Aus Sparkasse Wörthsee wird ein Dorfladen

Eröffnungstermin fehlt noch

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Hanna Weber ist Vorsitzende von „WIR – Wörthsee Isst Regional“ und freut sich über die Fortschritte beim zukünftigen Dorfladen.

Steinebach – Geplant war die Eröffnung des Wörthseer Dorfladens im März oder April dieses Jahres. Wie sooft kam es dann aber doch anders, als man plant. Einen festen Termin oder auch nur eine Prognose für den Tag, wenn sich die Türen des Ladens öffnen, möchte Hanna Weber nicht abgeben. Aber hinter den Kulissen tragen die Arbeiten der Ehrenamtlichen erste Früchte: Seit einer guten Woche ist der Raum – außer dem Bankautomat, der bleibt – leergeräumt, sodass im Dezember Wasserleitungen und ein neuer Boden verlegt oder Türen gesetzt werden können.

Der endgültige Mietvertrag sollte auch bald unterschrieben sein, so Hanna Weber. Mit Prognosen hält sie sich zurück. Zu oft musste der Eröffnungszeitpunkt nach hinten verschoben werden. Entsprechend schimpfte ein Besucher der jüngsten Bürgerversammlung – „wollten die nicht im Frühling eröffnen“ – nachdem Bürgermeisterin Christel Muggenthal über Fortschritte berichtet hatte. Sie seien eben Laien mit vielen Ideen, erklärt Weber. Und aus Ideen resultierten Anforderungen und diese brächten Genehmigungen mit sich.

Etwa das integrierte kleine Café als Treffpunkt für die Wörthseer. „Dafür benötigen wir eine Ausschank-Konzessionen.“ Oder die Auflagen der Lebensmittelüberwachung. „Je tiefer man in das Thema einsteigt, desto mehr wird’s.“ Das Gespräch unserer Zeitung findet bei der Sozialpädagogin zu Hause statt. An einer Pinnwand hängen Presseartikel und Bilder, die seit Projektstart vor fast vier Jahren entstanden sind, an einer anderen Wand Kärtchen mit Gedankenfetzen der Mitwirkenden. Hier trifft man sich ein bis zwei Mal wöchentlich nach der Arbeit. Mit Arbeitsgruppen haben sie sich organisiert. Ein paar kümmern sich um den Umbau und die Inneneinrichtung, andere haben das zukünftige Sortiment im Blick, und wieder andere übernehmen die Öffentlichkeitsarbeit.

Angebot auf Wünsche der Kunden anpassen

Kürzlich zeigte ein Coach den Beteiligten, wie man etwa mit einem Aufgabenboard das Wesentliche nicht aus den Augen verliert und die Ideen strukturiert. Ein paar regionale Lieferanten habe man schon gefunden, so Weber. Wobei sie lieber von „lokal“ spricht. Wie der Honig von Imkern aus der Gegend oder hausgemachten Marmeladen. Füllen sollen die Regale biologische und konventionelle Waren. 

Konkurrenz von „Feneberg“, der Supermarkt mit regionalen Lebensmitteln, der hinter dem ehemaligen Tengelmann bauen könnte, befürchten die Initiatoren nicht. „Wir sind super flexibel und können unser Angebot immer den aktuellen Bedürfnissen der Kunden anpassen.“ Im Übrigen liege der Fokus auch auf sozialen Aspekten etwa für Senioren. Für später angedacht ist auch eine Tageskarte mit Zutaten aus dem Laden. „Wegwerfen wollen wir nichts.“ Geöffnet wird voraussichtlich durchgehend. „Wir sind ein tolles Team“, freut sich Weber. 80 Prozent seien von Anfang an dabei und es kämen immer wieder neue Mitstreiter dazu. Dank ihnen wird das Rot, das das Gebäude momentan noch als Sparkasse kennzeichnet, voraussichtlich demnächst durch blaue, grüne oder gelbe Schriftzüge des „Dorfladen Wörthsee“ ersetzt. So schnell wie möglich eben.

Infos gibt‘s unter www.dorfladen-woerthsee.de.

Von Michele Kirner

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