"Betreutes Wohnen zu Hause" in Gilching versorgt 40 Senioren in ihrem gewohnten Umfeld

Ein Erfolgsrezept feiert 10-Jähriges

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Ziehen an einem Strang: (v.l.) Hans-Günter Förster, sein Vater Günter Förster und Cäcilia McKechnie von Betreuten Wohnen zu Hause.

Gilching – Seit nunmehr zehn Jahren bietet der Sozialdienst Gilching „Betreutes Wohnen zu Hause“ an. Ein Service, den nunmehr 40 Gilchinger Bürger in Anspruch nehmen. Unter ihnen Günter Förster, der einmal wöchentlich „lieben Besuch“ erhält.

Es war Heinrich VIII., der im 16. Jahrhundert für seine pensionierten Offiziere die „Chelsea Pensioners“ in Leben gerufen hat. Reiche Leute zogen sich meist im hohen Alter in ein Kloster zurück, wo sie bis zu ihrem Tode versorgt wurden. Ein besonderes Altenheim jedoch war das „Casa Verdi“ in Mailand, das Giuseppe Verdi für etwa 60 Musiker und Opernsänger gegründet hatte. Im vorigen Jahrhundert entstanden die sogenannten Altenheime, meist auf der grünen Wiese, die sich auch Normalverdiener leisten konnten. Der Begriff Altenheim jedoch wird oft mit „abschieben“ gleich gesetzt. Daher bevorzugen manche Altenheime Bezeichnungen wie „Seniorenresidenz“. Wer jedoch seine letzten Lebensjahre möglichst selbstbestimmt verbringen möchte, der zieht das Betreute Wohnen vor. Der Begriff „betreut“ täuscht. Denn eine Betreuung im ursprünglichen Sinne, egal ob in einer Einrichtung oder im eigenen Heim, findet nur auf ausdrücklichen Wunsch statt. Günter Förster aus Gilching hat „Betreutes Wohnen zu Hause“ vorgezogen und ist rundum zufrieden. „Ich bin noch kein Pflegefall und kann mich weitgehend selbst versorgen“, erklärt der 89-Jährige. Lediglich Spaziergänge außer Haus gehen nicht mehr, da er nach einer Lungen-Embolie am Sauerstoffgerät angeschlossen ist. Einmal die Woche kommt Dagmar vom Sozialdienst vorbei, um sich nach dem Befinden zu erkundigen. Sohn Hans-Günter Förster wohnt mit im Haus, ist aber tagsüber als Software-Ingenieur bei BMW beschäftigt. „Wir haben mit dem Sozialdienst einen Optionsvertrag, den wir unbürokratisch erweitern können“, erklärt der 58-Jährige. Im Angebot ist unter anderem der Fahrdienst, eine Haushaltshilfe, der Winterdienst und, wenn Bedarf besteht, auch mal die Pflege. „Als wir vor zehn Jahren angefangen hatten, waren es vier Mitarbeiter und zehn Personen, die durch uns betreut wurden. Wir dachten, die Obergrenze liegt bei 20 Personen, die diesen Service in Anspruch nehmen werden. Da hatten wir uns aber getäuscht“, sagt Cäcilia McKechnie, Leiterin von Betreutes Wohnen zu Hause. Derzeit stehen auf der Liste 40 „Kunden“, mit Trend nach oben. Sie werden von mittlerweile 40 Mitarbeitern, davon viele Teilzeitkräfte, betreut.

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