Stadtrat muss noch zustimmen

Stadt hat neues Parkgebühren-Konzept - auch am Schotterparkplatz

+
Die Stadt hat ein neues Parkgebühren-Konzept - auch am Schotterparkplatz. (Symbolfoto)

Starnberg – Der Stadtrat muss den neuen Parkgebühren-Regelungen am Montag noch zustimmen, doch das dürfte nur noch Formsache sein: Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss Anfang der Woche ein von der Stadtverwaltung erarbeitetes Konzept, das die ÖPNV-Nutzer unter den Autofahrern bevorzugt und Dauerparkern vor allem in den Bereichen der Bahnhöfe „See“ und „Nord“ den Boden entzieht – Hintergrund ist der von den Dauerparkern ausgelöste Parksuchverkehr; künftig wird es im Innenstadtgebiet neben den meist kostenpflichtigen Tiefgaragen fast nur noch zeitlich befristete bzw. an die ÖPNV-Nutzung gekoppelte Park-Angebote geben. Letztere sollen von der Kommunalen Parkraumüberwachung kontrolliert werden, auch spezielle Parkautomaten will die Stadt an den Bahnhofs-Parkflächen installieren.

Das Stadtgebiet wird gemäß neuem Konzept in fünf Zonen mit unterschiedlichen Parkgebühren und differenzierter Höchstparkdauer unterteilt: Im südlichen Bereich zwischen Hauptstraße und See (hier sind die meisten Geschäfte) bleibt es bei der bestehenden Regelung – zwei Stunden Höchstparkzeit zwischen 9.30 Uhr und 18 Uhr, Parktickets zu den bisherigen Tarifen am Automaten; am Tutzinger-Hof-Platz ist nur eine Stunde Höchstparkdauer vorgesehen, um mehr Fluktuation zu erreichen - ansonsten gilt die gleiche Regelung wie in der Innenstadt. Am Landratsamt/Seebad bleibt alles beim Alten: Höchstparkzeit elf Stunden (zehn Euro, da erste Park-Stunde kostenfrei). Neu ist die Rund-um-die-Uhr-Parkraumbewirtschaftung am Bahnhof Nord: Laut Bürgermeisterin Eva John steht der Förderbescheid zum Bau des dortigen Parkdecks aus dem Jahr 2000 dem nicht entgegen – solange die erhobenen Gebühren letztlich den ÖPNV-Nutzern dienen: Diese sollen künftig 50 Cent pro Tag bezahlen, wenn sie ihr Auto am Bahnhof Nord abstellen, um die S-Bahn zu nutzen. Für Pkw-Nutzer, die beispielsweise aus Pöcking kämen, um hier zu parken, sei es somit nicht mehr attraktiv, bis Starnberg-Nord zu fahren, so das Kalkül. Auch Anwohner, die bislang vor allem im Winter einen schneegeschützten Dauerparkplatz für zwei Euro zu schätzen wussten, ohne die S-Bahn zu nutzen, müssen sich nun einen anderen Stellplatz suchen.

MVV-Fahrer zahlen nur einen Euro

Speziellen Ärger hatte das bisherige Chaos an den ungeordneten Parkplatz-Flächen am Bahnhof See verursacht: Ab sofort soll der Schotterparkplatz (Bahn-Eigentum, 140 Stell- plätze) möglichst vielen ÖPNV-Nutzern zur Verfügung stehen. Diese können für jeweils einen Euro 24 Stunden ihr Fahrzeug abstellen, müssen jedoch bei Kontrollen die Fahrkarte als Beleg vorweisen können. Nicht-ÖPNV-Nutzer dürfen nur vier Stunden hier parken, für 1,50 Euro pro Stunde, maximal also sechs Euro. Wer einen 1-Euro-Parkschein zieht, aber kein MVV-Ticket des Tages vorweisen kann, zahlt in Zukunft Strafe. Bürgermeisterin John wollte am Schotterparkplatz beim Bahnhof See auf Schranken oder sonstige bauliche Eingriffe verzichten, will aber einen speziellen Parkscheinautomat (für 6.000 Euro) anschaffen lassen. Das etwas komplizierte Gebührensystem (mit höheren Gebühren am Bahnhof See als am Bahnhof Nord) soll laut Verwaltung der Gefahr vorbeugen, dass wegen des MVV-Tarifsprungs zwischen Starnberg See und Starnberg Nord zum Beispiel Pendler aus den Gemeinden südlich der Kreisstadt am See die kostbaren Stell-plätze ansteuern, weil sich dies für sie „lohnt“.

Von mps

Auch interessant

Meistgelesen

Wörthsee: Äpfel in großem Stil von Unbekannten vollständig geerntet
Wörthsee: Äpfel in großem Stil von Unbekannten vollständig geerntet
Fahrradfahrer überholt Pkw: Unfall
Fahrradfahrer überholt Pkw: Unfall
Auto-Aufbrüche bei Herrschinger Autohaus geklärt: 23- jähriger Estländer festgenommen
Auto-Aufbrüche bei Herrschinger Autohaus geklärt: 23- jähriger Estländer festgenommen
Bundespolizei ist für d‘Wiesn gut gerüstet
Bundespolizei ist für d‘Wiesn gut gerüstet

Kommentare