Bewerbung bis 8.April 2022 möglich

Stadt Starnberg bekundet Interesse an Landesgartenschau 2030

Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort konnte trotz Corona-Krise starten.
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Die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort konnte heuer trotz Corona-Krise starten. Nun möchte auch die Stadt Starnberg dem erlauchten Kreis der Landesgartenschaustädte beitreten. Man will sich für die Austragung im Jahr 2030 bewerben.

Starnberg - Die Stadt hat offiziell ihr Interesse bekundet, die Bayerische Landesgartenschau 2030 auszutragen – ein entsprechend einhelliges Votum gab es am Montag im Stadtrat. 

Um die Starnberger Kommunalpolitiker und somit bald auch die Öffentlichkeit auf den Geschmack zu bringen, hatte Bürgermeister Patrick Janik (UWG) zur Sitzung gleich zwei Gäste eingeladen, die in Sachen Landesgarten-schau leidenschaftlich Reklame machten: den Geschäftsführer der Landesgartenschau Bayern GmbH, Martin Richter-Liebald, sowie den 1.Bürgermeister des oberpfälzischen Tirschenreuth, Franz Stahl, dessen 9.300 Einwohner-Stadt 2013 selbst Ausrichter der Landesgartenschau war. Nach deren Vortrag gab es den einstimmigen Beschluss, dass die Stadt Starnberg sich „unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger“ bewirbt.

Stahl wie auch Richter-Liebald nutzten die Gelegenheit ausführlich, das Vorhaben einer Landesgartenschau in allen erdenklichen Farben zu schildern und unbedingt auch den Starnbergern zu empfehlen: So war die Rede von der „Initialzündung“ und von „Marke und Motor“, die eine solche nachhaltige Veranstaltung (in Bayern gibt es sie seit 40 Jahren) für eine Kreisstadt wie Starnberg bedeuten könnte. Der Geschäftsführer der Landesgarten-schau GmbH führte dazu etliche „Positiv-Beispiele“ wie Deggendorf an, wo Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet worden seien und ein ganzer Ufer-Park entlang der Donau entstand. Von solch positiven Chancen hatten sich auch bereits Starnberger Stadtratsmitglieder wie Marc Fiedler (FDP) und Rudolf Zirngibl (CSU) überzeugt, als sie auf Richter-Liebalds Einladung hin Überlingen am Bodensee besuchten, dem ursprünglich 2021 vorgesehenen Schauplatz einer LGS - beide Stadträte zeigten sich begeistert.

Der Tirschenreuther Bürgermeister Stahl ließ es sich anschließend nicht nehmen, angefangen mit der „Verleihung der Stadtrechte 1364“ und samt Image-Film tüchtig für seine Stadt zu trommeln, welche durch die durch die Austragung der Landesgartenschau 2013 „bleibende Werte“, „städtebauliche Effekte“, ja eine generelle „Aufbruchstimmung“ bei ihren Bürgern erzeugt habe: Tirschenreuth, so Stahl voller Stolz, liege „im Zentrum Europas“ an der A93. Die bei seiner Stadt verbliebenen Kosten für die LGS 2013 bezifferte Stahl grob gerechnet mit 8,5 Mio. Euro – Gesamtausgaben 14,75 Mio. minus 6,25 Mio. an Fördermitteln. Gegenzurechnen: die unschätzbare qualitative Aufwertung von Tirschenreuth in der öffentlichen Wahrnehmung.

Die praktische Seite der Interessensbekundung für eine eigene Landesgartenschau schilderte dann wieder Richter-Liebald: Die Vergabe für die Jahre 2028, 2029 und 2030 werde wohl gebündelt erfolgen, analog zu Vorlauf und Konzeptentwicklung der Tirschen-reuther bestünde also nun die Möglichkeit, sich für eine solche zwölf bis 24 Wochen lange Veranstaltung zwischen April und Oktober zu bewerben - die offizielle Frist für das Einreichen einer Bewerbung ist der 8.April 2022. Beide Referenten gaben den Starnberger noch einen guten Rat mit auf den Weg: „Immer transparent bleiben, die Mitnahme der Menschen ist ganz wichtig.“ Man müsse aber auch darauf achten, „nicht den ganzen Weihnachtswunschzettel“ erfüllen zu wollen, sonst gäbe es zu viele Enttäuschungen. Die Stadtverwaltung hatte bereits Stichpunkte für ein Aufhübschen Starnbergs ausgesucht: „weitere naturnahe Sanierung des Seebades und östlich anschließender Uferbereiche, Aufwertung der Uferbereiche südlich des Undosa und des Steininger-Grundstückes, Aufwertung des Museumsgartens,, Gestaltung und Aufwertung der Almeida-Wiese als öffentlicher Park, Gestaltung des Maisinger-Bach-Tales als überörtlich bekannter Ausgangspunkt für die naturnahe Erholung, des Schlossberges ( . . . ) der Max-Josefs-Höhe.“ Auch von der „Schaffung schwimmender Gärten“ als temporäre Attraktion der Landesgarten-schau ist die Rede, und CSU-Stadtrat Ludwig Jägerhuber brachte zusätzlich noch das Leutstettener Moos ins Spiel.

Thomas Lochte

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