Die Gebrüder Houdek planen auf 30.000 Quadratmeter ein Wohn- und Arbeitsquartier

Starnberger Gewerbegebiet mit neuem Gesicht

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Vor der Firmenzentrale an der Moosstraße: (v.l.) Rudolf Houdek, Bürgermeisterin Eva John, gwt-Chef Christoph Winkelkötter und Robert Houdek.

Starnberg – Das Traditionsunternehmen Houdek hat im Starnberger Gewerbegebiet Großes vor. Auf dem eigenen Firmengelände an der Moosstraße und auf vier Nachbargrundstücken soll auf einer Fläche von über 30.000 Quadratmeter ein neues Wohnquartier mit Arbeitsplätzen entstehen. Bürgermeisterin Eva John zeigte sich bei einem Rundgang durch die ehemalige Wurstfabrik von den Plänen begeistert. Am 23. Januar werden diese erstmals öffentlich im Bauausschuss der Stadt vorgestellt.

Die 1962 von Firmengründer Rudolf Houdek errichtete Wurstfabrik im Starnberger Gewerbegebiet steht heute weitgehend leer. Dazu gehört auch ein ehemaliges Mitarbeiter-Wohnheim mit über 100 Apartments. Weil die Houdeks – mittlerweile hat die dritte Generation die Geschicke übernommen – den Standort nicht erweitern konnten zog die Produktionsstätte mit heute 480 Mitarbeitern bereits Ende der 1990er Jahre in das oberfränkischen Arzberg. Zurück blieb die Firmensitz samt Verwaltung und ein Lager. Die beiden heutigen Firmenlenker Robert und Rudolf Houdek überlegen seit einigen Jahren schon, was mit dem brach liegenden rund 15.000 Quadratmeter großen Areal geschehen soll.

Mit einem Einzelhändler blitzten die Houdeks ab

Bevor die beiden Enkel ans Ruder kamen sollten ursprünglich internationale Investoren das Gelände übernehmen. Robert und Rudolf Houdek stiegen kurzerhand selbst in den Bieterprozess mit ein – und setzten sich durch. Einen ersten Anlauf unternahmen die beiden, um das Gelände für einen großen Einzelhändler zu öffnen – was auf deutliche Ablehnung bei der Stadt stieß. Schließlich kam die Idee auf, auch die Nachbarn an der Moosstraße, Petersbrunner- und Münchner Straße miteinzubeziehen. Im Dezember 2018 gründeten sie die Interessengemeinschaft Moosanger Starnberg, an der mittlerweile vier Unternehmerfamilien mitwirken – Carl Ferdinand Baasel, Harald Wimmer, Josef und Peter Kirchmayr sowie Monika und Peter Hauser. „Wir spüren die Verantwortung, ein ebenso gutes Ergebnis zu erreichen wie unsere Väter und Großväter“, betonte Rudolf Houdek bei der Vorstellung des Bauvorhabens am vergangenen Montag. Das Projekt könne nur dann erfolgreich sein, wenn alle etwas davon hätten, ist sich der Houdek-Enkel sicher. Dass die Pläne derzeit noch eine Vision und somit für Vorschläge und Bedürfnisse der Öffentlichkeit und Starnbergs Bürger offen seien, betonte Robert Houdek: „Es geht nur gemeinsam.“ Beide versprechen ein hohes Maß an Transparenz und wollen jederzeit ansprechbar sein.

Engagement Glücksfall für die Stadt 

Dass nun Starnberger selbst die Zukunft dieses Grundstücks gestalten, ist nicht nur für Bürgermeisterin Eva John ein Glücksfall. Alle Fraktionen im Stadtrat bekundeten unisono ihre Unterstützung bei der Umsetzung des Vorhabens. Die Gebrüder haben für eben diese Umsetzung erfahrene Partner mit ins Boot geholt: Die Scherbaum Unternehmensgruppe, die Bernd Schwarz Projektentwicklung und Architekt Klaus Kehrbaum. Als Arbeitstitel haben die Houdeks „moosaik – das verbindende Quartier“ gewählt – moosaik in Anlehnung des Straßennamens des Firmensitzes. Das Konzept sieht vor, das Durcheinander der in die Jahre gekommenen Gewerbebauten neu zu strukturieren und in ein noch zu erarbeitendes Flächenkonzept zu integrieren. Wenn möglich, so erläuterten es beide, sollen die Betriebe wieder in die Neubauten einziehen. Neben Gewerbe und Handwerk soll es viel Platz für Wohnraum geben, ebenso für öffentliche Einrichtungen. Das Highlight könnte eine Brücke über die vielbefahrene Münchner Straße sein, damit Fußgänger und Radfahrer den See erreichen.

po

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