Idee wurde zu Jahresbeginn geboren

Spendenaktion in Herrsching 30.000 Euro fehlen noch für den neuen Fußballplatz

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aszlo Pilz;VorsitzendeR des Fördervereins für die Herrschinger Jugendfußballer sammelt derzeit Spenden für die Errichtung eines Soccer-Five-Platzes.

Herrsching - Das Spendenbarometer ist Anfang Juli bei 19.881 Euro angelangt. Das Ziel sind die Hälfte von 100.000 Euro: Das ist der Betrag, den der Förderverein für die Herrschinger Jugendfußballer in den Bau eines Soccer-Five-Platzes im Sportgelände der Fußballer des TSV Herrsching investieren möchte. Und zwar nicht irgendeinen, betont Vereinsvorsitzender Laszlo Pilz im Gespräch mit dem Starnberger Kreisboten, sondern ein zirka 30 Meter langes und 17 Meter breites Kunstrasenfeld, das mit umweltfreundlichem Kork verfüllt ist und in dem das Wasser unbelastet durch Kunststoffgittersteine ablaufen kann. 

Eine Rundumbande und ein Rundumnetz halten das Leder davon ab, sich nach einem besonders beherzten Kick auf eine Sightseeing-Tour durch das umliegende Areal zu machen. Stattdessen bleibt das Leder immer im Spielfeld, was den jeweils fünf Mann starken Teams ein Fußballspaß ohne lästige Ballholpausen verspricht. Eine Anlage also, die Herrschings rund 250 jungen Fußballern ein ganzjähriges Training ermöglichen würde. Und ein Koordinationstraining auf wetterfestem, widerstandsfähigem Untergrund, was wiederum den Rasenplatz schont. Von der FIFA-zertifizierten Kunstrasenanlage profitieren würden auch die 1000 Realschüler, denn sie könnten das Feld an den Schulvormittagen nutzen, so Pilz.

2000 Euro für den Strafraum

Geboren wurde die Idee Anfang des Jahres, woraufhin der Förderverein sich vorgenommen hat, die 50.000 Euro in eineinhalb Jahren gesammelt zu haben. Danach ist ein Antrag für die Restsumme an die Gemeinde geplant. Das Spendensammeln ist so außergewöhnlich wie das Projekt: Über einen Link auf der Homepage der Fußballer ist das Spielfeld virtuell eingestellt und in Parzellen und Bandenwerbung aufgeteilt, die der potenzielle Spender anklicken kann. Grün bedeutet, der Bereich ist schon vergeben. Die Farbe Grau zeigt an, dass dieser noch zu haben ist. Die Preise reichen von 25 bis zu mehreren Tausend Euros. Ein Platz im Nirwana etwa direkt an der Seitenlinie wechselt für 25 Euro den "Besitzer", wohingegen der Strafraum für 2.000 Euro über den fiktiven Ladentisch geht. Ein Viertel vom Mittelkreis ist 1947 Euro wert – eine zugegebenermaßen etwas schräge Zahl, die Pilz mit dem Gründungsjahr 1947 des TSV Herrsching erklärt. Ebenso im Angebot ist ein Eintrag auf der Bande – allerdings nur auf der virtuellen.

Großzügige Spender und coronabedingte Turnierausfälle

Die Liste mit den zehn großzügigsten Spendern führt der Förderverein mit 6.500 Euro an. Aber auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist, denn so mancher Jungfußballer habe bereits sein Taschengeld für den geplanten Fußballplatz angezapft, freut sich Pilz. Großzügig zeigten sich Eltern, Großeltern und einige Unternehmen, die fortan stolze Eigentümer einer virtuellen Parzelle sind. Einen voraussichtlich größeren Betrag in die Kassen gespült hätten Ende März ein Hallenturnier und am 1. Mai ein großes Turnier, die beide coronabedingt ausfielen. Dasselbe gilt für den geplanten Spendenlauf, den der Förderverein der Realschule in Aussicht gestellt hatte. Sollten sie die erforderliche Summe nicht erreichen, ist das Projekt allerdings längst nicht gestorben. "Dann werden wir über einen kleineren Platz oder über eine abgespeckte Version beispielsweise ohne Seitennetz oder statt Kunstrasen über einen Naturrasen nachdenken", kündigt Pilz an. Aber er bleibt zuversichtlich. Schließlich habe der Förderverein - der sich neben dem Vorsitzenden noch aus seinem Vize Wolfgang Darchinger, der dritten Vorsitzenden Sabine de Roy, Kassiererin Antonia Gonzales und Schriftführer Martin Roser zusammensetzt - bereits in den vergangenen Jahren kleinere und größere Anschaffungen finanzieren können. Dazu zählt er Unkosten und Aufwandsentschädigungen für (jugendliche) Helfer, Trainings- und Spielgeräte sowie Lehrmedien oder Teambekleidungen. "Mit den Ballfangnetzen auf dem Sportgelände in der Jahnstraße haben wir außerdem unser bislang größtes Projekt realisiert", sagt der Herrschinger mit Blick auf die 30.000 Euro, die noch fehlen. Zur Spendenseite geht es unter https://www.tsvherrsching.fussball-kunstrasen.de.

Von Michèle Kirner-Bernoulli

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