Am seidenen Faden

Das von Eltern und Politikern gewünschte zweite Gymnasium im westlichen Landkreis hängt an einem seidenen Faden.  Unterschiedlich interpretiert wird nun ein Regierungs-Schreiben. Abgelehnt oder doch nicht?

Während Innings Bürgermeister Werner Röslmair in der jüngsten Ratssitzung von einer klaren Absage für ein zweites Gymnasium berichtete, vermutet Jens Waltermann vom Förderverein Gymnasium Herrsching eine strittige Auslegung. „In dem Schreiben an den Zweckverband weiterführender Schulen lässt sich zwar herauslesen, dass Karin Oechslein, die Ministerialbeauftragte für Gymnasien in Oberbayern West, einem weiteren Gymnasium negativ gegenüber steht. Es kann sich dabei aber nur um ein Missverständnis handeln. Für den 10. November nämlich ist ein neues Gespräch anberaumt worden, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins. Im Übrigen betonte Waltermann, dass man eine Absage ohne Begründung auch nicht akzeptieren würde. „Wir brauchen ein weiteres Gymnasium und werden uns dafür auch weiterhin einsetzen.“ Dass Oechslein in ihrer Stellungnahme „ihre grundsätzliche Ablehnung einer gymnasialen Neugründung in Herrsching aufrecht hält“, erklärte Birger Nemitz, Pressesprecher im Kultusministerium. Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus jedoch habe noch keine abschließende Entscheidung getroffen, „zumal der Zweckverband auch noch keinen Antrag auf Errichtung des Gymnasiums gestellt hat“. Nemitz bestätigte außerdem, dass es weitere Gespräche gibt, um mit Vertretern des Landkreises Starnberg und des Zweckverbandes ein weiteres Vorgehen zu erörtern. Mit eingeladen sind auch Landrat Karl Roth und die jeweiligen Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden. „Es wird dabei die Notwendigkeit eines weiteren Gymnasiums erörtert. Dieses Gymnasium müsste allerdings mindestens dreizügig sein. Außerdem müssen die Auswirkungen auf bestehende Einrichtungen geprüft werden“, betonte Nemitz. Es müsse ferner der Bedarf nachgewiesen werden. Wie berichtet, gibt es eine 117 Seiten dicke Bedarfsanalyse, die dem Kultusministerium am 30. Juli übergeben wurde. Fazit der Befürworter des Gymnasiums: Der Bedarf ist da. Mit großer Bestürzung hat die FDP-Abgeordnete für den Stimmkreis Starnberg, Renate Will, die ablehnende Haltung der zuständigen Ministerialbeauftragten gegenüber der Neugründung eines zweiten Gymnasiums im westlichen Landkreis Starnberg aufgenommen. Die FDP-Abgeordnete sagte: „Ich werde mich im Ministerium dafür einsetzen, dass das zweite Gymnasium kommt. Auch der sehr engagierte Zweckverband muss mit aller Kraft weiter für das Gymnasium kämpfen. Alle Zahlen und Fakten sprechen für diese Verbesserung des schulischen Angebots. Die Übertrittsquote wird weiterhin hoch bleiben. Die Familien im westlichen Landkreis werden deshalb ein Votum des Ministeriums gegen ein neues Gymnasium zu Recht nicht akzeptieren.“ Das Gutachten kann unter www.gymnasium-herrsching herunter geladen werden.

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