"Wir gehören dazu"

Selbstverständliches Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung in der Grundschule Starnberg

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In der Grundschule Starnberg lernen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen und arbeiten an Projekten.

Landkreis – „Der kleine Igel und das große Geschenk“ ist das Thema in der Klasse 1a am Montagmorgen in der Grundschule Starnberg im Grundlegenden Unterricht. Die 23 Schülerinnen und Schüler sind aber nicht alleine in ihrem Klassenzimmer. Mit dabei sind sieben Kinder mit Behinderung aus der Klasse 1e. Diese Klasse gehört eigentlich zur Franziskus-Schule der Lebenshilfe Starnberg, wird aber in der Grundschule Starnberg von ihren Lehrern unterrichtet. Die beiden Klassen sind „Partnerklassen“, das heißt der Unterricht findet in bestimmten Fächern und Projekten zusammen statt.

Wie die anderen Grundschulkinder auch, sollen die Kinder aus der Franziskus-Schule insgesamt vier Jahre die Grundschule Starnberg besuchen. Während des gemeinsamen Unterrichts merkt man nicht, dass es sich um zwei Klassen handelt. Es herrscht eine harmonische Atmosphäre, wie in einem Klassenverbund.

„Wir beziehen die Kinder bei allen Aktionen, bei denen es möglich ist, in das Schulleben mit ein“, so die Rektorin der Grundschule Starnberg, Carina Rescher. „Wie beispielsweise letzte Woche am bundesweiten Vorlesetag. Der Landrat Karl Roth war zu Besuch und las den beiden Klassen das Buch ´Fußballgeschichten vom Franz` von Christine Nöstlinger vor“. Carina Rescher übernahm im Schuljahr 2017/2018 die Schulleitung in der Grundschule Starnberg. Sie hatte bereits Erfahrung mit Partnerklassen und konnte sich schnell für das Thema begeistern, als die Schulleiterin der Franziskus-Schule, Ricarda Friderichs mit der Idee einer Partnerklasse auf sie zukam. „Alle Kinder profitieren von diesem Modell und man spürt die offene Haltung und das Willkommensein in der Grundschule Starnberg“, so Ricarda Friderichs.

Buntes Programm für alle Kinder

Die Studienrätin Simone Schleich und die Heilpädagogische Förderlehrerin Beate Deyerl sind mit einer Pflegekraft und einer Schulbegleiterin vor Ort. „Drei bis viermal pro Woche treffen sich die beiden Klassen zum gemeinsamen Unterricht. Gerade in den Fächern Musik und Kunst wurde schon viel zusammen entwickelt. Am Montagmorgen beginnen wir mit einem gemeinsamen Morgenkreis. Jedes Kind erzählt dann von seinem Wochenende. Am Dienstagvormittag findet eine gemeinsame Yogastunde in der Turnhalle statt, die von der Regierung Oberbayern finanziell unterstützt wird. Darüber hinaus nimmt die Klasse 1e auch an verschiedenen Schulveranstaltungen, wie beispielsweise der Verkehrserziehung, teil. Hier machen die Kinder entsprechend ihrem Leistungsstand mit“, berichtet Simone Schleich.

Modell gibt es seit 2014

Von Seiten der Grundschule Starnberg ist Vivien Hochreither die zuständige Klassenlehrerin der Klasse 1a. Die Lehrkräfte arbeiten eng zusammen und suchen aus den Lehrplänen der beiden Schularten Unterrichtsinhalte heraus, die sich für eine gemeinsame Bearbeitung eignen und planen, wo eine gemeinsame Begegnung mit einem Lerninhalt sinnvoll ist und wo wiederum eine getrennte Weiterbearbeitung notwendig ist, damit jede Schülergruppe auf ihrem Lern- und Leistungsniveau arbeiten kann. „Seit 2014 gibt es dieses Modell schon in der Grundschule Söcking und alle Beteiligten haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Selbstverständlich begegnen sich behinderte und nichtbehinderte Kinder auch in Unterricht und Schulleben“, erklärt Ricarda Friderichs.

Von Kreisbote

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