Bildungsregion in Bayern

Gebildeter Landkreis Starnberg

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Die Freude am Dienstagabend war bei Landrat Karl Roth (Mitte) groß. Er hält die von Kultusminister Ludwig Spaenle (l.) überreichte Messingtafel zum Gütesiegel „Bildungsregion in Bayern“ stolz in Händen. Regierungspräsident Christoph Hillenbrand gratulierte Roth.

Landkreis – Der Landkreis Starnberg ist seit Dienstag eine Bildungsregion in Bayern. Kultusminister Ludwig Spaenle überreichte Landrat Karl Roth das Gütesiegel und lobte die Anstrengungen, die alle Beteiligten in den vergangenen Jahren unternommen haben.

„Heute ernten wir die Früchte unserer dreijährigen Bemühungen“, begrüßte Roth im großen Sitzungssaal im Landratsamt rund 100 Vertreter von Schulen, Kindertagesstätten, Bildungsträger, Arbeitsagentur, VHS, gfw, Mitglieder der Arbeitskreise sowie des Bildungsrates. Die Verleihung des Gütesiegels sei laut Roth schlicht die Konsequenz der zurückliegenden Arbeit. Denn, im Landkreis gibt es alle Schultypen, eine FOS/BOS ist in Planung, zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten ergänzen das so gut wie flächendeckende Bildungsangebot. Am Anfang stand der Antrag von CSU-Bezirks- und Kreisrat Harald Schwab, der einen Überblick über alle Bildungseinrichtungen und Schultypen im Landkreis haben wollte. Es folgte die Bewerbung für das Gütesiegel „Bildungsregion in Bayern“ mit einer großen Auftaktveranstaltung in der Starnberger Schlossberghalle im September 2013. Danach formierten sich die fünf Arbeitskreise, ergänzte Corinna Schmidt-Kaiser, die als regionale Ansprechpartnerin zur Bildungsregion fungiert. 140 Teilnehmer gabs beim ersten Dialogforum im Januar 2014, das zweite folgte dann im Mai 2015. Insgesamt 35 Mal kamen die Arbeitskreise zu ihren Sitzungen zusammen. „Wir haben unglaubliche Datenmengen gesammelt“, beschrieb Jugendamtsleiterin Rosemarie Merkl-Griesbach. Die unterschiedlichen Akteure auf dem Bildungssektor konnten sich so erst richtig vernetzen, schilderte Merkl-Griesbach, „der Landkreis ist dadurch näher zusammengerückt“. Allerdings fehlt bislang eine sechste Säule, die in den nächsten Monaten wohl gebaut werden wird. Durch die hohe Zahl an Flüchtlingen mit Bleibeperspektive bekommen die Sprachförderung und der Ausbildungssektor eine ganz andere Bedeutung. Ein vom Landkreis gewünschter Bildungsrat, der für die nächsten zwei Jahre vom Leiter des Kempfenhausener Landschulheims Martin Liebl geführt wird, soll sich unter anderem um Integration und Förderung der neuen Mitbürger kümmern. Für Ludwig Spaenle bestand kein Zweifel, dass der Landkreis Starnberg bei einer Übertrittsquote von 60 Prozent und mehr auf weiterführende Schulen das Gütesiegel erhalten wird. Und daher ließ er es bereits im vergangenen Jahr fertigen, wie wenig später ein überraschter Landrat Roth feststellen durfte. Vor allem den „Tag der Ausbildung“ lobte der Kultusminister. „Den Tag, den hab ich mir gemerkt“, bekannte Spaenle. „Diesen Tag mit dem Buß- und Bettag in einen Sinnzusammenhang zu bringen, daran sollte niemand mehr rütteln.“ Stellvertretend für alle seine Bürgermeisterkollegen nahm der Herrschinger Rathauschef Christian Schiller die Tafel entgegen. „Die nächste Station heißt in Herrsching Gymnasium“, hob Roth das nächste Großprojekt in Sachen „Bildungsregion in Bayern“ hervor. po

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