Am 8. Mai wurde Henry Dunant geboren

BRK Starnberg feiert Weltrotkreuztag - Jan Lang: "Brauchen mehr Leute in Pflegeberufen"

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Henry Dunant ist der Gründer des Roten Kreuzes. Zu seinem Geburtstag am 8. Mai wird unter anderem an die humanitären Völkerrechtsaspekte, die zur Gründung des Roten Kreuzes beigetragen haben, erinnert.

Landkreis – Am Freitag, 8. Mai, ist Weltrotkreuztag. Am Geburtstag von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes, wird an die wesentlichen Grundsätze des humanitären Völkerrechts erinnert, die auch für die Arbeit des Roten Kreuzes in aller Welt maßgebend sind. „Menschlichkeit“ und „Solidarität“, um zwei der humanitären Völkerrechtsaspekte zu nennen, haben auch für den Starnberger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) oberste Priorität. Besonders in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig ein solidarisches Miteinander ist. Im Gespräch mit dem Kreisboten erzählt Jan Lang, Kreisgeschäftsführer des BRK Starnberg, welche Bedeutung der Weltrotkreuztag in Zeiten der Corona-Pandemie hat, wie sich sich der Kreisverband auf die gelockerten Besuchsmöglichkeiten in Alten-und Pflegeheimen einstellt und was er von der Einführung einer sogenannten Corona-App hält.

Leuchtendes Beispiel für Menschlichkeit

Der Welttag des Roten Kreuzes sei ein leuchtendes Beispiel für Menschlichkeit und Solidarität, sagt Jan Lang, Kreisgeschäftsführer des BRK Starnberg. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie habe sich gezeigt, dass Humanität einer große Bedeutung spielt, um eine derartige Krise effektiv meistern zu können, so Lang weiter. Besonders erfreut zeigt sich er sich über die vielen Hilfsangebote von Menschen aus dem Landkreis. "So viele Zeichen, wie wir in den letzten Wochen erlebt haben gab es noch nie. Darauf bin ich sehr stolz“. Zudem beobachtet Lang in der Bevölkerung ein verstärktes Bewusstsein für die Relevanz von Pflegeberufen und Rettungsdiensten und wünscht sich, dass diese Erkenntnis zukünftig auch zu einer besseren Bezahlung in diesen Berufsgruppen führt. Eine vernünftige Entlohnung für Pflege-und Rettungskräfte sei im Moment noch nicht selbstverständlich, so Lang. Die Corona-Krise hat aber auch gezeigt, dass das BRK Starnberg mehr ehrenamtliche Helfer benötigt. "Wir brauchen neue, begeisterte Leute, die in Pflege- und Rettungsberufen arbeiten", appelliert Lang.

„Negative Effekte vermeiden“

Wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gestern in einer Pressekonferenz mitteilte, werden die Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen ab Samstag, 9. Mai, gelockert. Angehörige dürfen nun unter bestimmten Voraussetzungen wieder ihre Angehörigen sehen. Um die Gesundheit der Heimbewohner und Mitarbeiter zu schützen, müssen Besucher sich aber auf begrenzte Besuchszeiten sowie gewisse Hygienevorschriften einstellen. Jan Lang ist froh, dass die vom BRK Starnberg betreuten Einrichtungen bisher keine Infektionen mit dem Coronavirus zu vermelden hatten. „Bis jetzt sind alle Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen vor einer Ansteckung verschont geblieben“, aber „die besten Sicherungssysteme haben Löcher, wir haben Glück gehabt“. Um durch die gelockerten Besuchsrechte auch weiterhin das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, wird in den Alten- und Pflegeheimen des BRK Starnberg streng darauf geachtet, dass die von der bayerischen Staatsregierung erlassenen Maßnahmen eingehalten werden. „Wir möchten negative Effekte vermeiden“, erklärt Lang.

„Nicht unsere Schuld“

Kein Verständnis hat Lang allerdings gegenüber verärgerten Eltern, die sich bei ihm und anderen Mitarbeitern des BRK Starnberg über die Kita-Schließungen beschweren. „Das Betretungsverbot für Kitas ist nicht unsere Schuld“, so Lang. 19 von insgesamt 30 Kitas, die dem Starnberger BRK unterstellt sind, haben in den letzten Wochen eine Notfallbetreuung angeboten. „Die meisten anderen Träger im Landkreis haben gar keine Notbetreuung für die Kitas“, erinnert Lang. Derzeit werden gerade Pläne erarbeitet wie Eltern in der zweiten Jahreshälfte bei der Kinderbetreuung entlastet werden können.

"In Ruhe überlegen"

Die Einführung einer Contact-Tracing-App - eine Smartphone Applikation, mittels dessen die Infektionskette eines Coronavirus-Erkrankten digital nachverfolgt werden kann – hält Jan Lang im Moment für nicht notwendig. „Wir sollten die App in Ruhe überlegen, da es ja Vorbehalte dagegen gibt“. Nach Ansicht von Lang sollte statt digitaler Nachverfolgung die individuelle Eigenverantwortlichkeit mehr in den Fokus gerückt werden. Die Hilfe zur Selbsthilfe sei ein wesentlicher Grundgedanken des Roten Kreuzes. Daran erinnert auch der Weltrotkreuztag. Dementsprechend muss die Bevölkerung im Landkreis eigenständig entscheiden, wie man sich am besten gegen das Virus schützt. Eine App, welche die Arbeit hierfür abnimmt, sei wenig zielführend, erklärt der BRK-Kreisgeschäftsführer. Die Einführung einer App für den Landkreis Starnberg ist auch deshalb ungeeignet, da das Gesundheitsamt von Beginn an eine gute Arbeit bei der Nachverfolgung von Infektionsketten geleistet hat, führt Lang weiter aus.

Von Florian Ladurner

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