SPD soll sich verjüngen

Der neue Herrschinger SPD-Ortsvorsitzende heißt Michael Dehnert. Er übernimmt das Amt von Werner Odemer, der ihm in Zukunft als Stellvertreter zur Seite stehen wird. Als die vorrangigsten Ziele nannte der frischgebackene Vorsitzende ein fahrradfreundlicheres Herrsching und eine Verjüngung der Partei. Im „Platzhirsch“ in Breitbrunn verabschiedeten die Genossen mit 14 zu einer Stimme außerdem eine Resolution an den Bundesvorstand, in der sich der Ortsverein gegen einen Beschluss des Parteirats ausspricht, der eine Zusammenarbeit mit der Linken auf Bundeseben ablehnt.

Dazu erklärte der scheidende Vorsitzende Werner Odemer, „entscheidend ist, passt das mit unserem Parteiprogramm zusammen oder nicht“. Wie Antragsteller Wolfgang Schief erklärte, könne es nicht sein, dass „jede Zusammenarbeit, Duldung oder Tolerierung mit den Linken von vorne herein ausgeschlossen ist“. In Schiefs Schreiben an die Bundespartei heißt es unter anderem, der Ortsverein Herrsching halte es „gänzlich falsch“, einen Abgrenzungsbeschluss zur Linkspartei in das SPD-Wahlprogramm für 2009 zu verankern. Zuvor müsse man sich auf jeden Fall inhaltlich mit den Linken beschäftigen, ist sich der ehemalige langjährige Gemeinderat sicher. „Wir können nicht sagen, die interessieren uns nicht und eine Kooperation kategorisch ablehnen“, sagte Schief. Das Beispiel Hessen würde deutlich machen wie groß die Gefahr sei, wortbrüchig zu werden, falls man um eine Zusammenarbeit nicht herum käme. Für die Herrschinger Genossen steht fest: Der Umgang mit den Linken und die thematische Überschneidung könnte sich langfristig zu einer Überlebensfrage für die SPD entwickeln. Für mehr Phantasie warb Michael Bajorat und forderte, um jeden von der SPD Abgewendeten zu kämpfen. Das dies unbedingt notwenig sei, so Bajorat, beweise die jüngste Wahl: Mindestens 50.000 SPD-Stimmen seien zur Linkspartei gewechselt. Um schneller auf Themen oder Probleme in der Kommune reagieren zu können, haben die Sozialdemokraten einen elektronischen Kummerkasten eingerichtet. Unter info@spd-herrsching.de können Wünsche und Anregungen mitgeteilt werden. Schließlich wolle man mehr Einmischung in der Kommunalpolitik aus den Reihen der Bevölkerung erreichen, lautete der einstimmige Tenor. Werner Odemer erklärte seinen Rückzug von der Spitze des Ortsverbands damit, dass er zum einen bereits Sprecher der Gemeinderatsfraktion sei und zudem noch zum Dritten Bürgermeister gewählt wurde. Außerdem ist Odemer als selbständiger Unternehmensberater viel unterwegs. Die nächste Zeit wird die Herrschinger SPD verstärkt ihr Augenmerk auf die Entwicklung des Bahnhofareals, der Gestaltung des Seewinkels und der Ortsentwicklung richten. Und natürlich will man weitere Mitglieder werben. Die heute 48 Herrschinger Genossen freuen sich über neue Gesichter, hieß es auf der Versammlung, vor allem über jüngere. po

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