Besondere Kunstaktion am Kirchplatz

Starnberger Glücksmomente im Sitzen

Glücksmomente nehmen Platz am Starnberger Kirchplatz
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Ein Mutmacher in schwierigen Zeiten: Der Smiley-Stuhl der Starnberger Künstlerin Naomi Lawrence kann derzeit auf dem Kirchplatz im Rahmen der Kunstaktionsreihe „Glücksmomente nehmen Platz“ bestaunt werden.
  • VonFlorian Ladurner
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Starnberg - Die Kultur im Freistaat lebt! So scheint es, wenn man auf den „Grünen Hügel“ blickt. Innerhalb von wenigen Stunden waren alle Tickets für die Bayreuther Festspiele ausverkauft. Wagner ist nun mal Wagner. In pandemischen Zeiten hat es die hiesige Kunst-und Kulturszene allerdings nicht ganz so leicht, wie das Bayreuther Beispiel zu glauben vermag. Das zeigt sich schon daran, dass die Bundesregierung unlängst ein Rettungsprogramm namens „Neustart Kultur“ auf den Weg gebracht hat, welches der an den Folgen der Corona-Pandemie darbenden Kreativ-und Kulturwirtschaft finanziell wieder auf die Beine helfen soll. Darüber hinaus trägt auch ein Sonderfond zur Belebung der Kultur in den einzelnen Bundesländern, darunter auch Bayern, bei. Wichtiger denn je ist allerdings auch das freiwillige Engagement, um die Kultur aus ihrer Schockstarre zu befreien. Wie ein kultureller Neustart funktionieren kann, zeigen auf eindrucksvolle Weise die Künstlerinnen Patricia und Naomi Lawrence. 

Bereits seit Längerem beschäftigen sich die Stadtverwaltung, Geschäftsleute und Bürger mit der Frage, welche Veränderungsprozesse nötig sind, um Starnberg aus seinem lethargischen Zustand zu befreien. Immer mehr leerstehende Läden in der Innenstadt sowie ein überschaubares Angebot an Kulturveranstaltungen lassen die Kreisstadt mehr und mehr zur „Schlafstadt“ verkommen.

Der vom Kulturbüro konzipierte Kultursommer stellt hierbei einen wichtigen Ansatz dar, um Kunst und Kultur in Starnberg neuen Schwung zu verleihen. Mit der neu geschaffenen Veranstaltungsreihe wolle man Musiker und Kreative ein Stück Normalität zurückgeben und eine entsprechende Bühne geben, so Kulturreferentin Petra Brüderl. Da die Pandemie, bedingt durch die Einschränkung von Kontaken, zu einer Reduktion des örtlichen Vereinslebens geführt hat, wollte das Kulturbüro mit einer besonderen Kunstaktion ein Zeichen für das solidarische Miteinander in der Kreisstadt setzen und auch zu einer Reaktivierung der hiesigen Vereinsaktivität beitragen. Die Botschaft hinter der außergewöhnlichen Kunstaktion heißt: „Bürger, holt eure Stühle raus und macht das Leben bunter“. Momentan können 36 fantasievoll gestaltete Stühle auf dem Starnberger Kirchplatz bestaunt werden. Einen ganz speziellen Glücksmomente-Stuhl hat die Künstlerin Naomi Lawrence gestaltet. Die mit lachenden Smileys verzierte Sitzgelegenheit steht passend für den von Pretra Brüderl ausgemachten positiven Spirit, der dieser Tage durch Starnbergs Kulturszene weht.

Die Vorbereitungen für die Open-Air-Ausstellung wurden jedoch von einem Vandalismusvorfall überschattet, bei dem einige Objekte jugendlichem Übermut zum Opfer fielen. Um die Stühle vor weiteren Attacken zu schützen, hat sich das Ehepaar Lawrence dazu bereit erklärt während den Ausstellungstagen die jeweiligen Stühle auf den Kirchplatz auf-und wieder abzubauen.

»Wir-Gefühl stärken«

Für Patricia Lawrence sind Sitzmöbel seit jeher ein wichtiger Teil ihrer künstlerischen Arbeit. Stühle sind nicht nur ihre Leidenschaft, sondern wurden im Laufe der Jahre zu einer richtigen Obsession, erzählt die Künstlerin. „Es ist toll, was in Starnberg passiert“, freut sich Lawrence. Die Kunstaktion trage wesentlich dazu bei das Wir-Gefühl in der Stadt zu stärken, so die Starnbergerin.

Naomi und Patricia Lawrence sind in der Münchner Kunst-und Kulturszene bestens vernetzt, schätzen an der Kreisstatd aber die Aufgeschlossenheit gegenüber Kreativen. „Künstler werden in Starnberg mit offenen Armen empfangen. Wir sind stolz einen kleinen Beitrag zu leisten“, sagt Patricia Lawrence.

Organisatoren und teilnehmende Künstlerinnen und Künstler hoffen, dass die kulturelle Aufbruchstimmung auch in den kommenden Monaten weiter anhält. Starnberg hat alles, was eine Kulturstadt mitbringt, auch aufgrund einer Standortförderung, die in allen Bereichen unterstützend mitwirkt, hebt Patricia Lawrence hervor.

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und Starnbergs Pandemie-bedingter, kultureller Dornröschenschlaf neigt sich dem Ende zu.

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