Starnberger Landkreisergebnisse des bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Tests

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Landkreis – Gilching hält sein besseres Niveau, Starnberg bewegt sich, Gauting steigt ab, Weßling und Herrsching sind raus - das ist das Landkreisergebnis des bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Tests. Im Deutschlandtrend gab es mehr Teilnehmer und mehr Städte: Über 120.000 Bürger haben im vergangenen Jahr das Fahrradklima bewertet - zum Vergleich: in 2014 waren es 100.000.

Die Ergebnisse zeigen, wo sich Verkehrsplaner und politisch Verantwortliche erfolgreich für besseren Radverkehr einsetzen und auch, wo sich Radfahrende von den Verkehrsbehörden allein gelassen fühlen. „Im Landkreis Starnberg war augenfällig, dass das Interesse der Bürger in allen Gemeinden geringer war als noch im Jahr 2014“, so Anton Maier, Sprecher des ADFC-Kreisverbands Starnberg. Deshalb gebe es in diesem Jahr auch keine Bewertung der Gemeinden Weßling und Herrsching. „Nur in der Stadt Starnberg wurden wegen der intensiven öffentlichen Diskussion von Verkehrsthemen doppelt so viele Bewertungen wie beim letzten Fahrradklimatest abgegeben.“ Die Bewertungen in dieser Befragung finden vor dem Hintergrund steigender Fahrradnutzung und den Bemühungen des Landkreises als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) statt. Das Alltagsradroutennetz des Kreises wurde verabschiedet, Projekte daraus werden punktuell seit vergangenen Sommer umgesetzt und in den Gemeinden wird bei Verkehrsplanungen intensiv um die Rolle des Radverkehrs gerungen. 

Während in Gauting, wo die ADFC-Ortsgruppe eine eigene Bilanz gezogen hat (Note 4,24), aus Sicht von Anton Maier sicher Politik und Behördenhandeln im Vordergrund stehen, profitiert Gilching noch von Anstrengungen aus dem Radverkehrskonzept seit 2009, hat aber in fast allen Fragen Punkte eingebüßt. Der Auftrag, so Maier, an die Politik sei deutlich herauszulesen, wenn „fehlende Fahrradförderung“, „fehlende Werbung fürs Radfahren“ und wenig „Präsenz des Radverkehrs“ im Ort den stärksten Punkterückgang aufweisen. Das Plus bei „Fahrradabstellanlagen“ und „Komfort bei der Radwegnutzung“ könne dies nicht wettmachen, so dass die Gesamtnote von 3,9 auf 4,0 sinkt. Trotzdem erhält Gilching übrigens im Landkreis die führende Bewertung. Die Stadt Starnberg hat bereits begonnen, in den Radverkehr zu investieren. Dass die Bewertung mit insgesamt 4,24 nicht besser ausfiel als im Jahr 2014, hängt mit dem abnehmenden „Sicherheitsgefühl der Radfahrer“ auf Starnbergs Straßen zusammen (Note 5,0). Auch das „Fahrradklima“ ist stark beeinträchtigt, weil im öffentlichen Raum und in der politischen Diskussion der Kraftverkehr dominiert (4,2). Die mit 5,0 schlechteste Bewertung für das „Fahren im Mischverkehr“ offenbart die Rücksichtnahme durch motorisierte Verkehrsteilnehmer: besonders fehlender Seitenabstand beim Überholen sowie hohe Fahrgeschwindigkeit und Behinderungen durch den ruhenden Verkehr wreden von Seiten der Radfahrer moniert. „Die richtige Gestaltung des Straßenraums erleichtert allen Verkehrsteilnehmern regelkonformes Verhalten“, so Anton Maier. „Einladende Radverkehrsinfrastruktur ist geeignet, viele Autofahrten durch Fahrrad und Pedelec zu ersetzen und so den Verkehrsraum in Starnberg zu entlasten.“ Ein Verkehrskonzept für die Starnberger Innenstadt sei bereits in der Diskussion, Radschutzstreifen an Haupt- und Hanfelder Straße seien vorgesehen, Umbauten und Markierungen am Bahnhof Nord und an der Leutstettener Straße haben dort die Situation für die Radfahrer verbessert. „Die Maßnahmen zum barrierefreien Starnberg nützen auch den Radfahrern“, so Maier. „Ein Anfang ist gemacht, mutige Schritte zur Verbesserung von Rad- und Fußverkehrsanlagen werden die Lebensqualität in der Stadt verbessern, selbst wenn nicht mehr jeder Punkt mit dem Auto erreicht werden kann.“sb

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