Die Stadt wieder versöhnen

Patrick Janik ist Kandidat eines Fünfer-Bündnisses und fordert Eva John heraus

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Alle für einen: Das interfaktionelle Fünferbündnis – hier auf dem Foto (v.l.) Tim Weidner (SPD), Ferdinand Pfafinger (UWG), Michael Mignoli (BLS), Patrick Janik, Angelika Kammerl (parteifrei), Stefan Frey (CSU) und Rathausvize Klaus Rieskamp – möchte mit einem gemeinsamen Kandidaten Bürgermeisterin Eva John herausfordern. Janik selbst rechnet sich ganz gute Chancen aus.

Starnberg – „Die nächsten Jahre sind für Starnberg entscheidend“, betonte Patrick Janik. Der 43 Jahre alte Rechtsanwalt und UWG-Stadtrat ist gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von CSU, SPD, UWG, BLS und Parteifreien (DPF). Im März nächsten Jahres soll er Bürgermeistern Eva John ablösen und als Rathauschef die gespaltene Stadt wieder einen.

Eine bunte Truppe an Stadtpolitiker kam im Bayerischen Hof zusammen, um ihren gemeinsamen Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 auf den Schild zu heben. Patrick Janik, so der einhellige Tenor, soll die amtierende Bürgermeisterin Eva John beerben – und für einen anderen Umgangston im Rathaus sorgen. Warum Janik „ihr“ gemeinsamer Kandidat ist und wie man auf die Idee kam, verriet die Runde bei einem Pressegespräch.

Von „Dienen statt Herrschen“ sprach etwa Vize-Bürgermeister Klaus Rieskamp. Was er selbst in den vergangenen Jahren im Stadtrat vermisst habe, sei gegenseitiger Respekt und Vertrauen gewesen. In dasselbe Horn stieß der CSU-Chef im Stadtrat und Kandidat für den Landratsposten, Stefan Frey. „Wir trauen ihm das zu“, berichtete Frey von den internen Beratung im Starnberger CSU-Ortsverband. Mit dem B2-Tunnel, der Seeanbindung und der Innenstadtentwicklung „stehen uns schwierige Jahre bevor“, so Frey weiter. Janik habe sie als kompromissbereiten Politiker kennen gelernt, so jemanden, der die Stadt wieder versöhnen könne, brauche Starnberg ganz dringend, betonte Angelika Kammerl (parteifrei). „Genau so jemand ist Patrick Janik“, ergänzte sie. Neben der nötigen Erfahrung und Kompetenz erfüllt der gemeinsame Kandidat für Ferdinand Pfaffinger (UWG) und Frank Hauser (SPD) noch weitere wichtige Attribute.

"Eine ehrliche Freude für mich"

Das Fünf-Parteien-Bündnis eint ein großes Ziel: den „Wechsel an der Stadtspitze“, wie SPD-Chef Hauser betonte. Mit Janik bekomme man einen Kandidaten, der bisher durch Mut, Geradlinigkeit und Glaubwürdigkeit aufgefallen sei, legte Hauser nach. Und Altbürgermeister Pfaffinger hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, eine Persönlichkeit zu finden, die über Parteigrenzen vermittelbar sei. „Mit Patrick Janik haben wir jetzt einen aussichtsreichen Bürgermeisterkandidaten“, sagte Pfaffinger. Dass er auf keiner Liste mehr zu finden ist, war für SPD-Stadtrat Tim Weidner eine wesentliche Voraussetzung für seine Unterstützung. Der langjährige SPD-Stadtrat und Kreisrat Weidner ist sich sicher, dass mit einem Bürgermeister Janik der „Dauerkonflikt mit der Rechtsaufsicht im Landratsamt“ ein Ende hat und die Stadt Starnberg insgesamt wieder ein positives Image erhält. Für Michael Mignoli von der Bürgerliste steht fest, dass mit Janik und seinem „tadellosen Verhalten“ wäre „ein Lagerdenken wie wir es in den letzten Jahren im Stadtratsgremium hatten und welches durch die jetzige Amtsinhaberin stellenweise geschürt wurde, wären im Sinne unserer Stadt Vergangenheit. Warum man keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hat, erklärten zumindest Frank Hauser und Stefan Frey. „Wir haben schon zuerst überlegt, jemand eigenen ins Rennen zu schicken“, sagte SPD-Stadtrat Hauser. Schließlich habe die Kompetenz und Erfahrung und die ruhige und sachliche Art Janiks die Genossen überzeugt. Selbiges gilt auch für CSU im Stadtrat. In der Vergangenheit gab es keine Alternative, man habe immer einen eigenen Kandidaten aufgeboten, so Frey. Dass man innerhalb des CSU-Fraktion schnell auf Janik umgeschwenkt habe, „liegt daran, dass es sich beim Amt des Bürgermeisters um ein besonders herausragendes Amt handelt“, dass heute nicht zufriedenstellend besetzt sei. Für die anstehenden Aufgaben wie B2-Tunnel und Seeanbindung brauche die Stadt einen Manager und Projektsteuerer. „Wir trauen ihm das zu“, betonte Frey.

Von Oliver Puls

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