Wegen Brücke über Maisinger Bach und Kauf von Katastrophenschutzboot

Starnberger Feuerwehr-Kommandant Markus Grasl kritisiert Stadtverwaltung 

+
Kommandant Markus Grasl (li.) kritisierte die Stadtverwaltung.

Starnberg – Die Zukunftsfähigkeit der Starnberger Feuerwehr steht und fällt mit dem Feuerwehrbedarfsplan – so lässt sich das Zwischenergebnis zusammenfassen, das beim „Projektausschuss für Feuerwehr- und Rettungsdienstangelegenheiten“ (PAFR) am 20.November festzustellen war: Einige im Sinne des abwehrenden Brandschutzes dringliche Wünsche der Feuerwehr können womöglich nicht erfüllt werden, andere fanden im Ausschuss nahezu einhellige Unterstützung.

Eher wenig Chancen dürfte die von Kommandant Markus Grasl namens der Starnberger Feuerwehr ins Spiel gebrachte Ertüchtigung der Brücke über den Maisinger Bach in Neusöcking haben: Damit auch größere Fahrzeuge der Feuerwehr Söcking möglichst schnell (es gibt nämlich gesetzlich vorgeschriebene „Hilfsfristen“) zu einem möglichen Brandort nahe des künftigen südlichen B2-Tunnel-Portals oder zum Neubaugebiet „Am Wiesengrund“ gelangen können, soll – so der Antrag - die seit rund 20 Jahren für den motorisierten Verkehr gesperrte Holzbrücke so aufgerüstet werden, dass sie eine zulässige Gesamtlast von 18 Tonnen und mehr tragen kann. Dem Vorschlag der Feuerwehrler stehen allerdings gravierende Hindernisse entgegen: Wegen der Trinkwasservorkommen (Brunnen) in der Maisinger Schlucht dürfe zum Beispiel durch eine Brückenertüchtigung keinesfalls die über dem Grundwasser liegende Deckschicht verletzt werden, sagen Fachleute. Allein wegen dieser Gefahr für das Trinkwasserschutzgebiet werde das zuständige Wasserwirtschaftsamt einem solchen Vorhaben „wohl niemals zustimmen“, prognostizierte Stadtrat Franz Sengl (Grüne) im Ausschuss – Sengl ist Geologe und wohnt in unmittelbarer Nähe zur Bachbrücke. Auch Markus Mooser (WPS) äußerte Bedenken, ob der ganze Aufwand überhaupt sinnvoll wäre: Müsste etwa die Feuerwehr Söcking zu den genannten Brandorten über die Westumfahrung anrücken, würde sie doch gar nicht so viel länger brauchen, meinte Mooser. Weil eine Abwägung zwischen gebotenem Brandschutz und Einhaltung der Hilfsfristen einerseits und dem Trinkwasserschutz für die Maisinger Schlucht andererseits Projektausschuss im Projektausschuss nicht vorgenommen werden konnte, blieb zunächst nichts anderes zu beschließen, als eine (gutachterliche) Prüfung der Angelegenheit zu veranlassen.

Kommandant Grasl kritisiert Stadtverwaltung

Angelika Kammerl (Parteifreie) wie auch Feuerwehrkommandant Markus Grasl nahmen dieses „Auf-der-Stelle-Treten“ zum Anlass, mehr oder wenige deutliche Kritik an der Stadtverwaltung zu üben – Tenor: Die Aspekte der Brückenertüchtigung hätte man längst abklären können. Auch der seit längerem in Arbeit befindliche Feuerwehrbedarfsplan der Starnberger Feuerwehr sowie ein Restwertgutachten zum Kauf des Katastrophenschutzboots „Florian Starnberg 99/1“ (angeblich soll das Gutachten in spätestens drei Wochen vorliegen) hemmte diesmal einige Beschlussfassungen: Die Stadt will das Boot vom Landkreis kaufen, damit die Feuerwehr Starnberg es nur für Einsätze im Stadtgebiet nutzen kann. 

Am Rande ihrer Kapazität

Der Hintergrund dazu: Für eine Betreuung beim weiteren Einsatzradius als Boot des Kreises (also ohne Ankauf) fehlt der Wehr das Personal, und wie die künftige Personalausstattung (mit den bekannten Zusatzaufgaben „B 2-Tunnel“ und womöglich „Gewerbegebiet Schorn“) tatsächlich aussehen wird, weiß noch niemand. Wie angespannt die personelle Lage schon jetzt ist, zeigte sich beim Tagesordnungspunkt „Erfassung der Einsatzberichte“: Zur Entlastung der bislang ehrenamtlich arbeitenden Berichterstatter bei Feuerwehr und Stadt von dieser Aufgabe sollte auf 450-Euro-Basis eine entsprechende Stelle installiert werden, doch auch hier gab es Diskussionen – der Antrag ging letztlich mit 10:3-Stimmen durch, doch musste sich Kommandant Grasl anhören, das Erfassen von Einsatzberichten habe früher „doch auch ganz gut geklappt“. Dass die Feuerwehr schon jetzt in vielen Punkten am Rande ihrer Kapazitäten angelangt ist, scheint vielen noch immer nicht bewusst zu sein.

Von mps

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Feuerwehrübung über den Dächern von Gauting
Feuerwehrübung über den Dächern von Gauting
Mischung an Nationalitäten: Starnberger Ausländerbeirat feierte 45-jähriges Bestehen
Mischung an Nationalitäten: Starnberger Ausländerbeirat feierte 45-jähriges Bestehen
Selbstverständliches Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung in der Grundschule Starnberg
Selbstverständliches Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung in der Grundschule Starnberg

Kommentare