Spatenstich für den Neubau der Gautinger Tafel

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Gauting – Gegründet am 15. November 2006 von 13 Bürgern steht sie seitdem für Hilfe in der Not: die Gautinger Tafel. Noch ist die Ausgabestelle am Krapfberg 5 installiert, doch die Kapazität dieses Standortes ist sowohl was die Logistik als auch die Lagerflächen betrifft komplett ausgereizt. Diese Probleme werden Ende des Jahres jedoch gelöst sein, denn am vergangenen Dienstag startete mit dem Spatenstich der Bau der neuen Tafel direkt neben der Gautinger Insel.

„Dieser Neubau ist eine Herzensangelegenheit und ein wichtiger Beitrag zum sozialen Miteinander“, sagte Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger. Tonnen von Lebensmitteln seien seit der Gründung von der Tafel ausgegeben worden. Die Arbeit der Gautinger Tafel stehe ganz im Zeichen von gelebter Solidarität und Hilfsbereitschaft. „Aber es gibt dort nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Zuspruch und tatkräftige Hilfe“, sagte Kössinger und betonte: „Jeden von uns kann ein Schicksalsschlag treffen, so dass er auf Hilfe angewiesen ist.“ Der alte Standort stelle das Tafel-Team allerdings immer wieder vor Herausforderungen. „Durch den Bau setzt die Gemeinde ein Zeichen“, lobte Tafel-Vorsitzende Monika Fliedner. „Schon seit der Gründung erfahren wir großzügige Unterstützung wie durch die jährliche Sammelaktion der Jungen Union.“ Die Tafel sei eine starke, lebendige Solidargemeinschaft, die sich aus Einheimischen, Rentnern und Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, zusammensetzt. Und Architekt Christian Hadlich kündigte den Neubau als einen „Ort an, an dem man gut arbeiten kann, auch in Verbindung mit der Gautinger Insel“. 

Die Entwurfsplanung für den Neubau der Gautinger Tafel hat das gemeindliche Hochbauamt unter Federführung von Christiane Ait und Ahel Bergsoy zusammen mit Tafelvereins-Vorsitzender Monika Fliedner erstellt. Einer der Schwerpunkte dabei war die Optimierung der Betriebsabläufe. Der Neubau soll schlicht und funktional sein und zugleich Sicherheit und Behaglichkeit ausstrahlen. Das Raumprogramm des erdgeschossigen Gebäudes besteht aus einem Eingangsbereich mit Garderobe und WC, einem Wartebereich mit Kaffeetheke, einem Raum für die Lebensmittelausgabe sowie einem Personalbüro - zusammen auf rund 100 Quadratmetern Fläche. Dazu kommen im Keller noch 70 Quadratmeter an Lagerfläche. Für den Transport von Gütern von dort ins Erdgeschoss steht ein Kleinlastenaufzug zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liegt beim Bau auf der Verwendung nachwachsender Rohstoffe und auf der nachhaltigen Energieversorgung: So wird das Gebäude in Holzbauweise ausgeführt und auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, die Energie für den täglichen Betrieb von Kühlung, Lüftung und Beleuchtung produziert. Etwa 75 Prozent der Bauleistung wurden bereits vergeben. Die Fertigstellung der Gebäudehülle ist für August terminiert, bis Dezember soll dann der Innenausbau abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 600.000 Euro. Derzeit kommen etwa 100 Personen aus dem Gemeindegebiet Gauting in die Gautinger Tafel, um notwendige Lebensmittel zu erhalten. Mit dem künftigen Neubau sowie mit den zusätzlichen Lagerflächen wird es möglich sein - vorausgesetzt es werden noch weitere Kooperationspartner und Spender von Lebensmitteln gefunden - noch mehr Hilfesuchende zu bedienen. Auch hat das aktuelle Warten vor dem Gebäude bis man an der Reihe ist durch den neuen Wartebereich ein Ende. „Gerade im Winter war das schon hart, wenn die Menschen teilweise zwei Stunden draußen stehen mussten“, so Bürgermeisterin Brigitte Kössinger. S. Berger

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