Wechsel an der Vorstandsspitze

VHS Starnberg: Gerhard Dix sagt Servus - Tim Weidner übernimmt

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ie Volksschule Starnberger See hat einen neuen Vorstand gewählt (von links): Karin Bergfeld, Winfried Wobbe, Tim Weidner, Elke Link, Brigitte Grande und der ausgeschiedene Vorsitzende Gerhard Dix, der aber beratend weiter zur Seite steht.

Starnberg - Er gehörte zu den Gründern der Volkshochschule Starnberger See (VHS), hielt 30 Jahre lang als erster Vorsitzender die Fäden des Vorstands in der Hand: Die Rede ist von Gerhard Dix, der vergangene Woche mit 65 Jahren bei der Mitgliederversammlung in der Schlossberghalle die Vorstandsspitze an Tim Weidner abgab. Sein Nachfolger freute sich über ein "gutes Team" an seiner Seite – und über "schwarze Zahlen". Denn der Verein stehe trotz der Pandemie "ganz gut da", berichtete Dix.

Geschäftsleiterin Christine Loibl und ihr Team hätten hervorragende Arbeit geleistet. Dix sei am guten Krisenmanagement nicht unbeteiligt, folgerte Patrick Jannik in seiner Rede. "Im Vorstand der VHS kommen Probleme auf den Tisch und werden angegangen. Nur so war es auch möglich, die VHS gut durch die Corona-bedingten stürmischen Zeiten zu steuern", beschrieb Starnbergs Bürgermeister die Führungsqualität des scheidenden Vorsitzenden. Eine Fähigkeit, die wohl auch Bürgermeister Heribert Thallmair erkannte, der seinem Pressesprecher in den 1990er Jahren den Auftrag gab, die "VHS zu konstruieren und eine Satzung zu geben", erinnerte sich Dix an die Gründungsphase.

Dix sprach mit den jeweiligen Bürgermeistern der Gemeinden Berg, Feldafing, Pöcking und Tutzing, die neben der Stadt Starnberg und dem Förderverein die Mitglieder des Vereins bilden. Die Mitgliederbeiträge von aktuell vier Euro pro Jahr pro Einwohner seien ein wichtiges finanzielles Standbein. Hinzu kämen die öffentlichen Mittel vom Freistaat Bayern. "Mit diesem Geld finanzieren wir die Verwaltung und die Geschäftsführung", betonte Dix. "Die Kurse refinanzieren sich selbst." Rund 200 Dozenten "geben ihr Fachwissen an die Teilnehmer weiter". Die Erwachsenenbildung VHS ermögliche den Menschen eine Chancen- und Bildungsgerechtigkeit, sagte Dix. Und in Zeiten von Hasskommentaren und gespaltenen Gesellschaften, sei die VHS "ein Podium, auf dem die Menschen konstruktiv Themen besprechen können". Rückblickend sprach er von drei großen Herausforderungen in seiner Ära als Vorsitzender. "Der erste Umbruch war die Umstellung vom Schuhkarton in die EDV."

Die nächste Herausforderung brachte die Flüchtlingskrise 2015 mit sich. "Wir boten Deutschkurse und Wertevermittlung unseres Landes an." Und dann kam die Pandemie, die für die VHS "ein Spagat zwischen Distanz und Nähe" sei. Die VHS-Arbeit in Zeiten der Pandemie schilderte Loibl in ihrem Bericht. Als Aufhänger wählte sie das Kursangebot "Weil es oft anders kommt – mit Unsicherheit leben und arbeiten lernen". Im März stagnierten die Neuanmeldungen, Kursleiter mussten in Quarantäne – und dann kam der Lockdown. Fieberhaft suchten das Verwaltungsteam nach Lösungen, die Kurse in anderer Form durchzuführen. Sie beteiligten sich etwa bei VHS.daheim, das Gespräche, Vorträge und Seminare online ermöglicht. In Sachen Digitalisierung sei ihnen ihre VHS-Cloud zugutegekommen und die bestehenden Web-Seminare im Programm. Des weiteren wurden Kursleiter digital geschult und ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept erstellt. Nach den Pfingstferien startete die VHS mit einem leicht reduzierten Programmangebot: Mit Präsenzunterricht, der im Bedarfsfall online fortgeführt werden könnte. Sogenannte Hybridkurse ermöglichen auch mehr Kursteilnehmer aufzunehmen, die das Seminar streamen.

"Mit der Umstellung auf Online-Kurse haben wir zumindest einen Teil der Einnahmen aus Kursgebühren aus dem Frühjahrssemester gerettet", so Loibl. Nicht zwingend notwendige Investitionen und Ausgaben wurden verschoben, es gingen Spenden in Höhe von 8500 Euro ein. Die Corona-Soforthilfe, eine Vorschusszahlung beim BAMF und der "Rettungsschirm Erwachsenenbildung Bayern" glichen den Einnahmenverlust teilweise aus. Derzeit liegen 1200 Anmeldungen vor, das sind rund 1000 weniger als 2019. Und auch die Planung des kommenden Frühjahrs- und Sommersemesters stünde unter dem Motto: "Mit Unsicherheit arbeiten lernen". Die Geschäftsleiterin und ihr Team unterstützt fortan der neue Vorsitzende Weidner mit seinen Stellvertretern Brigitte Grande und Elke Link sowie Schatzmeister Winfried Wobbe und Schriftführerin Karin Bergfeld, die einstimmig in ihrer Funktion bestätigt wurden. Dix werde ihnen auch in Zukunft beratend zur Seite stehen, versprach der Mann, der sich nicht in den Ruhestand zurückzieht, sondern weiterhin im Bayerischen Gemeindetag tätig sein wird.

Von Michèle Kirner-Bernoulli

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