Starnberger Stadtrat: Namensfindung für neue Verkehrsflächen am Wiesengrund

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Ehrenamtliches Engagement sollte nach Meinung des ehemaligen Starnberger Stadtratsmitglieds Gerd Weger beim Vergabeverfahren hinsichtlich des Einheimischenmodells "Am Wiesengrund" mehr Berücksichtigung finden.

Starnberg - Die Erschließungsarbeiten für das Einheimischenmodell „Am Wiesengrund“ sind im Zeitplan geblieben, sämtliche 51 Reihenhaus-Parzellen vergeben – auch wenn es laut Rathaussprecherin Lena Choi auf Grund einzelner Bewerbungsrücknahmen noch zu Veränderungen gekommen ist. Der nach 48 Jahren dem neuen Stadtrat nicht mehr angehörende Gerd Weger (CSU) hatte noch in der alten Legislaturperiode beantragt, bei künftigen Vergabeverfahren nach Punkten ein ehrenamtliches Engagement von Bewerbern für Einheimischenmodelle stärker zu gewichten.

Hier wird es wohl dennoch eine Deckelung geben. Der Stadtrat wandte sich nach Abschluss der langwierigen Vergabe-Prozedur (insgesamt 75 Wohnungen sollen auf den 51 Bauparzellen am Wiesengrund entstehen) nun der Benennung der Verkehrsflächen zu – hierbei geht es laut Verwaltung um sogenannte „Haupterschließungsanger“ im verkehrsberuhigten Bereich und vier „Erschließungsstraßen“, für deren Namensbenennung „in Zusammenarbeit mit dem städtischen Archiv“ bereits Vorschläge gemacht wurden. 

Ehrung für Stadtpfarrer Schreiegg?

Demnach könnten die neuen Straßen und Zuwegungen am Wiesengrund nach folgenden „Berühmtheiten“ benannt werden: Konrad Schreiegg (1934 – 2012), langjähriger katholischer Stadtpfarrer und Ehrenbürger der Stadt (2007); Richard Throll, Bildhauer, der einst unter anderem die Galionsskulptur des Dampfers „Luitpold“ schuf; Lorenz Gedon (*1844), erhielt laut Stadtarchiv 1877 von König Ludwig I. den Auftrag zur „Innen- und Außengestaltung des Würmsee-Raddampfers "Bavaria“; Erna Sturm, nach dem Krieg 23 Jahre lang Leiterin des Kindergartens am Hirschanger; Augusta Alexandrine zu Eulenburg (*1882 in Starnberg), Malerin, die zum Beispiel das „Jordan-Haus“-Gemälde (Gebäude ehemals Mühlbergstr. 1) geschaffen hatte – hier brachte CSU-Stadtrat Rudolf Zirngibl den Einwand vor, der Name passe wegen der Länge wohl kaum auf ein Straßenschild. Neben weiteren Namensvorschlägen der Verwaltung (u.a. Johanna Solf (1887 – 1954), deutsche Widerstandskämpferin, nach der der sogennante „Solf-Kreis“ benannt war) wurden in der jüngsten Plenumssitzung noch weitere ins Spiel gebracht. Von Eva John (BMS) wurden etwa die Namen Hans Beigel und Heiner Janik, von Franz Sengl der Name Kurt Eisner, der bereits bei der Umbenennung der Kaiser-Wilhelm-Straße in Starnberg zur Diskussion gestanden war. 

Heidinger mahnt: "Vor Bekanntgabe vorher einigen"

„Machen wir jetzt eigentlich ein Fass für alle Straßen auf – ich finde Hauptstraße zum Beispiel langweilig?“, meinte Otto Gassner (UWG), als die Debatte im Stadtrat auszuufern drohte. Franz Heidinger (BLS) mahnte, man solle sich vor öffentlicher Bekanntgabe tunlichst „vorher einigen“ und die „Schacherei“ sein lassen. Bürgermeister Patrick Janik (UWG) stellte zusammenfassend fest: „Wir haben in Starnberg so viele Persönlichkeiten, die etwas für die Stadt getan haben“. Die Fraktionen sollen sich nun mit Frist 21.Juli (nächste Stadtratssitzung) beraten und eigene Vorschläge erarbeiten – ansonsten wurde gemäß einstimmigem Beschluss nur der Sachstand zu den bisherigen Vorschlägen „zur Kenntnis genommen“.

Von Thomas Lochte

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