Projektausschuss Bahnhof See

„Städtebaulich ist es die beste Lösung, eine Stadt unterirdisch zu erschließen"

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Diplom-Ingenieur Alexander Walter hatte auf Einladung der Stadt noch einmal die Gelegenheit, seine Idee eines „See- und Bahntunnels 2022“ vorzustellen.

Starnberg – Eine alte Idee lebt wieder auf: Beim Projektausschuss Bahnhof See erhielt der Starnberger Diplom-Ingenieur Alexander Walter auf Einladung der Stadt noch einmal die Gelegenheit, seine Idee eines „See- und Bahntunnels 2022“ vorzustellen. Das im Jahre 2008 von der damaligen Stadtratsmehrheit wegen der hohen Kosten verworfene, inzwischen noch weiterentwickelte Konzept hat zwar von seinem Charme nichts eingebüsst, doch wird es mit geschätzten mindestens 215 Mio. Euro von vielen noch immer für aus Steuermitteln unfinanzierbar gehalten, wie erste kritische Stellungnahme im Projektausschuss erkennen ließen – es sei denn, man fände zur Finanzierung ein privates Konsortium.

Dass dem Seetunnel-Konzept mittlerweile ein planfestgestellter B2-Tunnel und der kommunalpolitisch entsprechende Stadtratsbeschluss vom Februar 2017 entgegen steht, focht Alexander Walter nicht an: „Städtebaulich ist es die beste Lösung, eine Stadt unterirdisch zu erschließen“, fasste er die für sein Konzept sprechenden Argumente zusammen: Der erstmal im Jahr 2000 diskutierte Seetunnel könnte östlich der Würm beginnen und sowohl Bahngleise wie Bundesstraße komplett unter dem See verschwinden lassen. Im Bereich des jetzigen Bahnhof See, den Walter gegenüber dem Bahnhof Nord deutlich zum Hauptbahnhof Starnbergs aufwerten möchte, entstünde ein etwa 270 Meter langer unterirdischer Bahnhofsbereich mit drei Gleisen (eines davon als Überholgleis), der Bahnhof samt Tiefgaregen wäre ebenfalls unterirdisch zu befahren. Erst in Höhe des Almeidaberges käme die in 20 Metern Tiefe verlaufende unterirdische Gleis-/Bahnführung wieder an die Oberfläche. „Allein dadurch, dass man die Gleise weg bekommt, werden rund 100.000 Quadratmeter an Flächen am See frei“, rechnete Walter vor. 

„Jetzt hätten wir die einmalige und unwiederbringliche Chance dazu, das zu realisieren“

Als Nutzungen könne er sich zum Beispiel eine auf den Seetunnel aufsattelnde Freilichtbühne vorstellen – auch eine zweite unterirdische Ebene für Ladenzeilen wäre (aus Refinanzierungsgründen) denkbar. Den gleichfalls im Erdreich verschwindenden Pkw-Tunnel würde Walter wegen der erwartbaren weiteren Zunahme des motorisierten Verkehrs („Level of Service“) in Starnberg vier- statt zweispurig ausstatten, Durchgangsverkehr etwa von Possenhofen in Richtung München ließe sich an der Innenstadt mit einem Tunnel-Bypass ebenfalls unterirdisch vorbei leiten. Das renommierte Ingenieurbüro SSF habe sein Konzept bereits im Jahre 2005 für gut befunden, merkte Walter an: „Jetzt hätten wir die einmalige und unwiederbringliche Chance dazu, das zu realisieren“, warb der Diplom-Ingenieur, wobei er das maßgebliche Beschlussgremium noch gar nicht vor sich hatte. Als Zeithorizont nannte Walter 2028.

Von mps

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