Sparen durch Frühbucherpreis

Die ehemalige Bushalle an der „Park & Ride“ Anlage soll zum Streusalzlager des Bauhofes umfunktioniert werden und so helfen, Geld zu sparen. Foto: Jaksch

Die ehemalige Bushalle an der „Park & Ride“ Anlage bleibt erhalten – als unverzichtbares Streusalzlager des Bauhofs. Über das im Außenbereich liegende und laut Heinrich Reiter (Freie Wähler) „optisch alles andere als zur Verschönerung des Ortsbildes beitragende“ Häuschen musste sich jüngst das Ratsplenum den Kopf zerbrechen.

Ausgangslage: Ein Abbruch würde jegliche Baurecht erlöschen lassen, eine Neubeplankung Geld kosten. Thomas Parstorfer, Bauhofreferent des Gemeinderats, rechnete vor, warum man keinesfalls auf die etwas marode einstige Bus-halle verzichten dürfe: Dort könne man nämlich „zum Frühbucherpreis von nur 85 Euro pro Tonne angekauftes Streusalz“ prima lagern, ebenso Splitt, und zwar „bis zu 100 Tonnen“, so Parstorfer. „Wir brauchen diese Lagerkapazität dringend – sie bringt 15.000 Euro Ersparnis im Jahr!“ Wer nicht einlagern können, müsse den aktuellen Streusalzpreis von 180 Euro berappen, argumentierte der Traubinger CSU-Gemeinderat, der sich vor seiner flammenden Rede mit dem Bauhof-Chef Heiß besprochen hatte. Der Leiter des gemeindlichen Bauamts, Klaus Menzinger, brachte noch einen anderen Aspekt in die Debatte ein, der klar gegen einen Abriss der Halle sprach: An der P&R-Anlage sei bereits seit dem Planfeststellungsbeschluss von 1988 „kein Durchgangsverkehr“ vorgesehen – man solle sich also von der Idee verabschieden, hier ohne „Bushalle“ fließenden Verkehr erzeugen zu wollen. Bürgerschutz habe Priorität, dies sei schon damals auf Grund von Anwohner-Protesten mit in die Unterlagen und in einen Ratsbeschluss von 1985 eingeflossen, so Menzinger. Zudem müsste für Begegnungsverkehr die Straßenbreite auf Standard erweitert werden, man hätte hierfür 30 Parkplätze zu opfern und an anderer Stelle zu ersetzen. Die benötigten Flächen müsste auch noch die Gemeinde erwerben. Nach diesem Vortrag waren sich die Räte rasch einig, dass man den „Rattenschwanz von Konsequennzen“ (Heinrich Reiter, FW) zu meiden und die weitaus kostengünstigere Variante einer „Neubeplankung“ der einstigen Bushalle zu wählen hatte - die Verwaltung soll nun ein entsprechendes neues Angebot einholen. „Das ist auf jeden Fall die billigste Lösung, wenn man sieht, was wir andernfalls los treten würden“, meinte Thomas von Mitschke-Collande (CSU). Marlene Greinwald (Freie Wähler) merkte kritisch an: „Wenn wir so weiter machen mit dem Steusalz, brauchen wir bald keinen Gewässerentwicklungsplan mehr.“

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