Größte Investition in der Gemeinde

Spatenstich für neue Weßlinger Grundschule

Weßling Schule
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Was lange währt: Der Spatenstich für die zentrale Grundschule in Weßling eröffnete offiziell den Bau.

Weßling -  30 Jahre lang gab es Diskussionen, debattierten Befürworter und Gegner über den Bau einer zentralen Schule. Damals sah es nicht so aus, als ob das Projekt jemals umgesetzt wird. Und jetzt ist es so weit: Ab dem Osterwochenende rollten die Bagger am Meilinger Weg. Nur ein paar Tage später fand der offizielle Spatenstich für den Bau der neuen Grundschule in Weßling statt. Kosten wird das Ganze mindestens 15 Millionen Euro und ist damit „die größte Investition, die Weßling je gemacht hat“, sagte Bürgermeister Michael Sturm.

 Aus einem Impuls heraus schnappte sich Sturm eine Schaufel und stürmte den Gipfel des Haufens, den Bagger im Vorfeld auf dem Areal neben der Turnhalle des SC Weßling zusammengeschoben hatten. Mehr oder weniger geschickt taten es ihm die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen Klaus Ebbinghaus (SPD), Peter Weiß (FW), Andreas Lechermann (CSU), Sebastian Grünwald (Grüne), Schulleiterin Maria Streifinger und Planer Thomas Hess nach. Nicht jedes Schuhwerk war für den Aufstieg geeignet, aber das trübte in keiner Weise die Freude der Beteiligten, die sichtlich vergnügt den Haufen Erde in die Luft warfen.

Seit ich im Gemeinderat bin, ist der Bau der neuen Grundschule ein Thema“, sinnierte Sturm. Er wirkt seit gut 19 Jahren in der Ratsrunde für die Freien Wähler Weßling mit. Dementsprechend soll es Ende 2016 aus seinem Vorgänger Michael Muther in einer Sitzung herausgebrochen sein: „Die neue Schule erleben meine Enkel nicht mehr.“

Daran erinnert sich Roland von Rebay noch sehr gut, er leitet das Schulprojekt ehrenamtlich. Muthers Ausruf brachte den Stein ins Rollen. Denn schon wenig später setzte sich die Schulhausgruppe wieder zusammen, und die Planung der Einrichtung war wieder voll im Gange.

In jede Phase war Grundschulrektorin Maria Streifinger involviert, die an diesem sonnigen Tag gut gelaunt vor der Presse stand. Vergessen schienen all die Diskussionen um die optimale Beschaffenheit des Bodens, die Kücheneinrichtung, Dachvorstände oder die Außengestaltung. Der symbolische Baubeginn war für viele ein Lichtblick für „unsere Schule auf Rädern“, wie Streifinger die beiden Bildungseinrichtungen in Oberpfaffenhofen und Weßling nannte. „Derzeit gehen die Weßlinger Kinder zu Fuß in die Turnhalle oder in die Mittagsbetreuung, und die Oberpfaffenhofener fahren im Bus dorthin“, erläuterte Streifinger. „Zentral können die Ressourcen besser genutzt und die Aufgaben besser auf die Lehrkräfte verteilt werden“, fuhr die Rektorin fort. Streifinger kam angesichts des Neubaus gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Sie deutete auf die nach Nordosten ausgerichtete Baugrube, wo „die Werkräume“ entstehen. „Es gibt einen Kreativbereich für die Nachmittagsbetreuung wie einen Musik- und einen Theaterraum“, erklärte sie. „Im ersten Stock ist der Kernlernbereich, das ist der Ruhebereich“, fuhr sie fort. „Der Außenbereich ist gut erreichbar“, klinkte sich Sturm ein, bevor er die Notwendigkeit der zentralen Grundschule hervorhob. „Allein der Ganztagsunterricht ist aktuell nicht praktizierbar, weil unter anderem keine Kantine vorhanden war.“

Fortan sollen auf einer Nutzfläche von 3300 Quadratmetern ab Ende des Schuljahres 2022/23 erst mal rund 240 Schulkinder unterrichtet werden. „Wir haben beim Bau Luft drin gelassen“, erklärte Sturm und verwies auf insgesamt 300 Grundschülerinnen und Grundschüler, die in zwölf Klassen in die 65 bis 75 Quadratmeter großen Schulzimmer einziehen. „Die Räume sind größer als die Norm“, so Sturm. Und mit fünf Metern auch höher .Architektonisch auf das sogenannte Lernhauskonzept ausgerichtet sind die Klassenzimmer einer Jahrgangsstufe jeweils durch sogenannte Marktplätze verbunden. „Das sind große Räume, die für vielfältige Lernformen und pädagogische Arbeit zur Verfügung stehen“, heißt es in einer Beschreibung über die Schule. Auch könnte die Schule „bei Bedarf in Richtung Westen erweitert werden“.

Die Nutzung der nach dem Umzug neben Weßlings Turnhalle leer stehenden Schulhäuser in Oberpfaffenhofen und Weßling ist noch unklar. Der ehemalige Bürgermeister sprach sich für betreutes Wohnen beziehungsweise Tagespflege aus. Auch an anderen Ideen fehlt es nicht. Was genau damit passiert, ist aber noch offen .Eine Stunde nach dem Spatenstich leerte sich der Bauplatz wieder. Die Weißwürste und der Schluck Bier fielen pandemiebedingt aus. Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, hofften die Anwesenden auf ein bayerisches Frühstück am Richtfest.

 Michèle Kirner

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