Mehr Wildunfälle, aber weniger Schulwegunfälle im Landkreis. Die Verkehrsunfallstatistik für 2019 ist erschienen

Starnberger Polizei zieht Bilanz zum Unfallgeschehen im Landkreis

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Die Polizeiinspektion Starnberg konnte bei ihren Verkehrskontrollen im Jahr 2019 einen leichten Rückgang bei den Alkohol-und Drogendelikten verzeichnen.

Landkreis - Was ist so alles passiert auf Starnbergs Straßen im letzten Jahr? Die Polizeiinspektion Starnberg hat unlängst Bilanz gezogen und die aktuellen Zahlen zum Unfallgeschehen im Landkreis veröffentlicht. Auf dem von der Polizeiinspektion Starnberg zu betreuenden Straßennetz, das rund 582 Kilometer umfasst, haben sich im Jahr 2019 deutlich mehr Verkehrsunfälle ereignet als im Jahr 2018. Allerdings ging die Zahl der Unfälle mit Verletzen etwas zurück.

Während im Jahr 2018 insgesamt 1.907 Verkehrsunfälle auf den von der Starnberger Polizei zu betreuenden Straßen in den Bereichen der Gemeinden Berg, Feldafing, Pöcking, Tutzing sowie der Stadt Starnberg registriert wurden, hat sich die deren Zahl im Jahr 2019 auf 2.035 Unfälle erhöht. In Prozent bedeutet dies eine Steigerung von 6,71 Prozent, wie aus dem Statistikbericht der Starnberger Polizeiinspektion hervorgeht.

Rückläufiger Quote bei Verkehrsunfällen mit Verletzen

Trotz des zahlenmäßigen Anstiegs der Verkehrsunfälle, konnte die Starnberger Polizei in ihrem Bereich auch eine erfreuliche Nachricht vermelden. Die Zahl der Unfälle mit Verletzen reduzierte sich von 234 im Jahr 2018 auf 200 im Jahr 2019. Nach langer Zeit konnte im Straßennetz auch kein Verkehrstoter beklagt werden. Die Anzahl der Verkehrsunfälle, denen eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit im Bußgeldbereich zugrunde liegt stieg von 533 im Jahr 2018 auf 562 im Jahr 2019.

Den Großteil der Steigerung bei den Verkehrsunfällen macht jedoch, wie die Polizeiinspektion Starnberg mitteilte, der Anstieg der Unfälle aus, die im Kurzaufnahmeverfahren aufgenommen wurden. Das sind solche, bei denen in der Regel eine Ahndung mit Verwarnungsgeld erfolgt.

Illegales Autorennen beschäftigte 2019 die Starnberger Polizei

Am 11. November 2019 wurden Polizei und Rettungskräfte zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Staatsstraße zwischen Niederpöcking und Possenhofen gerufen. Hier war der Fahrer eines BMW in einen entgegenkommenden Mercedes gerutscht. Bei dem Frontalzusammenstoß wurden die Insassen - jeweils zwei pro Fahrzeug - schwer verletzt und mussten mit Knochenbrüchen und Verdacht auf Innere Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Aufgrund von Zeugenaussagen war davon auszugehen, dass der BMW sowie ein vor ihm fahrender Audi mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren, da sie beide in der Kurve nach außen drifteten. Im erstellten Gutachten wird bestätigt, dass der Unfall bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vermeidbar gewesen wäre.

Wenig Sicherheitsabstand führte oft zu Verkehrsunfällen Als häufigste Unfallursache verzeichnete die Starnberger Polizei die Nichteinhaltung des notwendigen Sicherheitsabstandes. Darüber hinaus führten auch Fehler beim Abbiegen sowie Schnitzer beim Wenden oder Rückwärtsfahren zu Unfällen auf den Straßen rund um Starnberg.

Bei den Verkehrsunfällen mit schweren Verletzungsfolgen konnte die Polizeiinspektion Starnberg in ihrem Bericht keine Hauptursache ausmachen. Hier sind sowohl Vorfahrtverstöße als auch nicht angepasste Geschwindigkeit verantwortlich, ebenso wie die Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebots, die in der Regel zu Frontalzusammenstößen führt. Aber auch falsches Verhalten von Fußgängern führte im Jahr 2019 zweimal dazu, dass diese durch den folgenden Unfall schwere Verletzungen davon trugen.

Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle im von der Polizeiinspektion Starnberg betreuten Bereich ist im Jahr 2019 wieder angestiegen. Nach einem deutlichen Tief im Jahr 2017 (nur 8 Unfälle) und einem Anstieg im Jahr 2018 (26 Unfälle) wurden im vergangenen Jahr 38 Unfälle mit der Ursache „nicht angepasste Geschwindigkeit“ von den Polizisten aufgenommen. Diese Steigerung lässt sich jedoch auch mit der relativ langen Winterperiode erklären, so die Starnberger Polizei. Weniger Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Die Anzahl der Unfälle, bei denen die Verursacher unter dem Einfluss von Alkohol standen, ging leicht von 23 auf 20 Fälle zurück und liegt damit etwa im 10-Jahres-Mittelwert. Auch im Bereich der so genannten Unfallfluchten folgt der Bereich der Polizeiinspektion Starnberg dem Trend des Landkreises. Nach einer Spitze in den Jahren 2015 und 2016 und einem zwischenzeitlichen Rückgang ist die Zahl von 2018 auf 2019 um 2,21 Prozent gestiegen (2018: 452 Unfallfluchten; 2019: 462 Unfallfluchten). Die Aufklärungsquote ist leicht zurückgegangen und liegt bei 41,1 Prozent.

Nur zwei Schulwegunfälle im Jahr 2019

Die Zahl der Schulwegunfälle ging im vergangenen Jahr auf zwei zurück, hierbei waren nur leichte Verletzungen zu beklagen. In einem Fall handelte es sich hier um einen Auffahrunfall auf dem Weg zur Schule, bei dem das verletzte Kind im vorderen Fahrzeug saß. Der zweite Unfall wurde durch das Kind selbst verschuldet, das ohne zu schauen über die Straße rannte und gegen ein vorbeifahrendes Fahrzeug lief.

Senioren bauen mehr Unfälle als junge Erwachsene

Die Anzahl der jungen Erwachsenen im Unfallgeschehen des Landkreises stieg im Vergleich zum Vorjahr minimal an, wobei diese Altersgruppe seltener die Ursache für den Unfall setzt (2018: 57,6 Prozent; 2019: 47,9 Prozent). An diesem Rückgang könnte, wie die Polizeiinspektion Starnberg in ihrem statistischen Jahresbericht resümiert, das „begleitete Fahren ab 17 Jahren“ einen gewissen Anteil haben, wenn die jungen Erwachsenen zuvor unter Aufsicht erste „richtige“ Fahrerfahrungen sammeln konnten. Gerade bei den Verursachern ist in den letzten zehn Jahren ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Auch die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Senioren ist leicht rückläufig (2018: 230 Fälle; 2019: 210 Fälle). Die Quote der Unfallverursacher liegt in dieser Altersgruppe mit 65,7 Prozent jedoch deutlich höher als bei den jungen Erwachsenen, auch wenn diese im Vergleich zum Jahr 2018, in welchem ein Wert von 70, 4 Prozent erreicht wurde, zurückgegangen ist.

Weniger Radunfälle Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern ging im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück (2018: 104 Fälle; 2019: 98 Fälle). Bei diesen Unfällen wurden 96 Radler verletzt. 74 der registrierten Unfälle wurden von den Radfahrern selbst verursacht. Die Zahl der Fahrradunfälle ohne Fremdbeteiligung stieg im Jahr 2019 wieder leicht an. An Unfällen allein beteiligt waren 53 Radfahrer (im Vorjahr waren es 51 Radler.) 14 waren hiervon mit Pedelecs unterwegs (2018 waren es 17). Der älteste verunfallte Pedelecfahrer war 81 Jahre, der jüngste 13 Jahre alt. Als Hauptunfallursache der von den Fahrradfahrern verursachten Unfälle ist die fehlerhafte Straßenbenutzung zu sehen.

Zahl der Wildunfälle erhöht sich

Die Anzahl der Wildunfälle ist erneut angestiegen und hat nun fast ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht (255 Unfälle). Wirkliche „Hotspots“ der Wildunfälle sind nicht auszumachen, ein erhöhtes Risiko besteht auf der B2 im Bereich um Gut Kerschlach, bei Wieling und im Bereich des Tunnels Pöcking. Auf der Kreisstraße 3 zwischen Perchting und Landstetten sowie auf den Straßen um Hadorf, außerdem im Bereich der Gemeinde Berg zwischen Aufhausen und Höhenrain. Auffällig war eine Häufung von Wildunfällen auf der neu eröffneten Westumfahrung Starnberg im ersten Quartal 2019. Auf dieser Strecke kam es zu sieben von insgesamt 15 Wildunfällen.

Von Kreisbote

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