Starnberg: Leistungserschleicher verliert Überblück über seine Schwarzfahrten

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Starnberg – Ein wegen wiederholter Leistungserschleichung angeklagter Starnberger hatte offenbar den Überblick verloren, was seine Schwarzfahrten anging: „Kann sein, ich schätze mal, dass es so war“, sagte der mittlerweile 21-Jährige, der bereits eine Verurteilung wegen neunfachen Schwarzfahrens aus dem Jahr 2015 aufzuweisen hatte und sich diesmal wegen einer von zwei weiteren ticketlosen Fahrten 2016 verantworten sollte.

„Ich weiß nicht mehr, was an dem Tag genau war“, so der Beschuldigte zu Amtsrichter Richter Ralf Jehle, der gegen den Mehrfach-Sünder gerade noch nach Jugendstrafrecht verhandeln konnte. Inzwischen fahre er „mit dem Auto zur Arbeit“, setzte der Starnberger hinzu, woraufhin Jehle entgegnete: „Das mit dem Schwarzfahren müsste ja auch langsam mal ein Ende haben, das ist jedes Mal eine Straftat!“ Der Kontrolleur der Deutschen Bahn, der den jungen Mann damals ohne gültigen Fahrschein im Regionalzug zwischen Westkreuz und Gräfelfing erwischt hatte, erläuterte im Zeugenstand die moderne Ahndungspraxis bei vermuteten Schwarzfahrten: Werde jemand erwischt, der behauptet, seinen personenbezogenen Fahrausweis (mit Lichtbild) nur „vergessen“ zu haben, habe der 14 Tage Zeit, diesen nachzureichen; wer keinen personenbezogenen Fahrausweis nachreichen könne, müsse innerhalb der gleichen Frist die üblichen 60 Euro „erhöhtes Beförderungsentgelt“ bezahlen, sonst komme es zur Strafanzeige. Und auch für „online“ gebuchte Tickets sind die DB-Kontrolleure gerüstet: „Wenn wir den Ausweis eines ohne Fahrschein angetroffenen Fahrgasts in unser Handy einscannen, können wir den genauen Kaufzeitpunkt eines eventuellen früheren personenbezogenen Ticket-Kaufs überprüfen.“ Bei Anblick des herannahenden Kontrolleurs also schnell noch im Internet zu kaufen, funktioniere nicht, so der DB-Mann: „Wir sehen das online an einem grünen Balken.“ Der müsste komplett durchlaufen, wenn der Fahrschein-Kauf schon vor Antritt der Fahrt erfolgt wäre – wenn nicht, habe man einen Schwarzfahrer vor sich. Der Starnberger wurde - letztmals kam bei ihm Jugendstrafrecht zur Anwendung - zu 40 Stunden sozialer Dienste verurteilt: „Klappt das diesmal?“, fragte die Jugendgerichtshelferin vorsorglich, nachdem bei der erwähnten früheren Verurteilung (zu 24 Sozialstunden) ein Ungehorsamsarrest gegen den jungen Mann erforderlich gewesen war. Der angehende Lehrling versicherte, er werde die Stunden diesmal sofort ableisten. mps

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