Seefeld: Der Grünzug bleibt unangetastet

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Seefeld – „Völlig überrascht“ zeigten sich am Mittwoch sowohl die Bürgerinitiative (BI) „Eichenallee“ als auch die Starnberger Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) über die Entscheidung des Seefelder Gemeinderats tags zuvor, den Antrag auf Herausnahme der Fläche an der Eichenallee aus dem regionalen Grünzug zurückzunehmen.

Ziel des Antrages vor einigen Monaten war es, einen alternativen Standort zu sichern, sollte eine Sanierung und Erweiterung der Chirurgischen Klinik Seefeld am derzeitigen Standort nicht möglich sein. Wie berichtet, hatte die BI „Eichenallee“ die Rücknahme dieses Antrags an den Regionalen Planungsverband (RPV) immer wieder gefordert und wurde dabei tatkräftig vom LBV unterstützt. „Bislang wurde immer auf ein laufendes Gutachten zur Klinikerweiterung am alten Standort verwiesen, jetzt konnte es der Gemeinde offenbar nicht schnell genug gehen und ein einfaches Schreiben von Klinik-Chef Thomas Weiler genügte, laut welchem die Erweiterung am alten Standort mit ‚höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit‘ realisiert werden kann“, schreibt die BI in ihrer Stellungnahme und ist der Ansicht, dass die Gemeinde mit ihrer Entscheidung einer Ablehnung ihres Antrags durch den RPV zuvorkommt. Denn in der Beschlussvorlage für die Sitzung am vergangenen Dienstag war auch der Abwägungsvorschlag des RPV aufgeführt: „Eine zweckgebundene Herausnahme aus dem regionalen Grünzug ist nicht möglich. Es wird vorgeschlagen, falls der Flächenbedarf tatsächlich besteht, dann zeitnah eine Lösung zu suchen. Hierbei würden auch die Argumente der Bürgerinitiative Eichenallee berücksichtigt.“ Auch die Einwände des LBV sprechen für den RPV gegen eine beantragte „vorsorgliche“ Herausnahme einer Fläche aus dem regionalen Grünzug. „Wir freuen uns, dass der Gemeinderat den sehr problematischen Antrag auf Herausnahme aus dem Grünzug zurückgenommen hat“, so BI-Mitglied Linda Rüger. „Die Arbeit hat sich gelohnt und die Eichenallee ist gerettet. Damit ist ein zentraler Punkt des Bürgerbegehrens erfüllt.“ Die Forderung des Bürgerbegehrens gehe jedoch tiefer und habe den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes in Seefeld zum Ziel. „Derzeit sind uns keine Projekte bekannt, die den Landschaftsschutz tangieren - eine Eilbedürftigkeit ist somit nicht mehr gegeben“, so BI-Sprecher Ortwin Gentz. „Wir werden die weitere Entwicklung genau beobachten und sind bereit, jederzeit ein neues Begehren zu starten.“ Was das laufende Klageverfahren betrifft, wird die BI nun Rücksprache mit ihrem Rechtsanwalt halten und in Ruhe das weitere Vorgehen beraten. Die Seefelder Klinik war auch kurz Thema der Gilchinger Gemeinderatssitzung am Dienstag. Bürgermeister Manfred Walter eröffnete unter dem TOP „Bekanntgaben“ unter anderem, dass die am Zweckverband Krankenhaus Seefeld beteiligten Kommunen noch auf Jahre hinaus Eigner einer Immobilie (Krankenhaus) sind und auch auf Jahre hinaus an den Kosten beteiligt werden. Von den rund zwei Millionen Euro Schulden müsse Gilching außerdem 18 Prozent tragen. Deshalb werde es so schnell auch keine Auflösung des Zweckverbandes geben, sagte der Rathauschef. sb/pop

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