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So soll das neue Feuerwehrhaus in Feldafing aussehen

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Von: Petra Straub

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So soll der Neubau des Feuerwehrgebäudes am alten Feldafinger Rathaus in der Bahnhofstraße positioniert werden.
So soll der Neubau des Feuerwehrgebäudes am alten Feldafinger Rathaus in der Bahnhofstraße positioniert werden. © Dasch Zürn + Partner

Feldafing – Feldafing braucht ein neues Feuerwehrhaus. Als Standort hat sich der Gemeinderat mehrheitlich für das Areal am alten Rathaus (Villa Maria) ausgesprochen. Der Villen-Anbau, in dem sich derzeit unter anderem eine Gaststätte befindet, soll dafür abgebrochen werden. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte ein Planungsbüro im Rahmen einer Machbarkeitsstudie drei mögliche Bauvarianten vor. Wie sich die Gemeinderatsmitglieder und die Feuerwehr zu den vorgestellten Bauvarianten äußern.

Von insgesamt sieben Entwürfen zeigt Sebastian Kittelberger vom Architekturbüro Dasch Zürn + Partner in Stuttgart drei favorisierte Bauformen. Der Präsentation sind Vorgespräche mit der Gemeinde vorangegangen, so Kittelberger. Dabei habe die Kommune ihre Wünsche geäußert. Sein Büro hat sich auf die Planung von Feuerwehrgebäuden spezialisiert , zahlreiche solcher Bauten wurden bereits realisiert. „Es gibt Normen, doch jede Feuerwehr tickt anders“, sagt er in Feldafing und geht sogleich auf die Besonderheit der örtlichen Feuerwehr ein. „Das Miteinander ist hier von zentraler Bedeutung“, man wolle mit dem neuen Gebäude nicht nur funktionale Aspekte berücksichtigen, sondern auch „neue, junge Leute anlocken“. Zudem werde Wert auf eine gute Außenwirkung des Neubaus an zentraler Stelle gelegt.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ist der Standort bestimmt worden, blickt Kittelberger zurück. Über die laufenden Bemühungen einer Personengruppe im Ort wird bei der Sitzung nicht gesprochen. Sie ist gegen den Bau an der Villa, weil sie den Anbau mit der Gaststätte als Treffpunkt erhalten möchte. Auf dem 3.356 Quadratmeter großen Gelände mit dem 230 Quadratmeter großen alten Rathaus soll das Feuerwehrhaus entstehen, wobei die schmucke Villa weiterhin als solche zur Wirkung kommen soll. Kittelberger erklärt die Raumnutzungen und eine mögliche Raumanordnung „für schnelle und kollisionsfreie Abläufe“ und spricht auch geplante Lärmschutzmaßnahmen an.

Gemeinderatsvotum für ein freistehendes Feuerwehrhaus

Neben einer freistehenden Variante mit einem Neubau von 947 Quadratmetern (Variante 1) stellt der Planer einen Anbau an das alte Rathaus mit 848 Quadratmetern Fläche vor, bei dem das alte Rathaus in den Bestand integriert wird (Variante 2). Sowie eine 3. Variante, bei der das neue Feuerwehrgebäude lediglich baulich ans alte Rathaus angrenzt, dieses jedoch nicht genutzt wird. Alle Varianten enthalten die modernen Einrichtungen einer Feuerwehr und im Obergeschoss einen Aufenthaltsbereich für Schulungen, die Jugend und Gemeinschaftspflege. „Da darf man nicht sparen“, so Kittelberger, schließlich sei eine Feuerwehr für einen Ort Gold wert.

So könnte die Südseite aussehen. Eine Fassaden- und Dachlösung gibt es noch nicht für das neue Feuerwehrhaus in Feldafing. Die Kubatur war nicht Grundlage der in Auftrag gegebenen Studie.
So könnte die Südseite aussehen. Eine Fassaden- und Dachlösung gibt es noch nicht für das neue Feuerwehrhaus in Feldafing. Die Kubatur war nicht Grundlage der in Auftrag gegebenen Studie. © Dasch Zürn + Partner

Was für die Bürger interessant sein dürfte ist der Aspekt, dass der Planer im Untergeschoss auch Lagerräume für die Gemeinde ausweist. Denn diese gibt es aktuell auch im Gaststättenanbau. Sie werden unter anderem von Vereinen genutzt. Durch die geplante Vollunterkellerung sei auch die Integration eines Schützenstandes möglich, so Sontheim auf Nachfrage von Gemeinderatsmitglied Sibylle Härtl (Bündnis 90/Die Grünen). Auch dieser befindet sich aktuell im Villen-Anbau.

Durch das Einbeziehen des Altbaus in Variante 2 könnte ein zentrales Foyer und eine Dachterrasse entstehen. Doch die Aufteilung sei bei dieser Variante mit unterschiedlichen Geschosshöhen nicht ideal, so Kittelberger.

Gebäude-Variante 3 ordnet sich optisch der benachbarten Rathaus-Villa unter

Es ist Variante 3, die allen am besten gefällt. Auch der Planer favorisiert diese Ausführung. Das Gebäude werde im Gegensatz zu Variante 1 leicht von der Villa weggedreht, um das Grundstück optimal auszunutzen und dem denkmalgeschützten Altbau optisch nicht zu schaden. Die Dachgestaltung ist noch offen. Vom Sattel- ober das Pult- bis hin zum Flachdach ist laut Kittelberger alles möglich. Mit einer entsprechenden Gestaltung könne man die Alleinstellung des alten Rathauses weiter verbessern. Bürgermeister Bernhard Sontheim und die Mehrheit des Gemeinderats sprachen sich mit zwei Gegenstimmen für Variante 3 aus . Feuerwehrkommandant Dirk Schiecke erhielt die Möglichkeit, sich zur Planung zu positionieren. Dass das neue Feuerwehrhaus „so schnell wie möglich“ realisiert wird, hat für ihn Priorität. Obwohl er Variante 3 bevorzugt, äußert er sich kritisch zu einer möglichen gemeinsamen Nutzung. „Wir wollen die Räume an unsere Nutzung anpassen“, sagte er. „Wenn Du jemand anderen auf dem Grundstück hast, ist der Ärger vorprogrammiert.“ Wissen möchte der Kommandant auch, ob es bei der jetzigen Nutzung der Villa Maria durch verkehrsarme Mieter bleibt, was der Bürgermeister in Aussicht stellt. Beide im Gebäude beherbergten Parteien seien nicht publikumsintensiv und hätten den Wunsch geäußert, im Gebäude zu bleiben.

Ein großes Lob für die Feuerwehr Feldafing nach der Sturmschaden-Beseitigung

Bevor sich der Gemeinderat mit einer Gegenstimme für den Neubau eines Feuerwehrhauses auf dem Gelände ohne die Einbeziehung der alten Rathaus-Villa ausspricht und mit zwei Gegenstimmen für die Variante 3, äußert Gemeinderat Matthias Schremser (CSU) seine Freude darüber, dass die Realisierung des Feuerwehrhauses an dieser Stelle grundsätzlich möglich sei. Weiter drückt er seine Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr aus, die in der Nacht vor der Gemeinderatssitzung wegen Sturmschäden zwölf Einsätze gehabt habe. „Wir wollen gegenüber der Feuerwehr unsere Wertschätzung zeigen und das Ehrenamt fördern“, so Schremser.

Das Ratsgremium beauftragte den Planer damit, im Plan die Minimalvariante zu kennzeichnen und so darzustellen, dass die geplante Variante weit darüber hinausgeht und optimale Bedingungen zur Ausübung des Ehrenamts bietet.

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