Beide sind aktenkundig

Starnberger Pärchen wegen Beziehungsdrama vor Gericht 

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Immer gab es Polizeieinsätze in der Starnberger Wohnung des jetzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagten Polizisten. (Symbolfoto)

Starnberg – Ihr Beziehungsdrama ist aktenkundig. Immer gab es Polizeieinsätze in der Starnberger Wohnung des jetzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagten Polizisten. Ob der 42-Jährige im Oktober 2018 tatsächlich seine Freundin (37) auf den Kopf schlug, blieb vor dem Starnberger Amtsgericht jetzt allerdings bis zuletzt unklar.

Laut Anklagevorwurf schlug der aktuell vom Dienst beurlaubte Polizeibeamte seine Partnerin in seiner Starnberger Wohnung mit der Faust auf den Kopf. Die Geschädigte erklärte jedoch im Zeugenstand, der Angeklagte habe sie festgehalten und lediglich mit der flachen Hand auf den Kopf geschlagen: „An dem Abend nicht mit der Faust.“ Der 42-Jährige ließ in seiner Aussage tief blicken.

Weinflasche auf den Kopf geschlagen

Demnach habe man an jenem Abend ausgiebig Wein getrunken: „Wir haben beide Alkoholprobleme.“ Eindrücklich beschrieb der Angeklagte, dass seine Partnerin unter Alkoholeinfluss regelmäßig ausrastet: „Ab einem bestimmten Punkt kippt die Stimmung, da kommt niemand mehr an sie ran. Es ist dann schwierig, sie zu bändigen.“ Aufgrund der Gewaltausbrüche der 37-Jährigen habe er die Beziehung vor ein paar Monaten beendet, so der 42-Jährige. Glaubt man dem Angeklagten, so gingen auch in der Tatnacht die Aggressionen von seiner Freundin aus: „Völlig überraschen griff sie auf der Couch zwischen meine Beine und drückte zu.“ Was folgte, war laut Beschreibung des Angeklagten ein längeres Gerangel, im Zuge dessen er die 37-Jährige allerdings zu keinem Zeitpunkt geschlagen habe. Vielmehr sei es seine Freundin gewesen, die ihm eine Weinflasche über den Kopf geschlagen habe, so der Starnberger. 

Eine 23-jährige Polizistin erinnerte sich an den nächtlichen Einsatz: „Der Angeklagte hatte eine ziemlich stark blutende Platzwunde am Kopf.“ Bei länger zurückliegenden Einsätzen sei es allerdings auch mal die Frau gewesen, die stark am Kopf geblutet habe, so die 23-jährige Beamtin. Besonders beredt sei das Paar bei den Einsätzen nie gewesen. „Sie wollten immer nicht sagen, was passiert ist“, so die Beamtin. 

Gericht ist ratlos

Sowohl der Angeklagte als auch seine Freundin hatten zum Tatzeitpunkt im Oktober 2018 rund zwei Promille im Blut. Während die Geschädigte erklärte, der Angeklagte habe sich die Kopfplatzwunde selber zugefügt, warfen die Zeugenaussagen eines benachbarten Ehepaares ein gänzlich anderes Licht auf die den Tathergang. „Die Frau ist auf den Balkon gelaufen und hat um Hilfe geschrien. Er hat auf sie eingeschlagen“, so die 25-jährige Familienmutter, die die Szene zufällig durch ihr Fenster beobachtet hatte. Auch ihr Ehemann (29) bekräftigte, die Frau auf dem Balkon habe geschrien „als ob sie geschlachtet würde.“ Nach Würdigung aller Aussagen erklärte die Staatsanwältin: „Ich weiß schlicht nicht, was an dem Abend passiert ist.“ Die ebenso mannigfaltigen wie widersprüchlichen Tatabläufe ließen schlussendlich auch das Gericht ratlos zurück. „Das sind völlig verschiedene Aussagen, die nicht zusammenpassen“, stellte Richterin Christine Conrad fest und folgte mit dem Freispruch dem Plädoyer der Staatsanwältin.

Von Nilda Höhlein

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