Kein Heldentum

Starnberger S-Bahn Surfer von Bundespolizei gestellt

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Zwei Jugendliche, die im Bereich zwischen Herrsching und Pasing am Samstagabend auf S-Bahnen surften, konnten dank eines aufmerksamen Passanten von Beamten der Bayerischen Landespolizei am S-Bahnhaltepunkt Neugilching gestoppt werden.

München / Herrsching – Zwei Jugendliche, die im Bereich zwischen Herrsching und Pasing am Samstagabend auf S-Bahnen surften, konnten dank eines aufmerksamen Passanten von Beamten der Bayerischen Landespolizei am S-Bahnhaltepunkt Neugilching gestoppt werden.

Gegen 21.45 Uhr meldete eine bislang unbekannte Person der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern zwei Personen, die zwischen Weßling und Gilching-Argelsried, auf einer S-Bahn surften. Nachdem erste Ermittlungen ergebnislos blieben, erkannten Beamte der Polizei des Freistaates Bayern gegen 22.15 Uhr zwei Personen, die in Weßling auf eine S-Bahn stiegen. Die Jugendlichen im Alter von 14 bzw. 15 Jahren konnten am S-Bahnhaltepunkt Neugilching von Beamten der Polizeiinspektion Germering gestellt werden. Sie surften auf einer von Herrsching zum Flughafen verkehrenden S8 und dokumentierten ihre Fahrt mit einer Action-Filmkamera. Die „GoPro“ wurde von der informierten Bundespolizei, die zuständigkeitshalber die Sachbearbeitung übernahm, als Beweismittel sichergestellt. 

Nach eingehender Belehrung wurden die beiden Weßlinger, die nach ersten Ermittlungen bei Halten diversen S-Bahnen in Weßling oder Gilching-Argelsried auf das am Zugschluss befindliche Kupplungsstück gestiegen waren und bis zum nächsten Halt mitsurften, ihren jeweiligen erziehungsberechtigten Müttern übergeben. Diese nahmen das Angebot zu einem Präventionsgespräch für ihre Sprösslinge bei der Bundespolizeiinspektion München an. Es kam zu geringfügigen Verspätungen im S-Bahnverkehr der Linien S8. 

Die Triebfahrzeugführer diverser S-Bahnen hatten von den Surfern nichts bemerkt. Die beiden Schüler aus dem Landkreis Starnberg wurden nach § 64b Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung verwarnt. 

Berliner hat Leichtsinn mit Tod bezahlt

Die Bundespolizei warnt eindringlich vor dem Surfen auf S-Bahnen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit bundesweit zu tödlichen Unfällen. Unter anderem im September letzten Jahres in Berlin, als ein 20-Jähriger seinen Leichtsinn mit dem Tod bezahlte, als er gegen eine Brücke geprallt war. Ebenso im Juni 2018 als in Hamburg ein 14-jähriger S-Bahn-Surfer von einem Dach stürzte. Im April 2017 war ein 16-jähriger Schüler aus dem südlichen Münchner Landkreis, der zuvor S-Bahn surfte, zwischen Neubiberg und Ottobrunn, tot im Gleis liegend, aufgefunden worden. Ein Vater, der im März 2014 in Berlin seinen 19-jährigen S-Bahnsurfenden Sohn verlor, und daraufhin eine Literaturstiftung gründete, sagte: „Die Jugendlichen denken nicht daran, dass sie sterben oder sich schwer verletzen könnten. Mit Heldentum haben solche Aktionen nichts zu tun. Sein Leben für einen schnelllebigen Ruhm im Internet zu gefährden – das ist es nicht Wert.“  Wie wahr … 

Die Bundespolizei bittet Personen, die außen an einer S-Bahn Mitfahrende sehen, schnellstmöglich über die 110 die Polizei zu alarmieren.

Von Kreisbote

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