Unterstützung durch die Stadt

Starnberg: Feuerwehr-Anfahrtstest ergibt wohl Reduktion von Parkplätzen rund um den Kreissparkassenbau 

Feuerwehr Starnberg
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Im Rahmen einer Anfahrtstestung wurde unlängst geprüft, ob die Parkplatzsituation rund um das Starnberger Sparkassengebäude Rettungseinsätze behindert.

Starnberg - In von der Stadt initiierter Anfahrt-Test der Starnberger Feuerwehr rund um das Kreissparkassen-Gebäude hat am vergangenen Freitag ergeben, dass in der Ludwigstraße zwischen Wittelsbacher- und Hauptstraße sowie in der Wittelsbacherstraße entlang der Sparkassen-Zentrale Parkplätze reduziert werden müssen. Hintergrund ist die in der damaligen Baugenehmigung zwingend festgeschriebene Zufahrtssicherheit für die Feuerwehr.

Als die frühere Bürgermeisterin Eva Pfister (BMS) seinerzeit einige Richtung Hauptstraße liegende Parkplätze in der Ludwigstraße von der linken auf die rechte Fahrbahnseite verlegen und dort zusätzliche Stellflächen markieren ließ, war bei Feuerwehr und Landratsamt die Frage aufgekommen, ob damit nicht die besagte Zufahrtssicherheit für die Feuerwehr gefährdet sei – nach anhaltenden Diskussionen in Stadtrat und Ausschüssen entschloss sich der seit Mai amtierende neue Rathauschef Patrick Janik (UWG) im Einvernehmen mit der Feuerwehr Starnberg schließlich zum Praxis-Test – und der brachte mit Hilfe eines komplett angerückten Löschzuges nun ein eindeutiges Ergebnis: In jenem Teil der Ludwigstraße, der am Kreissparkassenbau entlang führt, benötigt die Feuerwehrdrehleiter mit ausgefahrenen Stützen zum Ausschwenken die komplette Breite der Straße, was bei dort parkenden Fahrzeugen nicht möglich ist.

In der Wittelsbacherstraße wiederum ist durch die schon länger bestehende Parkzeile vor dem Sparkassengebäude ein anderes Problem entstanden: Die Drehleiter hätte zwar genügend Platz zum Ausschwenken, benötigt jedoch wie ein Kran einen bestimmten Mindestneigungswinkel, um bei einer Personenrettung aus den oberen Etagen des Baus die Last an benötigten Einsatzkräften im Förderkorb der Drehleiter nach oben hieven zu können – dieser Neigungswinkel aber ist mit der durch parkende Fahrzeuge verminderten Straßenbreite nicht herstellbar.

Der den Testeinsatz leitende Feuerwehrkommandant Markus Grasl, Bürgermeister Janik und der Verkehrsbeauftragte der Starnberger Polizei, Oliver Jauch, konnten sich ebenso vor Ort ein Bild von der Situation machen wie die Ex-Bürgermeisterin und Stadträtin Pfister, die es sich nicht nehmen ließ, dem gesamten, über eine Stunde dauernden Befahrungstest beizuwohnen. Im Rathaus soll nun laut Janik ein Vorschlag erarbeitet werden, welche Korrekturen an den kritischen Parkplätzen rund um die Kreissparkassenzentrale vorgenommen werden, um die benötigten Flächen für die Feuerwehr künftig frei zu halten. Die Kundschaft der demnächst an der Ludwig-, Ecke Wittelsbacherstraße eröffnenden Filiale der Bäckerei „Kasprowicz“ werden dann wohl nicht mehr direkt vor dem Laden parken können.

Anschaffung von zwei neuen Löschfahrzeugen

Auch an anderer Stelle erfahren die Brandschützer in dieser Woche konkrete Unterstützung durch die Stadt: Die Feuerwehren Hanfeld und Leutstetten erhalten im zweiten Halbjahr 2022 Ersatz für ihre 42 Jahre (Hanfeld) bzw. 24 Jahre alten (Leutstetten) Löschfahrzeuge. Die gemäß Beschaffungsprogramm schon seit Jahren beabsichtigte, lange aufgeschobene Investition in Höhe von insgesamt 450.000 Euro wird dabei mit rund 70.000 Euro je Fahrzeug vom Freistaat gefördert – ein weiterer Zuschuss von 7.000 Euro kommt dadurch zu Stande, dass die Ausschreibung für die beiden LF 10 gemeinsam mit der Gemeinde Berg erfolgte, welche ein baugleiches Fahrzeug anschafft.

Michael Reiter neuer Zweiter Kommandant

Während im Haupt- und Finanzausschuss einzig die Grünen gegen die Anschaffung stimmten, weil sie den angeblich schlechten Zustand der nun zu ersetzenden Bestandsfahrzeuge anzweifelten, sagte der diesmal nicht abstimmungsberechtigte Feuerwehrreferent des Stadtrats und Zweiter Kommandant der Feuerwehr Hanfeld, Franz Heidinger (BLS), es handle sich nicht um ein „Geschenk“, sondern sei vielmehr eine „Pflichtaufgabe“ der Stadt, ihre Wehren funktions- und einsatztüchtig zu bestücken. Im Hauptausschuss gab es auch noch einen Personalbeschluss in Sachen Feuerwehr: Der per Briefnachwahl von den Mitgliedern mit 85 Prozent der Stimmen gewählte Michael Reiter wurde als neuer Zweiter Kommandant der Feuerwehr Starnberg vom Ausschuss bestätigt. Der aus Bernried stammende, seit 2017 in Starnberg lebende Hauptlöschmeister ist seit 25 Jahren in Diensten der Feuerwehr tätig und folgt auf den aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Michael Maenner. Dritter Kommandant ist weiterhin Andreas Krauß.

Thomas Lochte

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