Finanzielle Entlastung

Soziale Gerechtigkeit im Landkreis Starnberg - Bedürftige, Obdachlose und pflegende Angehörige erhalten FFP2-Masken kostenfrei

FFP2 Masken Landratsamt Starnberg
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Seit Kurzem gilt in Bayern eine FFP2-Maskenpflicht beim Einkauf und im Nahverkehr. Für sozial Schwache ist die Beschaffung der speziellen Mund-Nasen-Bedeckungen ein teurer Spaß. Die bayerische Staatsregierung hat deshalb über drei Millionen solcher Masken an die Landkreise und Städte weitergeleitet, damit sie diese an Betroffene verteilen können. Im Starnberger Landratsamt ist man schon fleißig mit der Versendung der kostenlosen Masken beschäftigt.

Landkreis - Seit dieser Woche gilt im gesamten Freistaat und damit auch im Landkreis Starnberg im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkauf die Pflicht eine FFP2-Maske zu tragen. Hinter der eingeführten Regelung steht der Gesundheitsschutz der Allgemeinheit. Allerdings sind derartige Masken weitaus teurer als herkömmliche, im Handel erhältliche, Mund-Nasenbedeckungen. Besonders für sozial schlechter gestellte Personen ist die Anschaffung solcher Alltagsutensilien ein kostspieliges Vergnügen. Sozialverbände haben dementsprechend kurz nach Bekanntgabe der Maßnahme Alarm geschlagen. Auch im Landkreis Starnberg. Zu Wochenbeginn kam dann die Überraschung. Die bayerische Staatsregierung stellt über zwei Millionen FFP2-Masken für Bedürftige im Freistaat zur Verfügung. 

Wenige Tage später vermeldete dann auch das bayerische Gesundheitsministerium, dass es eine Million FFP2-Masken für pflegende Angehörige kostenlos bereitstellt. Die Auslieferung an die Landkreise und freien Städte ist bereits im Gange. „Die Masken sollen so rasch wie möglich an die Bedürftigen ausgegeben werden. Das Wichtigste ist, dass alle Menschen schnell die Schutzausrüstung bekommen, die sie brauchen“, betont Bayerns neuer Gesundheitsminister Klaus Holetschek. 

Das Landratsamt Starnberg hat unlängst eine Lieferung der entsprechenden FFP2-Masken erhalten. Diese werden nach und nach den entsprechenden Empfängergruppen übergeben, wie die Pressestelle des Landratsamtes bekannt gab. Damit die Masken auch bei den Betroffenen angekommen, hat das Landratsamt die Caritas Starnberg sowie die lokalen Tafeln in das organisatorische Prozedere mit einbezogen. „Wir sind sehr glücklich, dass das Problem erkannt wurde und das man an die Bedürftigen gedacht hat“, freut sich Ulrich Walleitner, Geschäftsführer des Caritasverbandes Starnberg. 

Obdachlose Menschen im Landkreis Starnberg erhalten die FFP2-Masken von der zuständigen Caritas-Fachstelle für Menschen ohne festen Wohnsitz. Der im Landratsamt Starnberg angesiedelte Fachbereich Sozialwesen sendet die partikelfilternden Halbmasken über den Postweg an folgende Personengruppen: Leistungsbezieher von Sozialhilfe nach dem SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung), Leistungsbezieher von Asylbewerberleistungen sowie Empfänger von Kriegsopferfürsorgeleistungen.

Bezieher der vom Freistaat kostenlos zur Verfügung gestellten FFP2-Masken sind auch Bedürftige. „Bedürftig sind grundsätzlich die Empfänger von Grundsicherungsleistungen (Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII, Hilfe zum Lebensunterhalt) sowie Obdachlose und Nutzer von Tafeln“, erklärt das Landratsamt Starnberg. Zunächst ist vorgesehen, dass besagte Personengruppen fünf Schutzmasken erhalten. Dies gilt für Betroffene ab 15 Jahren. Die örtlichen Tafeln werden Personen, die nicht in die entsprechenden Leistungsklassen fallen, jedoch über ein geringes Einkommen verfügen, mit FFP2-Masken versorgen. Gute Nachrichten gibt es auch für alle pflegenden Angehörigen im Landkreis Starnberg. Das bayerische Gesundheitsministerium stellt rund eine Million kostenloser FFP2-Masken zur Verfügung.

Der Verteilungsschlüssel für die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte erfolgt hierbei nach der Anzahl der Einwohner. Für den Landkreis Starnberg sind 10.400 solcher spezieller Schutzmasken vor Kurzem beim Landratsamt angekommen. Sie wurden an die jeweiligen Gemeinden des Landkreises sowie die Stadt Starnberg verteilt. Pflegende Angehörige können die Masken seit Freitag, 22. Januar, in den örtlichen Rathäusern abholen.

Mit der Verschärfung der Maskenpflicht will die bayerische Regierung die Infektionsgefahr deutlich reduzieren. „Wir müssen alles dafür tun, die Infektionszahlen dauerhaft zu senken. Gerade mit Blick auf die offenbar deutlich ansteckenderen Virus-Mutationen können FFP2-Masken hier einen zentralen Beitrag leisten“, so Bayerns Gesundheitsminister Holetschek. Der bestehende Lockdown wurde diese Woche von Bund und Ländern bis zum 14. Februar verlängert. 

Florian Ladurner

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