Stadt schont Anwohner nach 2010-Hochwasser

Die vom Hochwasser im Vorjahr geplagten Anwohner der Wassersportsiedlung müssen nur die Kosten für die Sandsäcke zahlen. Foto: Jaksch

Starnberg – Wochenlang hatte das Hochwasser im vergangenen Sommer vor allem die Wassersportsiedlung „fest im Griff“- fast alle Häuser standen unter Wasser und auch die Wege waren überflutet. Ausnahmezustand für die Anwohner. Aber auch Feuerwehr und Betriebshof wurden von der Hochwasser-Situation in der Siedlung nahe der Autobahn in Atem gehalten und waren quasi im Dauereinsatz.

Dabei entstanden Gesamtausgaben von 74.000 Euro. 49.000 Euro betragen die Personalkosten und 25.000 Euro kosteten die Sandsäcke. Wer zahlt, war jüngst die Frage, mit der sich der Hauptausschuss auseinander zu setzen hatte. Rein rechtlich gesehen darf nämlich niemand dauerhaft in der Wassersport- siedlung wohnen. Doch für Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger und die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien sind die Anwohner schon genug mit den Folgeschäden des Hochwassers an ihren Häusern belastet. Trotz des Wissens, dass ihr Vorschlag „rechtlich keine saubere Lösung“ ist und wohl vom Kommunalen Prüfungsverband beanstandet werden dürfte, empfahlen sie, den Anwohnern „nur“ die Sach-Kosten in Rechnung zu stellen. Das sind umgerechnet pro Sandsack 2,50 Euro. Insgesamt wurden rund 11.000 Sandsäcke während des Einsatzes ausgeliefert. Eigentlich müsste die Stadt zwei Rechnungen stellen: Einmal für den Feuerwehreinsatz und eine Privatrechnung für die Hilfe des Betriebshofs. Aber der Hauptausschuss war sich unisono einig, dass dies eine „Ausnahmesituation durch eine Naturkatastrophe“ gewesen sei. Sie alle wollten die Anlieger nicht über Gebühr belasten - zumal sich diese auch kaum mit entsprechenden Versicherungen gegen Hochwasserschäden schützen könnten. „Elementarversicherungen in einem ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet abzuschließen, sind unmöglich“, wusste Bürgermeister Ferdinand Paffinger aus eigener leidvoller Erfahrung. Er habe damals vergeblich versucht, eine für sein Zuhause in Percha abzuschließen. Allerdings machte er klar, dass dies eine „Ausnahme“ bleiben müsste. Wenn die Feuerwehr fünf Mal zum selben Haus gerufen werde, weil der Keller einmal wieder unter Wasser stehe und der Besitzer sich trotz Mahnungen der Feuerwehr nicht gegen eine solche Situation geschützt habe, „muss er die Hilfeleistung zahlen“.

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