser situiert die Architektin im Osten und Westen beim Museum. In punkto Bahnhof See möchte Ziebart neben dem geplanten „Kulturbahnhof“ die gesamte Historische Bahnhofsanlage wieder herstellen. Das beinhaltet den Erhalt und die Freistellung des historisch belegten Hauses des Bahnhofvorstandes (heute ist dort ein Taschengeschäft) durch den Abriss aller Buden. Dort könnte laut Ziebart dann der Tourismusverband einziehen. Das längst abgebrochene Gegenstück zum „Wohnhaus“ auf der anderen Seite des Empfangsgebäudes plant Ziebart mit historischer Gliederung neu zu errichten und dort alles unterzubringen, was an Service rund um den Bahnhof nötig ist wie ein Fahrrad-Verleih oder Abstellgebäude. Die Gleise selbst bleiben parallel zum Gebäude. Mit einer Gleisverlegung wie im Bahnvertrag von 1987 zwischen Stadt und Bahn vereinbart, würde Starnberg seine Identität verlieren, findet die Liberale. Für sie gehört die Gleisanlage, die dem Bahnhofsgebäude Raum und Wirkung lässt, einfach zum historischen Zentrum rund um den Bahnhof See dazu – und sollte deshalb erhalten werden. Schließlich habe sich die Stadt erst ab dem Bau der Eisenbahn (1854) entwickelt, begründet Ziebart diesen Punkt ihrer Planung. Für sie hat das „sorgsame Bewahren unseres Tafelssilbers“ oberste Priorität. „Geht es nach den derzeitgen Planungen der Stadt, müssen hohe Erlöse für die Schifffahrtswiese, die Grundstücke südlich der Ludwigstraße und den Bayerischen Hof erzielt werden“, so die FDP-Stadträtin. Bevor es bei der Bürgerwerkstatt am kommenden Montag zum „Wettstreit der Ideen“ kommt, können sich Interessierte vorab über die sechs neuen Entwürfe zur Seeanbindung informieren. Seit gestern, Dienstag, 16. April, sind die Pläne im Foyer der Schlossberghalle ausgestellt. Andrea Jaksch

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