Projekt „Justine“ vorgestellt

Starnberg soll Fair-Trade-Town werden

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Rahmée Wetterich (re.) und Susan Bühler vom Modelabel „Noh Nee“ in ihren „Dirndl à l’africaine“.

Starnberg – Zum fairen Frühstück am Montag waren zahlreiche interessierte Bürger gekommen, darunter Vertreter aus Gastronomie und Einzelhandel, dem Starnberger Weltladen, der Kirchengemeinde und dem Stadtrat sowie der Fair-Trade-Steuerungsgruppe.

Standortförderin Sarah Buckel übernahm die Begrüßung im Namen der Stadt Starnberg: „Der Zertifizierungsprozess der Stadt Starnberg zur Fair-Trade-Town ist dank der engagierten Arbeit der Steuerungsgruppe in vollem Gange. Wir gehen das Thema Fair Trade ganzheitlich an: nicht nur faire, sondern auch nachhaltige und regionale Produkte sollen in den Fokus rücken.“ Deshalb konnten die Besucher des fairen Frühstücks nicht nur faire, sondern auch regionale und Bioprodukte probieren. Der Starnberger Steuerungsgruppe ist es wichtig, einen neuen Blickwinkel auf das Thema Fair Trade zu werfen und weitere Impulse aufzunehmen. Denn beim Thema Fair Trade geht es längst nicht mehr nur um die faire Bezahlung von Kaffee-Bauern und die Lebensmittelbranche, gerade die Textilindustrie ist dafür bekannt, Menschen in den ärmsten Ländern der Welt skrupellos auszubeuten.

Dirndl aus traditionellen afrikanischen Stoffen

Erfreulicherweise gibt es aber auch Ausnahmen, so wie die Modedesignerin Rahmée Wetterich mit ihrem Münchner Label „Noh Nee“. Die Stadt Starnberg konnte die gebürtige Kamerunerin für das faire Frühstück als Referentin gewinnen. Die Dirndl, die das Modelabel produziert, werden aus traditionell afrikanischen Stoffen hergestellt. Rahmée Wetterich setzt sich mit dem Projekt „Justine“ in Benin (Westafrika) für faire Arbeitsbedingungen und vor allem für die Bildung und Berufsausbildung junger Frauen ein. „Unsere Vision ist es, möglichst viele Menschen in Afrika zu unterstützen, für sich ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben aufzubauen“, erzählte Rahmée Wetterich. Das Ziel für die nächsten Jahre steht auch schon fest: Zusammen mit der Hochschule Biberach will der Verein „Justine“ ein Berufs- und Kulturzentrum in Benin aufbauen und betreiben.

Faires und angemessenes Gehalt

Neben dem Schneiderhandwerk ist geplant, auch andere Disziplinen zu vermitteln. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die jungen Leute nach der Berufsausbildung ein faires und angemessenes Gehalt bekommen. Auch die nächsten Schritte der Steuerungsgruppe sind bereits gesetzt: Im Sommer wird die Bewerbung an die Kampagne „Fair-Trade-Towns“ abgegeben, so dass die Zertifizierung der Stadt Starnberg zur Fair Trade Town nicht mehr weit ist. Neben dem Starnberger Gymnasium konnten die Kirchengemeinden, die STAgenda 21, der Weltladen Starnberg sowie einige Gastonomen und Einzelhändler bereits als Partner gewonnen werden.

Von Kreisbote

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