Kampf den Plastiktüten

Alles weiter in die Tüte

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Plastiktütenfrei wird der Landkreis Starnberg nicht, ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion fiel durch.

Landkreis – Landkreisbürger können auch künftig ihren Einkauf in Plastiktüten nach Hause bringen. Der Antrag von Bündnis90/Die Grünen den „ersten Plastiktütenfreien Landkreis in Bayern“ zu schaffen, lehnte der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr in seiner jüngsten Sitzung ab.

Allerdings sprach sich das Gremium mit einer Gegenstimme generell dafür aus, mit einer Aktionswoche die Bevölkerung zum Umdenken anzuregen und so die Verwendung von Plastiktüten zu verringern. Laut Grünen-Kreisrat Peter Unger werden jährlich 5,3 Milliarden Plastiktüten allein in Deutschland verbraucht – insgesamt sind das 90.000 Tonnen Kunststoff im Wert von 200 Millionen Euro. Ein ungeheurer Ressourcen- und Energieverbrauch: Denn für die Herstellung jeder einzelnen Plastiktüte werden 50 Milliliter Erdöl benötigt, dass bekanntlich nicht unendlich verfügbar ist. Der jährliche Erdölbedarf im Landkreis beträgt damit rund 461.500 Liter, hatten die Kreis-Grünen ausgerechnet. „Das schreit nach Gegenmaßnahmen“, begründete Peter Unger den Antrag seiner Fraktion, auf die Abgabe und den Verkauf der Kunststofftaschen komplett zu verzichten. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal könne der Landkreis Starnberg auch einen erheblichen Marketing-Coup landen, abgesehen von einem wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“. Die Landkreisverwaltung sah zwar durchaus auch das Potential an Energie- und Ressourceneinsparungen und begrüßte die Initiative. Ein komplett Kunststofffreier Landkreis sei aber unrealistisch. Doch die Öffentlich- keitskampagne fand man eine gute Sache. „Es würde uns gut zu Gesicht stehen die Bevölkerung zu sensibilisieren“, betonte Landrat Karl Roth und war ebenso wie eine Mehrheit im Kreisausschuss bereit, dafür 15.000 Euro auszugeben. aj

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