Ornithologen auf Rekordjagd

Starnberger Team „ASOnauten“ zählt 129 Vogelarten:Stunde der Gartenvögel lädt zum Mitmachen ein

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Die Starnberger Ornithologen waren auf auf Rekordjagd.

Starnberg - In ganz Deutschland waren am 2. Mai Vogelbeobachter unterwegs, mit dem Ziel, innerhalb eines Tages so viele Vögel wie möglich zu zählen. Zum 17. Mal fand das sogenannte „Birdrace“ in diesem Jahr statt und diesmal - wie so vieles andere auch - unter besonderen Umständen und Bedingungen. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen wurde es ein Jahr der Rekorde: Knapp 600 Teams waren bundesweit am Start - über ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Zusätzlich lag die Zahl der beobachteten Arten mit insgesamt 323 in diesem Jahr höher als je zuvor. Auch die fünfköpfige Mannschaft der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) des LBV Starnberg lief zu Bestleistungen auf. Die ASOnauten zählten mit insgesamt 129 Arten mehr, als sie sich selbst erhofft hatten und landeten, was die erjagten Spenden betraf, deutschlandweit sogar auf Platz 4. Am kommenden Wochenende sind alle Bürger aufgerufen selbst Vögel zu zählen: Bei Deutschlands großer Sommerzählung, der Stunde der Gartenvögel.

5 Uhr morgens, strömender Regen, die erste Amsel beginnt zu singen. Man muss ein waschechter Ornithologe und begeisterter „Birdracer“ sein, um diesen Moment genießen zu können. Pit Brützel, Kapitän der ASOnauten und Wolfgang Spatz, für die die Amsel die erste Art auf ihrer Liste ist, ist es ein Freudenmoment: Das Rennen kann beginnen. Anders als in den Jahren davor, sind die Teammitglieder, zu denen auch Ursula Zinnecker-Wiegand, Sebastian Ludwig und Tobias Laure gehören, nicht in der Gruppe, sondern getrennt unterwegs. Trotzdem stehen sie in Verbindung und geben sich ihre Sichtungen durch, zeitweise sogar im Minutentakt: Dorngrasmücke, Wachtel, Rothalstaucher, Braunkehlchen, Wasserralle, Bekassine, Nachtigall, Grünschenkel ... Sie hatten vereinbart, sich bei den schwer zu findenden Arten auf dem Laufenden zu halten.

“Eigentlich sind wir durch!“ Mit diesen scherzhaften Worten leitete Brützel gegen 11:30 Uhr die Telefonkonferenz der Teammitglieder ein und gab einen sensationellen Zwischenstand von 115 Arten durch. Das Tagesziel war bereits jetzt erreicht. Aber dieser Erfolg spornte die Fünf erst so richtig an. Bis um 17 Uhr stieg die Zahl der entdeckten Vogelarten schließlich auf ein Allzeit-Hoch für den Landkreis: 129 verschiedene Vogelarten – darunter auch einige echte Highlights wie ein Wiedehopf, ein trillerndes Kuckuckspaar und zwei kreisende Wespenbussarde. Ebenfalls ein Highlight für die fünf ASOnauten: Zahlreiche Sponsoren spendeten pro Sichtung, so dass am Ende 1.500 Euro für den Erhalt der Internetplattform ornitho.de zusammenkamen, die der Mannschaft den 4. Platz in der Gesamtwertung der eingenommenen Spenden einbrachten. Eine echte Leistung!

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hat am kommenden Wochenende die Gelegenheit selbst Vögel zu zählen. Vom 8. Bis 10. Mai findet Deutschlands große Sommerzählung statt – die Stunde der Gartenvögel. Mitmachen ist ganz einfach: Sie zählen eine Stunde lang Ihre Vögel und melden diese Zahlen an den LBV. Ihre Daten und die tausender anderer Naturfreunde geben Antworten auf brennende Fragen. "Citizen Science" heißt diese Art der Forschung. Die bundesweite Langzeitstudie hilft Umweltveränderungen zu erkennen. Zudem gibt es tolle Preise zu gewinnen. Und wer weiß: Vielleicht gelingt es auch Ihnen den Wiedehopf auf dem Durchzug zu beobachten oder die ersten Mauersegler zu entdecken? Den Meldebogen und viele weitere Informationen gibt es auf www.lbv.de/mitmachen/stunde-der-gartenvoegel/

Von Kreisbote

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