Starnberger Kreistag diskutiert über den Standort für das Herrschinger Gymnasium

"Würden wieder bei Null anfangen"

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Auf diesem Grundstück am Mühlfeld möchte der Landkreis das Gymnasium bauen. Ein Erbpachtvertrag mit dem Eigentümer ist abgeschlossen, im nächsten Jahr soll der Kreisels kommen.

Starnberg/Herrsching – Das Interesse an der Kreistagssitzung am Montagmorgen war groß – neben Bürgermeister Christian Schiller waren Jens Waltermann vom Förderverein für ein weiteres Gymnasium im westlichen Landkreis, einige seiner Mitstreiter sowie deren Kontrahent Gerhard Knülle ins Landratsamt gekommen. Kreiskämmerer Stefan Pilgram informierte die Runde über den aktuellen Stand zum Herrschinger Gymnasium.

Auf Antrag der Fraktionen der FDP und der Freien Wähler gab Pilgram eine Übersicht über alle bisherigen Maßnahmen zum Gymnasiumsbau am Herrschinger Mühlfeld. Vor allem auf die Investitionen von rund drei Millionen Euro für den Kauf des 42.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Erbpacht (1,38 Millionen Euro), die Planungskosten für die Erschließung der künftigen Baustelle, die Boden- und Grundwasseruntersuchungen sowie die Planung des Kreisverkehrs am Ortseingang verwies der Kämmerer. Mit dem Kreisel (1,16 Millionen Euro) soll im kommenden Jahr begonnen werden; auch geht es ab Mai in die Vorentwurfsplanung (Leistungsphase 2), eine vorläufige Kostenschätzung durch das Planungsteam werde dann möglich, ergänzte er. Landrat Karl Roth machte am Montag deutlich, der Landkreis werde kein weiteres Grundstück in Herrsching kaufen, zumal heute überhaupt nicht klar sei, ob man es überhaupt bekomme. „Wir würden wieder bei Null ankommen“, sagte Roth zur Standortfrage und dem geplanten Bürgerentscheid der Initiatoren Willi Welte und Gerhard Knülle. Kämmerer Pilgram ergänzte, eine komplette Neuplanung würde die Schule (die für 800 Schüler zwischen 40 und 60 Millionen Euro kosten wird) noch einmal zwischen zehn und 13 Millionen Euro teurer machen. Auf ihre Forderung eines externen Projektsteuerers verzichtete die FDP-Frkation, mit ihrem zweiten Antrag – aus dem Forschungsprojekt der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) auszusteigen – fielen sie wenig später durch. Harald Schwab (CSU) nannte den Bürgerentscheid einen „Schildbürgerstreich“, die Frage müsse daher heißen, „wollen Sie in Herrsching ein Gymnasium oder wollen Sie keins“. Tim Weidner (SPD) sprach von einem „unkalkulierbaren Risiko“, auch wenn das Instrument eines Bürgerentscheids ein hohes gut sei. Und Grünen-Kreisrat Peter Unger wittert hinter dem Vorstoß ein „lukratives Grundstücksgeschäft“. Wenig später sprach sie die Runde bis auf Bernhard Sontheim (FW) und Johannes Puntsch (FDP) erneut dafür aus, den Bau des Gymnasiums am Mühlfeld weiterzuführen.

po

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