Aktion Knochenmarkspende

Hilfe vom Bürgermeister

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Gauting - Mit 25 Jahren zog er im November 2012 als damals jüngster Bürgermeister Bayerns in das Bad Rodacher Rathaus ein - und knapp zwei Jahre später erwies sich seine Knochenmark-Typisierung als Treffer.

Die nun von ihm geleistete Stammzell-Spende in der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) in Gauting schenkt einem an Leukämie erkrankten Patienten Hoffnung auf Leben. Ein Held oder Lebensretter sei er deshalb noch lange nicht, wehrt sich Tobias Ehrlicher (27) gegen eine Verherrlichung seiner Person. Statistiken sprechen von etwa 10.000 Menschen, die jedes Jahr an Blutkrebs erkranken. Eine Stammzell-Transplantation kann für jeden dritten von ihnen die Heilung bedeuten. Der Spender ermögliche dem er-krankten Patienten vielleicht jahrelange Gesundheit und sei somit sehr wohl ein möglicher Lebensretter, reagiert der Stiftungsgründer der AKB, Hans Knabe, auf die Zurückhaltung des Bürgermeisters. Als einer von rund 300.000 Spendern in Bayern gehört er zu einem verschwindend geringen Anteil Menschen, die sich für diesen Schritt entscheiden. Auch in dieser Hinsicht gibt sich der diplomierte Bankbetriebswirt bescheiden. Im Rahmen einer Blutspende beim Bayerischen Roten Kreuz sei er auf einen Informationsflyer der AKB gestoßen. „Es war eine spontane Entscheidung.“ Als dann die Nachricht kam, dass sein Erbgut mit dem eines Erkrankten übereinstimme, reagierte er mit: „Wow! Das ging aber schnell.“ Dann wurde ihm kurzfristig ein bisschen mulmig. Er fragte sich, was jetzt auf ihn zukomme - und gleichzeitig erfasste ihn ein Glücksgefühl: „Ich kann vielleicht jemandem das Leben retten.“ Er unterzog sich einem gründlichen Gesundheitscheck und einer ausführlichen Aufklärung. Danach ging es in die fünftägige Vorbereitung. „Ich war froh, dass ich so gut aufgeklärt worden bin“, erinnert sich der Spender. Tatsächlich führten die Spritzen zu Kopf- und Gliederschmerzen. Das liege daran, dass die eigenen Abwehrkräfte künstlich aktiviert werden müssten, damit möglichst viele Botenstoffe in den transplantierten Stammzellen vorhanden seien, erklärt Knabe die Nebenwirkungen. Mit Kopfschmerzen saß der Rathauschef dann auch in einer Sitzung. Alles in allem waren das für ihn nicht mehr als Unannehmlichkeiten, die er gerne in Kauf genommen hat. „Im Übrigen war die Betreuung während der Transplantation hervorragend und sehr familiär.“ Vor vielen Jahren sind seine Eltern ebenfalls einem Aufruf der AKB gefolgt und ließen sich typisieren. Damals hat das siebte Kind einer Bauernfamilie nicht überlebt. „Ich möchte gerne wissen, wie es ausgegangen ist“, sagt Tobias Ehrlicher und hofft dieses Mal auf gute Nachrichten und, dass durch seine Spende ein Leben gerettet werden konnte. Wer sich als Spender aufnehmen lassen möchte, kann entweder zu einer der öffentlichen Aktionen kommen (Termine und Informationen unter www.akb-germany.de) oder zu jedem Blutspendetermin des Bayerischen Roten Kreuzes. mk

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