Neuwahlen: Zwei Frauen sind Vorsitzende

Die Spitze des Starnberger Ausländerbeirats bleibt weiblich

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Die neugewählten Ausländerbeiräte und der zweite stellvertretende Landrat Tim Weidner (vorne, Mitte) am vergangenen Dienstag nach der konstituierenden Sitzung.

Starnberg – Am Ende fiel ihr der Abschied schwer: Taj Blaschke war seit 2013 Vorsitzende des Starnberger Ausländerbeirats und hat in den vergangenen fünf Jahren mit ihren 14 Mitstreitern eine Menge auf die Beine gestellt. Tim Weidner würdigte in seiner Funktion als stellvertretender Landrat denn auch die scheidende Vorsitzende für ihre Verdienste: „Das ist nicht mit Gold aufzuwiegen, was Sie weit über Ihr Amt hinaus geleistet haben.“

Aber nicht nur Tja Blaschke wurde am vergangenen Dienstagabend im Landratsamt verabschiedet, mit ihr waren es 14 weitere Beiräte, die sich für die Belange ausländischer Mitbürger in den vergangenen fünf Jahren eingesetzt haben. Vor allem das Internationale Straßenfest dürfte den meisten in der Bevölkerung ein Begriff sein, wenn es um den Ausländerbeirat geht. „Aus Starnberg ist dieses Event nicht mehr wegzudenken“, betonte Taj Blaschke. Bereits zum 40. Mal wurde es dieses Jahr organisiert, am 23. und 24. Juni lockte das Organisationsteam des Ausländerbeirats wieder zahlreiche Besucher auf den Kirchplatz, um mit Konzerten, Tänzen, internationaler Küche und vielem mehr gemeinsam zu feiern. „Wir sind stolz darauf, dass es uns immer gelingt, dieses Fest auf die Beine zu stellen“, betonte die scheidende Vorsitzende. Die Begegnung dient aber auch dem eigenen Netzwerk, so Blaschke weiter. 

Breites Netzwerk mit unterschiedlichen Institutionen

Aufgabe des 1974 gegründeten Ausländerbeirats ist zuvorderst, ausländischen Mitbürgern eine Anlaufstelle zu sein. Vor allem bei Problemen mit Behörden oder bei der Wohnungssuche ist der Ausländerbeirat Vermittlungsstelle Nummer eins. Die Beiräte helfen darüber hinaus bei der Vermittlung von Deutschkursen, bei der Suche nach einem Kindergarten- oder Kita-Platz, bei Bewerbungsschreiben und der Job-Suche. Daher ist es für den Beirat selbst wichtig, über ein breites Netzwerk mit unterschiedlichen Institutionen, Vereinen, Verbänden und Behörden zu verfügen. Auch Projekte wie „Musikmärchen Weltworte“ der Nachbarschaftshilfe Weßling oder die Asylbewerber-Adventsfeier des Seniorentreffs Starnberg dienen dazu, neu hinzugezogenen Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln zu helfen, hier Fuß zu fassen. Außerdem hat man seit der großen Flüchtlingswelle 2015 einen Leitfaden für Migranten im Landkreis Starnberg erstellt.

An den schwierigen Anfang von AGABY (Arbeitsgemeinschaft Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns), quasi der Dachverband aller Ausländerbeiräte, erinnerte Hamado Dipama. Am Anfang habe man kein gutes Gehör gefunden, schilderte er, „aber wir sind dran geblieben und mittlerweile hat sich das geändert“. Er kritisierte das Wiedererstarken rechter Gruppierungen und den rüden Umgangston, der teilweise besonders Ausländern gegenüber angeschlagen wird. Dass „Kultur kein Luxus sein darf“, darauf verwies Simone Berger, die derzeit die „Starnberger Kulturtafel“ initiiert, die im neuen Jahr starten soll. Und über die derzeit laufende Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ informierte die Landkreis-Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg.

 Der neue Ausländerbeirat, der im Januar seine Arbeit aufnehmen wird, steht unter Leitung der beiden frischgebackenen Vorsitzenden Jasmina Prokic und Natalia Putintseva, die „Neuen“ sind Peter Zoth und Klaus Brandtner (beide Österreich); Anton Anzic (Kroatien), Foteini Ploka (Griechenland), Cai Xiurong (China), Ayse Weichel (Türkei), Snjezana Gromovic (Serbien), Natalia Putintseva (Russland), Jasmina Prokic (Serbien), Hakan Seyhan (Türkei), Carlos Jose Correira Madeira (Portugal), Iciar Garcia Guerrero (Spanien), Emilija Stojanovska (Bulgarien), Larissa D`Avila da Costa (Italien/Brasilien) und Susana Vazquez-Leinauer (Spanien). Von den 14.958 wahlberechtigten Ausländern im Landkreis haben 1.312 an der Wahl im Oktober teilgenommen. Das macht eine Wahlbeteiligung von 8,77 Prozent aus.

Von Oliver Puls

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