Starnberger Klinik-Betten für Myanmar

Betten für Myanmar: Der letzte Container wird am Starnberger Klinikum von (v.l.) Robert Schmitt, Geschäftsführer Sascha Sator und Jürgen Müller-Neuendorf (beide MHW) beladen. Foto: aj

Es ist eines der ärmsten Länder der Welt und benötigt dringend medizinische Hilfe: Myanmar, das sich langsam aus der Umklammerung des Militärs befreit. Dank erster demokratischer Reformen kann den Menschen dort deutlich leichter geholfen werden. Das Klinikum Starnberg hat dem Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (MHW) 194 Betten und Nachtkästchen für eine Lieferung nach Yangon zur Verfügung gestellt.

Der letzte von insgesamt sechs Containern wurde am Montagnachmittag am Starnberger Krankenhaus beladen und dann in Richtung Hamburg geschickt. Mit dem Schiff geht es von dort aus weiter nach Südostasien. „Es ist unvorstellbar, was für Zustände dort in den Krankenhäusern herrschen“, beschrieb Jürgen Müller-Neuendorf, der Projektleiter Myanmar des MHW und Initiator der Aktion, die Situation in dem Land, das seit einem Jahr einen langsamen demokratischen Wandel erlebt. Die Betten werden für eine gerade eröffnete Augenklinik sowie für das aus den 1970er Jahren stammende Thandwe General Hospital in der Region um die Hauptstadt Yangon benötigt. „Die Menschen liegen in den Krankenhäusern auf Holzpritschen, wenn sie Glück haben, gibt’s ein Leinentuch drunter“, berichtete Müller-Neuendorf von seinen Besuchen, die er seit 2007 in die von Naturkatastrophen gebeutelte Region unternimmt. Für das Starnberger Kreiskrankenhaus kam die Anfrage von Müller-Neuendorf und MHW-Präsident Robert Schmitt wie gerufen. „Im Zuge unserer Sanierung haben wir die rund 20 Jahre alten Betten gegen modernere ausgetauscht“, schilderte Klinik-Geschäftsführer Sascha Sartor. „Die Betten sind freilich alle voll funktionsfähig“, so Sartor weiter, „für uns aber technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand“. Für die Organisation des „Bettenwechsels“ bis zum Abtransport benötigten der MHW und die Klinik rund ein Jahr Vorbereitungsphase, schilderte Sartor. Weitere Projekte sind laut MHW-Präsident Schmitt die Unterstützung einer Schule und eines Waisenhauses sowie ein medizinisches Versorgungsboot.

Auch interessant

Meistgelesen

Klaus Götzl: Drei Jahrzehnte für den Tourismus
Klaus Götzl: Drei Jahrzehnte für den Tourismus
Das Kaufhaus Sedlmayr ist Geschichte
Das Kaufhaus Sedlmayr ist Geschichte
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Starnberger Polizei klärt Graffitiserie
Starnberger Polizei klärt Graffitiserie

Kommentare