Starnberg: Betrugsprozess gegen Altenpfleger macht weiteren Verhandlungstag erforderlich

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Starnberg – Im Betrugsprozess gegen einen 42-jährigen Altenpfleger aus Starnberg ist ein dritter Verhandlungstag am 11. April erforderlich geworden: Nachdem das laut Anklage um knapp 28.000 Euro geschädigte angebliche Opfer von nicht autorisierten Bar-Abhebungen und Kreditkarten-Abbuchungen des Altenpflegers vor zwei Wochen verstorben ist, versuchte sich Amtsrichterin Brigitte Braun mit Hilfe mehrerer Zeugen ein Bild davon zu machen, wie die Lebensumstände der Starnbergerin in deren letzten Lebensjahren ausgesehen hatten.

Während der ab Dezember 2012 eingesetzte amtliche Betreuer der Verstorbenen davon berichtete, dass die alte Dame zuletzt kaum noch den Überblick über ihre beträchtlichen Ausgaben gehabt habe, legte die Verteidigung dem Gericht eine testamentarisch verfügte unbeschränkte Vorsorgevollmacht vor, mit welcher die Starnbergerin ihren langjährigen Pfleger ausgestattet hatte. Zudem hatten sich zwei Frauen aus dem verwandtschaftlichen Umfeld der Verstorbenen als Zeuginnen zu Wort gemeldet und ausgesagt, es habe zwischen der Verstorbenen und dem jetzt Angeklagten schon einmal ein Zerwürfnis wegen Schmuck-Diebstahls gegeben – die beiden Frauen wollen das von einer anderen Familien-angehörigen erfahren haben, die sich wiederum auf einen Telefonanruf der Frau des Angeklagten berief: Darin hatte sich diese für das Verhalten ihres Mannes angeblich bei der Bestohlenen entschuldigt - der Altenpfleger war damals nach einer gewissen Zeit von ihr und ihrem (inzwischen eben-falls verstorbenen Mann) erneut eingestellt worden. Die Verteidigung stellte nun den Beweisantrag, auch die Ehefrau des Beschuldigten als Zeugin zu hören. Der 42-Jährige selbst, immerhin mit zehn Vorstrafen belastet, wies sowohl die Anklagevorwürfe wie auch die angebliche Entschuldigung seiner Frau unterdessen weit von sich: „Ich habe immer nur gearbeitet.“ Zu den Bar-Abhebungen der inzwischen Verstorbenen von jeweils 1.000 Euro sagte eine damals Bankangestellte aus, es habe nach ihrer Beobachtung keine größeren Ungereimtheiten gegeben – das Geld sei zwar oft im Beisein des begleitenden Altenpflegers, doch jeweils an die Kontoinhaberin selbst ausbezahlt worden. Diese hatte gleichwohl am 14.April 2014 die polizeiliche Aussage gemacht, ihr Pfleger sei „ein Lump, der lügt, wenn er den Mund aufmacht“: Abhebungen per Kreditkarte habe sie ihm niemals gestattet, alles seien Barauszahlungen am Schalter gewesen. Angeklagt sind insgesamt 72 Einzelfälle des Betruges, begangen zwischen Mai 2012 und November 2014. mps

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