Starnberg: Zwei Jahre Gefängnis für betrügerischen Altenpfleger (42)

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Starnberg  – Wegen 19-fachen Computer-Betruges und 53-fachen Betruges verbunden mit Urkundenfälschung ist ein 42-jähriger Altenpfleger aus Starnberg vom Amtsgericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Richterin Brigitte Braun sah es nach umfangreicher Beweisaufnahme und drei Verhandlungstagen als zweifelsfrei erwiesen an, dass sich der Verurteilte bei einer inzwischen verstorbenen, hochbetagten Dame in betrügerischer Weise „großzügig bedient“ hatte.

Der schon seit 2008 im Hause der vermögenden Starnbergerin angestellte und per Dienstleistungsvertrag mit monatlich 2.600 Euro entlohnte Krankenpfleger hatte laut Anklage in den genannten 19 Fällen Bar-Abhebungen zu je 1.000 Euro vom Konto der Seniorin getätigt, ohne dazu befugt gewesen zu sein; in weiteren 53 Fällen hatte der als Vertrauensperson geltende Mann mit der Kreditkarte seines Schützlings Einkäufe zum eigenen Nutzen getätigt – sämtliche Vorwürfe dieser Art wies der Beschuldigte von sich und behauptete, er sei von der Kontobesitzerin ausdrück-lich dazu autorisiert gewesen und außerdem von ihr ein „Darlehen“ über 30.000 Euro erhalten. Für das Gericht war es nicht einfach, sich ein Urteil zu diesen Strafvorwürfen zu bilden: Der Angeklagte war nach ersten Verdachtsmomenten von der Geschädigten entlassen, aber später wieder eingestellt worden – unklar blieb, ob dieser „Rückkehr“ eine Entschuldigung oder Wiedergutmachungsleistung des 42-Jährigen vorausgegangen war. 2014 hatte der (mittlerweile ebenfalls verstorbene) Ehemann der alten Dame Strafanzeige erstattet: Die damals zu Protokoll genommene Aussage der Starnbergerin ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig – der Altenpfleger sei demnach „ein Lump, der lügt, wenn er den Mund aufmacht“. Belastend für den Beschuldigten waren auch Zeugenangaben aus dem familiären Umfeld der Geschädigten, die sich gleichfalls auf Äußerungen der während des Prozesses Verstorbenen bezogen. Trotz der zehn Vorstrafen des Altenpflegers (acht davon einschlägig) plädierte die Verteidigung auf Freispruch mangels Beweisen: Der Mandant habe sogar über den Tod der Starnbergerin hinaus eine Vorsorgevollmacht erhalten, was beweise, welche Vertrauensstellung er sich erworben habe. Richterin Braun wertete dies in ihrer Urteilsbegründung anders: „Ohne dieses Vertrauen hätte er nicht so wirtschaften können – die Geschädigte wollte ihn zwar versorgt wissen, sich aber nicht uneingeschränkt betrügen lassen.“ Für eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung sah Braun keinerlei Anlass.mps

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