"Die Folgen sind unabsehbar"

Sozialausschuss stimmt für Verhütungsmittel-Fonds im Landkreis Starnberg

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Der Sozialausschuss stimmte für einen Verhütungsmittel-Fonds im Landkreis Starnberg.

Landkreis – Bei Beratungen sind Familien- und Sozialämter immer wieder mit ungewollten Schwangerschaften von Frauen in sozialen Notlagen konfrontiert. Auch im Landkreis sei das Problem bekannt, betonte vor dem Kreis-Sozialausschuss die Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg. Abhilfe könnte ein Verhütungsmittel-Fond leisten.

Sophie von Wiedersperg schilderte am Dienstag eindringlich die Folgen für die von einer ungewollten Schwangerschaft betroffenen Frauen und deren Kinder. „Die Frauen sind verzweifelt, bisweilen depressiv, eine ungewollte Schwangerschaft tut den Müttern nicht gut und den Kindern auch nicht“, so ihr Appell für den rund 20.000 Euro starken Fond.

Aber auch die Kosten führte von Wiedersperg an. Diese seien für die Nachsorge der Frauen und später für die Jugendhilfe deutlich höher, als für Verhütungsmittel. Der Gesetzgeber ist bereits seit längerem aus der Finanzierung ausgestiegen, seit 2004 gibt es kein Geld mehr für Frauen über 20 Jahren. Durch die „Hartz VI“-Reform gibt es seit 2005 auch über die Sozialhilfe keine Mittel mehr. Meist geht es um Beträge bis 100 Euro, für eine Alleinerziehende oder für eine Leistungsbezieherin in der Regel kaum bezahlbar. Ein Diaphragma würde rund 100 Euro kosten, eine Spirale etwa 300 Euro. Verhütungsmittel wie Kondome oder die Pille würden von der öffentlichen Hand nicht finanziert, die Möglichkeiten des Betrugs seien zu hoch, schilderte von Wiedersperg.

„Ein normales Sexualleben hat etwas mit Menschenwürde zu tun“, betonte Dr. Wolfgang Weber-Guskar (FDP), der jedoch die Krankenkassen in der Pflicht sieht, die Kosten zu tragen. Ute Nicolaisen-März (CSU) zeigte sich betroffen, „das müssen wir auf jeden Fall unterstützen“. Was auch Bernhard Sontheim (Freie Wähler) so befand: „Das ist eine ernste Angelegenheit.“ Ohne große Debatten beschloss die Runde einstimmig die Einrichtung des Fonds zum 1. Januar 2019 – bis es zu einer gesetzlichen Regelung kommt.

Von Oliver Puls

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