Astogruppe baut wieder

Spatenstich für neues Gewerbeprojekt in Gilching

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Déjà-vu: Vor 20 Jahren wurde in Gilching der erste Spatenstich für das örtliche Gewerbegebiet gesetzt. Zum Startschuss eines neuen Projektes der Asto-Gruppe kam unlängst wieder viel Politprominez zusammen.

Gilching – Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft arg gebeutelt. Kanzlerin Angela Merkel hat die europäischen Mitgliedstaaten diese Woche nochmals zur Einigkeit eingeschworen, um einen wirtschaftlichen Kollaps in Europa zu verhindern. Experten zeichnen düstere Prognosen für die nächsten Jahre. Man müsste also denken, dass es mit dem wirtschaftlichen Wachstum nunmehr vorbei ist. Im südlichen Gilchinger Gewerbegebiet trotzt man allerdings den dunklen Wolken. Vor Kurzem lud die Asto Business Group, die für zahlreiche Projekte im Landkreis verantwortlich ist, zum Spatenstich für ein neues multifunktionales Büro-und Produktionsgebäude ein.

52 Millionen Euro Investitionsvolumen werden in die Hand genommen, um das ehrgeizige Vorhaben zu realisieren. „Derzeit ist vom neuen Gebäude noch nicht viel übrig, aber bald schon soll hier etwas Neues und Innovatives enstehen“, freute sich Asto-Geschäftsführer Dr. Bern Schulte-Middelich. Dass der Startschuss für das Projekt mitten in der Corona-Krise fiel, macht den Verantwortlichen keine Angst. „Das Leben geht weiter, die Wirtschaft geht weiter und wir lassen uns nicht entmutigen“, erklärte Schulte-Middelich den anwesenden Gästen. Der Einladung zum Spatenstich war viel Politprominenz gefolgt. Neben Landrat Stefan Frey wollten unter anderem auch Altlandrat Karl Roth und Gilchings Bürgermeister Manfred Walter sich ein persönliches Bild von dem geplanten Vorhaben im Gilchinger Süden machen. Frey lobte den unternehmerischen Weitblick, mahnte aber auch an, dass zukünftig „Natur und Gewerbeansieldung in Einklang“ gebracht werden müssten, da Ökonomie und Umweltschutz Hand in Hand gehen.

Signal für die Zukunft

Zudem wies Frey daraufhin, dass eine Ausweitung von gewerblichen Flächen nicht immer oberste Priorität haben dürfe. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter erinnerte bei seiner Ansprache an die Entwicklung der Gilchinger Gewerbegebiete. „Wir haben die Chance wahrgenommen“, sagte Walter. Vor 20 Jahren wurde in Gilching der Grundstein für die Gewerbegebiete gelegt. Vor allem das Engagement der Asto-Gruppe habe zur Entwicklung der gewerblichen Nutzung der bis dato brach liegenden Flächen beigetragen. Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung, hofft Walter nun auch die Haltestelle „Weichselbaum“, neben den anderen Bahnhöfen in der Gemeinde, erhalten zu können. Bundestagsabgeordneter Michael Kießling verwies in seiner Rede auf das deutliche „Signal für die Zukunft“, die die Realisierung des Bauprojektes für den Landkreis ausstrahlt. Solche Vorhaben an einem so geeigneten Standort wie in Gilching schaffen Perspektive und auch Arbeitsplätze, so der Politiker. Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig lobte den Ehrgeiz der Bauträger und erinnerte daran, dass man vor gut einem Jahr bereits schon einmal an diesem Standort zusammengekommen ist , um ein Blockheizkraftwerk einzuweihen. Nun stehe man hier, um die Innovationskraft Gilchings voranzubringen. Das verdiene Respekt, so Eiling-Hütig. 

Verkehr und Wohnen beschäftigt Unternehmen

Neben all dem Lob brachte bro beam-Geschäftsführer Nicolas Freiherr von Wolff auch einen Punkt zur Sprache, der die Schattenseite des wirtschaftlichen Wachstums im Gilchinger Gewerbegebiet wiederspiegelt. „Das Thema Verkehr und Wohnen treibt die Leute an, so der Unternehmer“, so Wolff. Die gute Entwicklung der Gilchinger Gewerbeparks darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Landkreis Starnberg für viele Angestellte zu einem Fleck geworden ist, der für unbezahlbares Wohnen steht. Unternehmen und Politik müssen sich überlegen, wie sie für Firmen und deren Arbeiter zukünftig mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen, um die positiven Effekte der Gilchinger Gewerbegebiete nicht verpuffen zu lassen Ein weiter Knackpunkt ist der Verkehr. Da sich im Laufe der Jahre viele Firmen rund um Gilching angesiedelt haben, pendeln viele Arbeitnehmer mit dem Auto zum Arbeitsplatz. Die Folge sind volle Straßen am Morgen, jede Menge Staus und wenig freie Parkplätze. 

Asto-Geschäftsführer Schulte-Meddelich möchte das Parkplatzproblem gerne mit einem neuen Parkhaus lösen. Er hofft, dass hierbei auch die Gemeinde grünes Licht gibt. Von Wolff plädierte dagegen, den Kreisverkehr nicht übermäßig zu erweitern, um den Stau in und um Gilching nicht auszuweiten.

Von Florian Ladurner

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