Stadt muss Zuschuss erhöhen

Weitere maximal 530.000 Euro Zuschuss legt die Stadt noch einmal drauf, damit der geplante Neubau eines integrativen Kinderhauses der Lebenshilfe nicht scheitert. Einstimmig beschloss der Hauptausschuss diese Summe zusätzlich zu den bereits zugesagten Zuschüssen für nicht gedeckte Investitionskosten zu übernehmen.

Nach einer Grobschätzung im Mai vergangenen Jahres war man ursprünglich von einem Anteil der Stadt in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro für das integrative Kinderhaus an der Normannstraße mit Krippe, Kindergarten und heilpädagogischer Tagesstätte ausgegangen, das von Stadt und Lebenshilfe gemeinsam genutzt wird (Stadt 54 Prozent für Kindergarten und Krippe- Lebenshilfe 46 Prozent für Tagesstätte). Demnach hätte die Stadt bisher 507.000 Euro in 2010 und 456.000 Euro in 2011 zahlen müssen. Doch diese Zahlen lassen sich nicht halten. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Gesamtkosten für das Gebäude auf 3,716 Millionen Euro – für die Stadt erhöht sich damit der Anteil für Krippe und Kindergarten auf 2,007 Millionen Euro. Grund für die Verteuerung: Schwierige Bodenverhältnisse, demnach das Regen- und Oberflächenwasser nicht versickert und auch nicht in den Schwarzgraben geleitet, sondern bis zur Prinz-Karl-Straße abgeleitet werden muss. Außerdem muss die Normannstraße nun doch verbreitert und komplett neu errichtet werden (geschätzte Kosten 310.000 Euro). Obwohl bereits Einsparungen von den Planern sowie Stadt und Lebenshilfe vorgenommen wurden - so wurde der Spielflur um 40 Zentimeter verschmälert, die Deckenhöhe reduziert, der Mehrzweckraum erhält Linoleum statt Parkettboden, Maßnahmen für den Schallschutz wurden reduziert, Fluchtbalkone werden nun nur mit Beton ausgestattet, die Außentreppen verändert, die Spielterrasse verkleinert und die geplante faltbare Glaswand vom Mehrzweckraum zum Patio entfällt – bleiben 529.192 Euro nicht gedeckte Kosten als Anteil für die Stadt. Angesichts dieser Verteuerung fühlte sich Adi Herrmann (BLS) doch über den Tisch gezogen: „Es ist ein sinnvolles Projekt, aber man könnte fast annehmen, dass die Stadträte hier mit einer niedrigen Kostenschätzung gelockt wurden.“ Gar kein Verständnis hatte er dafür, warum die Lebenshilfe nun eine eigene Entsorgung des Regenwassers bauen müsse. Nach dem Bau vom Irmgard-Stadler-Kindergarten und der Fünf-Seen-Schule habe es dort überhaupt keine Überschwemmungen mehr gegeben. „Es wird nicht stärker regnen, nur weil das Kinderhaus dort gebaut wird“, sagte Herrmann. Laut einem Bodengutachten versickert auf dem lehmigen Areal rein gar kein Oberflächenwasser, was so nicht zu erwarten gewesen war. Bürgermeister Ferdinand Paffinger erinnerte: „Ohne gesicherte Erschließung keine Baugenehmigung.“ Trotzdem will die Lebenshilfe noch einmal günstigere Lösungen prüfen (Verlegung des Schwarzgrabens). Schließlich stimmten alle Mitglieder des Hauptausschusses einstimmig zu, ihren Mehrkostenanteil zu übernehmen.

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