Starnberger Aktion gegen Hundekot

„Immer schön sauber bleiben“: Nicht nur den Kindern stinkts, wenn sie auf ihren täglichen Wegen über Hundekot steigen müssen. Auch die Stadt, die Landwirte und der Seniorenbeirat beteiligen sich an der Aktion, die am Dienstag angelaufen ist. Foto: Puls

Brigitte Winkler, Leiterin des städtischen Kindergartens Hirschanger in Starnberg, ist außer sich: Erst vor zwei Wochen habe der Betriebshof die Schulstraße im Bereich des Kindergartens von den Hinterlassenschaften der Hunde aus der Nachbarschaft befreit. „Leider hat dies nicht lange angehalten; mittlerweile ist der Zustand schlimmer als zuvor“, ärgert sie sich. Darum hat sie gemeinsam mit der Stadt Starnberg, dem Bayerischen Bauernverband im Landkreis, dem Seniorenbeirat, der STAgenda21 sowie dem Kinderhort und der Grundschule Starnberg die Aktion „Immer schön sauber bleiben“ ins Leben gerufen.

Das Problem mit dem Hundekot beschäftige die Stadt schon seit langer Zeit, sagte bei der Vorstellung der Aktion am gestrigen Dienstag Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger. „Das ist eine Zumutung, den Bereich vor dem Kindergarten als Hundeklo zu missbrauchen.“ Brigitte Winkler möchte gemeinsam mit den weiteren Vertretern - auch der Hundesportverein Starnberg möchte sich beteiligen - auf die Problematik für der Verunreinigung durch Hundekot hinweisen und die Besitzer der Vierbeiner sensiblisieren. „Wir müssen den Leuten erklären, was es bedeutet, ständig auf der Hut vor diesen Hundehaufen zu sein.“ Auch das Budget des Kindergartens wird durch die „ständigen Säuberungen“ arg strapaziert. „Wir wollen das Geld nicht andauern für diesen Mist ausgeben“, legte sie nach. Wie Winkler und Pfaffinger beide bestätigen, nehmen die Beschwerden seit Jahren zu: Ob das die Mütter sind, die morgens die Kinder in den Hort oder zur Schule bringen, die Tagesmutter, die über verunreinigte Spielplätze im Stadtgebiet klagt oder der Seniorenbeirat, der von seinen Rollstuhl fahrenden Mitgliedern weiß, wie sehr es diesen stinkt, wenn sie wieder in einen Hundehaufen gefahren sind. Auf die besonderen hygienischen Gefahren durch den Hundekot auf Weideflächen wies Landwirte-Ortsobmann Wilhelm Schäffler hin. „Es ist sehr wichtig, dass sich die Landwirtschaft an der Aktion beteiligt und so verdeutlicht, dass das Verhalten mancher Hundebesitzer auch in freier Natur sehr problematisch ist“, so der Söckinger Landwirt. Durch Hundekot verschmutztes Futter könne für die Tiere zur echten Gefahr werden, wenn es beim Mäh- und Erntevorgang mit dem Kot, der wohlmöglich mit Parasiten verunreinigt ist, in die Nahrungskette gelange. Der Arbeitskreis „natürliche Ressourcen STAgenda21“ will mit einer eigenen Aktion auf die gefahr für das Starnberger Trinkwasser in der Maisinger Schlucht aufmerksam machen, ähnliches planen der Arbeitskreis Verkehr der STAgenda21 und der Seniorenbeirat, beide setzen sich für saubere Radl- und Fußwege ein.

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